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Gedruckte Geschäftsberichte bevorzugt

Welches Nutzungsverhalten zeigen die Leser von Geschäftsberichten? Antworten hat die Agentur wirDesign für eine empirische Studie gefunden. Befragt wurden vier Zielgruppen: Privataktionäre, institutionelle Investoren, Finanz- und Wirtschaftsjournalisten sowie Analysten. Eine Erkenntnis: Es muss offenbar nicht alles digital sein.

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Am liebsten nutzen die Leser von Geschäftsberichten diese in der Papierversion, so die Studie. Allen modernen Medien zum Trotz wird der gedruckte Geschäftsbericht wegen seiner Übersichtlichkeit dem PDF-Download und dem Online-Bericht vorgezogen. Das zweithäufig genutzte Medium, das PDF, punktet wegen seiner schnellen Verfügbarkeit und der Suchfunktion. Diese gelte es zu perfektionieren und das Dokument strukturell zu verbessern, heißt es bei wirDesign.

An dritter Stelle folgt der Online-Geschäftsbericht. Die klare Navigation ist für die Studienteilnehmer mit Abstand der wichtigste Vorzug. Außerdem schätzen sie zusätzliche Service-Funktionen und Verlinkungen, die das Suchen, Vergleichen und Gegenüberstellen von Inhalten erleichtern. Durchsetzen konnte sich dieses Format bislang aber nicht.

Das Wichtigste an der Lektüre sind der Studie zufolge der Lagebericht mit dem Wirtschaftsbericht, die Gewinn-und-Verlust-Rechnung, die Grundlagen des Konzerns, der Prognose-, Chancen- und Risikobericht und die Bilanz. Dabei fällt der erste Blick stets auf die Kennzahlen.

Die Bedeutung der Geschäftsberichte bewerten alle Empfänger als sehr hoch: 90 Prozent der Analysten, institutionellen Investoren und Privataktionäre geben an, dass sie die Publikation als Basis für ihre Empfehlungen oder Kauf- bzw. Verkaufsentscheidungen nutzen. Kein Kapitel wird als überflüssig bewertet. Auch um die Reputation eines Unternehmens einzuschätzen, sind Geschäftsberichte das maßgebliche Medium.

Sämtliche Ziel- und Altersgruppen sprechen sich für den hohen Nutzen von Informationsgrafiken aus. Die optisch plakative Darstellung komplexer Zusammenhänge sollte ihrer Meinung nach ausgebaut werden.

Leser vermissen Informationen

Laut Studie fehlen der Mehrheit (55 Prozent) jedoch relevante Informationen, beispielsweise der Vergleich mit Wettbewerbern (97 Prozent) oder die Gegenüberstellung der Prognosen mit der tatsächlichen Geschäftsentwicklung (87 Prozent). Die Mehrheit der Studienteilnehmer wünscht sich eine intensivere Berichterstattung zu den Themen „Strategie“ sowie „Chancen und Risiken“. Um Aspekte wie den Vergleich mit Wettbewerbern hinzuzufügen, müssten die Unternehmen zunächst individuelle, nachvollziehbare Definitionen entwickeln und umsetzen, kommentiert wirDesign. Aus dem Wunsch, die Strategie stärker zu berücksichtigten, dürften sich (inhaltliche) Chancen für den „Kürteil“ ergeben.

Die Studienteilnehmer sehen in allen Teilen des Lageberichts noch Verbesserungspotenzial, vor allem im Wirtschaftsbericht, bei den Grundlagen des Konzerns sowie im Prognose-, Chancen- und Risikobericht. Bei dieser Einschätzung sind sich alle Altersgruppen einig. Auffällig ist jedoch, dass die jüngeren Altersgruppen mehr Interesse für die Imageseiten, das Vorwort des Vorstands und den Bericht des Aufsichtsrats zeigen.

„Das Ergebnis der Studie ist Bestätigung und Motivation für alle Herausgeber gleichermaßen“, resümiert das Team von wirDesign. Die Mehrheit der Befragten bescheinige dem Geschäftsbericht einen signifikanten Einfluss auf die Unternehmensreputation. „Damit zahlt er maßgeblich auf die Unternehmensmarke ein, was ihn sogar zum Mittel eines präventiven Krisenmanagements erhebt.“ Nicht zuletzt sei er eine geeignete und bewährte Maßnahme zur Personalrekrutierung.

Die Studie ist entstanden in Zusammenarbeit mit dem SDAX-Unternehmen Deutsche Beteiligungs AG und dem MDAX-Unternehmen Deutsche Euroshop AG. Schwerpunkt waren die Privataktionäre. Sie können hier „10 Thesen zur Wirkung des Geschäftsberichts” herunterladen.

(wirDesign/MM)

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