Suche

Anzeige

Gender-Studie: Wer hat in den Medien die Hosen an?

Entgegen dem Vorurteil, dass Frauen ein erhöhtes Mitteilungsbedürfnis haben, wird in den Medien deutlich mehr über Männer berichtet. Zu diesem Ergebnis kam eine Analyse der Echobot Media Technologies GmbH aus Karlsruhe. Das Technologieunternehmen untersuchte einige der bekanntesten Nachrichtenportale hinsichtlich der Berichterstattung über Männer und Frauen in verschiedenen Ressorts.

Anzeige

 Die Natur macht mit der Gleichberechtigung kurzen Prozess. Über die Zeit sorgt sie in der Masse der Geburten dafür, dass das Verhältnis Mann/Frau auf der Welt ungefähr ausgeglichen ist. In den Führungsetagen klappt das noch nicht so richtig, deshalb soll das seit 2015 ein Gesetz regeln. Thomas Wagener von Echobot hat jetzt untersucht, wie das denn die Plattformen halten, über die viele Gender-Diskussionen ins Rollen kommen – die Medien. Er nutzte das Archiv von Echobot und wertete die Nennungen von Vornamen in einigen großen Online-Nachrichtenportalen aus. Man könnte meinen, dass wir uns im Jahr 2017, in dem Deutschland gerade eine Bundeskanzlerin wiedergewählt hat, eigentlich langsam aus der Gender-Debatte verabschieden können. Die Ergebnisse sagen etwas anderes.

Männer dominieren die Medien

  • Männer dominieren die Berichterstattung (81 Prozent) erstaunlicherweise in gleichem Maße wie die Führungspositionen deutscher Unternehmen (79 Prozent – Studie zur Frauenquote; Statista). Bei näherer Betrachtung der untersuchten Medien tun sich Unterschiede auf. Im Focus kommen die Frauen deutlich schlechter weg mit nur 16 Prozent Erwähnungen, wohingegen in der TAZ immerhin jeder vierte Name zu einer Frau gehört.

  • Die Vornamen, die am meisten genannt werden, sind klar von der Politik beherrscht. „Donald“ und „Angela“ führen die Listen an. Betrachtet man aber die geschlechterübergreifende Top 10, findet sich „Angela“ dort als einzige weibliche Vertreterin auf dem vierten Platz. Die restlichen neun Plätze belegen die Männer.
  • Auch auffallend: Die Dominanz der Männer zieht sich durch alle untersuchten Ressorts (Spiegel Online) hindurch. Einzige Ausnahme ist der Bereich „Leben und Lernen“, in dem eine genau ausgeglichenen Verteilung vorliegt. Bekannte Rollenklischees werden hier auch nur zum Teil und mit deutlich männlicher Dominanz bedient – wie z.B. Sport (95 Prozent männlich), Kultur (72 Prozent männlich) oder Gesundheit (54 Prozent männlich).
  • Das Ressort Politik wurde einer Extra-Untersuchung unterzogen. Trotz weiblicher Kanzlerin liegen die Herren mit 78 Prozent der Erwähnungen auch hier deutlich vorn. Nimmt man jeweils die Top 3 der häufigsten Namen außenvor, kommen die Frauen noch schlechter weg. Dann ergibt sich sogar eine Verteilung von 83 Prozent zu 17 Prozent. Das mag daran liegen, dass allein jeder vierte weibliche Vorname der unserer Kanzlerin ist.
  • Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt – weder welches Erdbeben uns noch erschüttern wird, noch wie sich die Gleichstellung zwischen Mann und Frau entwickeln wird. Fest steht aber, solange es Datenanalytiker wie Thomas Wagener gibt, ist der erste und wichtigste Schritt getan: Wir erkennen den Status quo und können aus der Situation selbst das Beste machen.

Über die Untersuchungsmethode: Die Echobot Media Technologies GmbH analysierte alle im Zeitraum vom 11.09.2017 bis 11.10.2017 veröffentlichten Artikel der Nachrichtenportale Spiegel, Focus, TAZ und Zeit. Über 20.000 Artikel wurden mit einer Liste männlicher und weiblicher Vornamen abgeglichen und die Nennungen aufsummiert. Die Analyse des Ressorts Politik bezieht sich auf die Portale Spiegel, Focus und Zeit. Die übrigen Analysen der Ressorts und Namens-Hit-Listen wurden bedingt durch die Untersuchungsmethode ausschließlich für Spiegel Online durchgeführt.

Anzeige

Digital

Nach 20 Jahren erfindet die Bahn das Online-Ticket neu

Einloggen, buchen, drucken oder in die App laden: Digitale Fahrkarten zu kaufen ist für Millionen Bahnkunden Alltag. Das war nicht immer so. Und noch immer geht nicht alles ohne Formular. mehr…



Newsticker

VW-Konzern macht Duesmann zum Audi-Chef

Erst im Januar wurde Bram Schot offiziell zum Audi-Chef gekürt, jetzt sind seine…

Führungsstreit bei der Bahn: Finanzvorstand geht

Seit Wochen rumort es im Bahnvorstand, nun trennt sich der Konzern von seinem…

Deutschlands bekannteste und beliebteste Arbeitgebermarken

Dieselkrise, Betrug bei Abgaswerten, E-Mobilität verschlafen. War da was? Offenbar nicht. Wenn man…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige