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Viel Schlaf gleich viel Leistung: Darum lohnt es sich, seinen Mitarbeitern ein Bett ins Büro zu stellen

Japanische Unternehmen haben die Folgen von Schlafentzug für Individuum und Firma erkannt: Wer mehr schläft bekommt nun Extraleistungen. In Japan wirb man damit, die Mitarbeiter viel schlafen zu lassen, denn: Ausgeruhte Mitarbeiter sind leistungsstärker.

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Von Anne-Kathrin Velten

In kaum einem Land sind die Angestellten so gestresst, müde und überarbeitet wie im Land des Lächelns. Zudem ist die japanische Gesellschaft überaltert und schrumpft stetig. Der typische Angestellte arbeitet zwölf Stunden, nutzt selten alle seiner im Durchschnitt 15 Urlaubstage und stellt keine Forderungen nach mehr Freizeit. Hat der Chef darüber hinaus Lust auszugehen, muss der Arbeitnehmer nachts noch stundenlang mit ihm in Karaoke-Lokalen trinken. Die Folge: Totale Überarbeitung und eine hohe Selbstmordrate.

Unausgeschlafene Mitarbeiter = wirtschaftlicher Verlust

Japanische Unternehmen haben die Folgen für Individuum und Firma erkannt. Wer regelmäßig weniger als sechs Stunden schläft, schadet seiner Gesundheit. Das Risiko, frühzeitig zu sterben, erhöht sich. Zudem treten Angststörungen, Depressionen und Übergewicht deutlich häufiger auf. In Japan verursachen unausgeschlafene Mitarbeiter einen gesamtwirtschaftlichen Verlust von 138 Milliarden Dollar, so der Think Tank Rand Corporation.

Die Idee einzelner Unternehmen: Schlaf wird belohnt. Mitarbeiter, die fünf Tage pro Woche mehr als sechs Stunden täglich schlafen, erhalten Punkte. Diese können beispielsweise in der Firmenkantine eingelöst werden. Überwacht wird der Schlaf mittels einer App. Firmen, die das Prinzip des Schlafanreizes eingeführt haben, berichten von besseren Arbeitsergebnissen und gesünderen Mitarbeitern. Zudem sei ein regelrechter Wettbewerb zwischen den Mitarbeitern entfacht, wer gesünder lebt.

Ziel sind leistungsstärkere Mitarbeiter

Die Überwachung per App durch den Arbeitgeber dürfte hierzulande nicht gut ankommen. US-Unternehmen liefern Beispiele, Schlaf während der Arbeitszeit und ohne digitale Überwachung zu fördern. Bekannteste Fürsprecherin einer ausgeschlafeneren Firmenkultur in den USA ist Huffington-Post-Gründerin Arianna Huffington. Huffingtons Buch „Die Schlafrevolution“, in dem sie mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht fordert, stand wochenlang auf den Bestsellerlisten. Auch Google und Facebook ermutigen ihre Mitarbeiter zu einem Mittagsschlaf im Arbeitsalltag und stellen dafür Betten zur Verfügung. Die amerikanische Versicherung Aetna zahlt ihren Mitarbeitern sogar Prämien. Für je 20 Nächte mit mehr als sieben Stunden Schlaf erhalten Mitarbeiter 25 US-Dollar.

Die Unternehmen handeln alles andere als selbstlos. Die Bewerberzahlen bei allen Firmen, die den Schlaf belohnen und zugleich damit warben, stiegen deutlich. Schlaf zu fördern könnte auch für deutsche Unternehmen zur Win-Win-Situation werden. Gut ausgeruhte und in der Folge gesunde und zufriedene Mitarbeiter sind gut fürs Geschäft. Sie sind konzentrierter und damit leistungsfähiger. Gleichzeitig schärfen Firmen ihre Attraktivität als Arbeitgeber.

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