Suche

Anzeige

Immobilien: Handelsvermieter sollen auf Miete verzichten

Viele Händler mussten ihre Kunden wochen- oder monatelang vertrösten. © Imago

Wochenlang keine Kunden: Vom Kaufhaus bis zum Blumenladen haben viele Einzelhändler Schwierigkeiten, ihre Miete zu bezahlen. Die Gespräche mit dem Vermieter sind oft schwierig. Nun gibt es einen gemeinsamen Lösungsvorschlag von Handelsverband und Zentralem Immobilien-Ausschuss.

Anzeige

Nach dramatischen Einbußen in der Corona-Krise sollen Vermieter den Einzelhändlern für die Zeit der Schließung die Hälfte ihrer Miete erlassen. Das sehen Empfehlungen der Spitzenverbände von Immobilienbranche und Handel vor. Ziel sei eine angemessene und außergerichtliche Risikoverteilung, teilten der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA) und der Handelsverband Deutschland (HDE) am Mittwoch mit.

Ihr Kodex sieht auch vor, dass es nach der Schließung für drei Monate Mietreduzierungen gibt. Die einzelnen Unternehmen sind aber nicht verpflichtet, dem Kodex zu folgen.

Sorgen vor Verödung der Innenstädte

“Die Einzelhändler und die Vermieter bilden eine große Schicksalsgemeinschaft”, warb ZIA-Präsident Andreas Mattner für die Empfehlungen. Niemand habe ein Interesse daran, dass Innenstädte veröden, weil die Händler aufgeben müssen, bevor ein Gericht die Mietfrage klären konnte, ergänzte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. Der Kodex solle Rechtsunsicherheiten beseitigen und Handel sowie Immobilieneigentümern wieder zu neuem Schwung zu verhelfen.

Sanktjohanser sprach von einem “sehr herausragenden Ergebnis”. Viele Händler machten nicht einmal die Hälfte ihres üblichen Umsatzes. Nach HDE-Angaben sind drei Viertel der Mitglieder mit ihrem Vermieter in Sachen Miete im Gespräch. Laut Mattner hatten die Vermieter im April Einnahmeverluste von 20 bis 70 Prozent, im Mai von einem Drittel bis zur Hälfte. Viele Geschäfte durften erst Ende April unter Auflagen wieder öffnen.

Mietverzicht für Gastronomen und Hotels erhofft

Auch viele Gastronomen und Hoteliers haben Schwierigkeiten, ihre Miete zu zahlen, wie Mattner sagte. Er sprach sich für einen deutlichen Mietverzicht bei Gastronomen aus. “Die Richtschnur 50 Prozent wird man da gar nicht so anwenden können. Hier wird man als Vermieter dem Mieter noch mehr entgegenkommen müssen.”

Der Kodex sei auch ein Signal an den Bund, beide Branchen stärker zu unterstützen, hieß es. Es sei notwendig, gesetzliche Abgaben vorübergehend zu senken, um die Auswirkungen der Krise zu bewältigen.

tht/dpa

absatzwirtschaft+

Sie wollen weitere relevante Informationen und spannende Hintergründe für Ihre tägliche Arbeit im Marketing? Dann abonnieren Sie jetzt hier unseren kostenfreien Newsletter.

Anzeige

Kommunikation

“Die Zukunft der Branche” – Serie über junge Marketingentscheider

Das Marketing verändert sich, teilweise rasant und tief greifend. Und der Nachwuchs? Die absatzwirtschaft porträtiert Marketingtalente im Alter bis Mitte 30 und beschreibt, wie die neue Generation tickt, was junge Top-Leute auszeichnet, welche Aufgaben sie übernehmen und wie sie ihre Karriere planen. mehr…



Newsticker

Top 8 Corona-Analysen: Digital, elektrisch, flüssig und fleischlich

Auch abseits der Statistiken zu den direkt Betroffenen der Covid19-Pandemie gab es in…

Ex-Bosch-Mann wird Marketingchef der Brose Gruppe

Der fränkische Automobilzulieferer Brose holt René Ziegler vom Konkurrenten Bosch als neuen Marketing-…

Maier geht als Vorstandschef der VW-Tochter Skoda

Nach knapp fünf Jahren ist für Skoda-Chef Bernhard Maier Schluss. Dabei gilt die…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige