Suche

Anzeige

Gerichtsurteil: Warum Jameda das Ärzte-Bashing verhindern muss

© Jameda 2016

Ein Zahnarzt, ein unzufriedener Patient, eine knallharte Internetbewertung: Der Bundesgerichtshof hat in Sachen des Ärztebewertungsportals Jameda geurteilt. Der Seitenbetreiber muss Urteile der Nutzer besser prüfen

Anzeige

Das Online-Portal Jameda, welches sich „Deutschlands größte Ärzteempfehlung“ nennt, hat laut eigenen Angaben rund 280.000 niedergelassene Ärzte aufgelistet, knapp eine halbe Million Heilberufler insgesamt und angeblich fünf Millionen Internetnutzer, die das Portal jeden Monat besuchen. Öffentliche Lästereien auf dem Portal lassen sich da fast nicht vermeiden. Nun hat aber der Bundesgerichtshof entschieden: Das Portal muss die Nutzer, und damit die Kritiker, besser prüfen.

Der Fall

Im Streit eines Zahnarztes mit dem Ärztebewertungsportal Jameda ging es darum, dass der Mediziner Nachweise dafür verlangte, dass der behauptete Arztbesuch eines Nutzers tatsächlich stattgefunden hat. „Der Betrieb eines Bewertungsportals trägt im Vergleich zu anderen Portalen von vornherein ein gesteigertes Risiko von Persönlichkeitsrechtsverletzungen in sich“, erklärten die Richter dazu. Im entschiedenen Fall hatte ein Nutzer in den Kategorien „Behandlung“, „Aufklärung“ und „Vertrauensverhältnis“ die Note sechs vergeben und resümiert, er könne den Mediziner „nicht empfehlen“. Der Arzt bestritt jedoch, den Nutzer als Patienten behandelt zu haben und wollte die Identität des Jameda-Nutzers. Bereits 2014 hatte der BGH entschieden, dass die Betreiber von Bewertungsportalen allenfalls den Strafverfolgungsbehörden die Identität ihrer Nutzer preisgeben müssten. Gerade im sensiblen Gesundheitsbereich kämen aussagekräftige Bewertungen nur zustande, wenn Patienten diese anonym abgeben könnten, betont Jameda.

Der Arzt forderte dann eine Löschung des Eintrags. Jameda holte daraufhin eine Stellungnahme des Nutzers ein und ließ den Eintrag im Netz. Zumindest entschied der Bundesgerichtshof, dass Beanstandungen von Jameda ernsthaft überprüft werden müssten. Gegebenenfalls müssen sie den Bewerter auffordern, ihren Kommentar näher zu begründen und Belege einzureichen. Vorliegende Unterlagen darüber, dass ein Patient in der von ihm bewerteten Praxis in Behandlung war, müssen dem bewerteten Arzt unter Umständen weitergereicht werden – anonym natürlich.

 

Anzeige

Kommunikation

“Marke post Corona” – Serie über die Learnings aus der Krise

In unserer Serie "Marke post Corona: Learnings aus der Krise" berichten Marketingverantwortliche über ihre Erfahrungen und Lehren aus der Corona-Zeit. Hier finden Sie alle acht Beiträge der Reihe im Überblick. mehr…



Newsticker

Studien der Woche: Sportbranche, Smart Speaker, Direktvertrieb

Marktforschung und Wirtschaft veröffentlichen täglich neue Studien, die für Unternehmen und Marketer wichtig…

Krise von “epischen Dimensionen” im Tourismus – Rettung 2021?

Das Katastrophenjahr 2020 für den Tourismus hat die Reisebranche nahezu abgeschrieben. Jetzt geht…

Die Dmexco naht – 5 Fragen an: Matthias Hach von Comdirect

Als Marketingvorstand der Comdirect Bank beschäftigt sich Matthias Hach intensiv mit auf den…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige