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EU-Parlament beschließt Schockbilder auf Zigarettenverpackungen

Hinweise, dass Rauchen gesundheitsgefährdend bis tödlich ist, bedecken derzeit 30 Prozent der Vorderseite und 40 Prozent der Rückseite einer Zigarettenpackung. Dies wird sich in zwei bis drei Jahren ändern, beschloss das EU-Parlament gestern. Schockbilder zum Beispiel von Raucherlungen und Krebserkrankungen plus Warnhinweise sollen künftig 65 Prozent der Verpackungsfläche bedecken. Der Markenverband sieht darin eklatante Eingriffe in die Rechte der betroffenen Markenhersteller.

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Für Europäer soll das Rauchen unattraktiver werden – durch Ekelbilder auf Zigarettenverpackungen. Am Dienstag stimmte das Parlament der Europäischen Union mit großer Mehrheit für diese strengeren Bestimmungen. Ihnen zufolge dürfen die Zigaretten auch bestimmte Aroma- und Zusatzstoffe wie Menthol oder Vanille nicht mehr enthalten. Bereits im Juni hatten die europäischen Staaten schärfere Regeln für die Vermarktung von Tabakprodukten verabredet. Nach der Parlamentsentscheidung werden nun dessen Unterhändler mit Vertretern der Mitgliedstaaten über Details verhandeln, die derzeit noch strittig sind. Innerhalb von zwei Jahren nach Verabschiedung der Richtlinie müssen die Regierungen sie in nationales Recht umwandeln.

Durch Tabakkonsum sterben in der EU schätzungsweise 700.000 Menschen pro Jahr. Mit den neuen gesetzlichen Regelungen sollen vor allem junge Menschen davon abgehalten werden, mit dem Rauchen anzufangen. Zahlreiche Experten halten den Beschluss für halbherzig und sprechen sich für eine massive Erhöhung der Tabaksteuer sowie ein striktes Rauchverbot in der Öffentlichkeit aus. Dies seien einer WHO-Studie zufolge effektivere Maßnahmen.

Markenverband beklagt Bevormundung der Verbraucher

Der Markenverband sieht in der geänderten Tabakrichtlinie einen neuen Weg der Verbraucherbevormundung durch das EU-Parlament und beklagt eklatante Eingriffe in die Rechte der betroffenen Markenhersteller. Auch wenn die vorab diskutierte Einheitsverpackung abgelehnt wurde, so führe der Beschluss der Parlamentarier zu nur noch extrem kleinen nutzbaren Flächen.

Hauptgeschäftsführer Christian Köhler erklärt: „Mit seiner Entscheidung für drastische Kommunikationseinschränkungen von Marken und der Bevormundung von Verbrauchern folgt das EU-Parlament einem vermeintlichem EU-Zeitgeist.“ Die Bürger in Europa wollten jedoch Eigenverantwortung und Eigenentscheidung. Der Markenverband warnt somit vor einer unkontrollierten Ausweitung der Bevormundung des Verbrauchers langfristig auch auf andere Sektoren und einer damit einhergehenden Schwächung der Wirtschaftskraft der Markenunternehmen und des europäischen Wirtschaftsraums. (asc)

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