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Es fließt wieder mehr Geld in die Werbung

Nach einer etwas geizigen ersten Jahreshälfte, haben die Unternehmen im dritten Quartal 2013 ihre Bruttowerbeausgaben wieder erhöht: Von Juli bis September liegen die Ausgaben bei 5,9 Milliarden Euro, das entspricht einer Steigerung von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Zu diesen Zahlen kommt eine aktuelle Erhebung von Nielsen, einem Anbieter von Informationen zum Medien- und Konsumverhalten von Verbrauchern. Insbesondere Finanzdienstleister und Arzneimittelhersteller treiben den Werbemarkt voran.

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Für die ersten neun Monate dieses Jahres ermittelt das Informations- und Medienunternehmen Nielsen eine Summe von 18,4 Milliarden Euro, die die Unternehmen in Werbung investierten. Das entspricht einem Zuwachs von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dass es insbesondere im dritten Quartal wieder bergauf geht mit den Werbeausgaben liegt zum einen am Automobilmarkt, der seinen Werbedruck für PKW-Werbung in den vergangenen drei Monaten um rund 1,2 Prozent erhöht hat. So hat beispielsweise der Hersteller Seat für den neuen Kompaktwagen Seat Leon gründlich die Werbetrommel gerührt. „Sollte sich dieser Trend in den nächsten Monaten zur Kehrtwende manifestieren, könnte den PKW-Herstellern zum Jahresende der Ausgleich der aktuell noch leicht negativen Gesamtbilanz gelingen“, prognostiziert Dirk Reinbothe, Director AIS Germany bei Nielsen. „Auf jeden Fall melden die Autobauer bereits jetzt mit einem Bruttowerbedruck in Höhe von 1,2 Milliarden Euro insgesamt Ansprüche auf den Thron der werbestärksten Branche in diesem Jahr an“, erklärt Reinbothe weiter.

Finanzdienstleistungen und Pharmaindustrie zeigen stärkstes Wachstum

Über alle drei Quartale positives Wachstum verzeichnen die Werbeausgaben für das Privatkundengeschäft im Bereich der Finanzdienstleistungen. Mit insgesamt 322 Millionen Euro und einem Plus von 25,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zeigt dieser Sektor das stärkste Wachstum unter den Top-Branchen. Beispiele sind hier die Kampagnen der Commerzbank und der Targobank, die insbesondere im dritten Quartal vermehrt um ihr Angebot warben. Ebenfalls steigende Ausgaben für Werbemaßnahmen lassen sich in der Pharmaindustrie beobachten. So wurde für rezeptfreie Arzneimittel ein Bruttowerbedruck von 560 Millionen Euro erzeugt. Mit einem Plus von 15,9 Prozent (kumuliert) gehört die Pharmaindustrie ebenfalls zu den großen Triebfedern des Werbemarkts. Und das gilt für fast alle der 10 erfolgreichsten Unternehmen der Branche, denn nahezu alle weisen zum Abschluss des dritten Quartals ein Wachstum im zweistelligen Bereich aus. Den höchsten prozentualen Zuwachs des Bruttowerbebudgets verzeichnet Ratiopharm.

Kinowerbung erfreut sich hoher Nachfrage

Die Erhebung von Nielsen untersucht zudem die Bruttowerbeausgaben nach Mediengattungen. So zeigt das Fernsehen in den sonst eher schwachen Sommermonaten in diesem Jahr teilweise zweistellige Zuwächse. Daraus ergibt sich ein kumuliertes Plus von 4, 7 Prozent und Bruttowerbeinnahmen von insgesamt rund 8 Milliarden Euro nach drei Quartalen. Noch mehr Aufschwung erlebt die Kino- und Out-of-Home-Werbung mit einem Plus von 11,2 und 10 Prozent und Einnahmen von rund 63 Millionen Euro und 1,1 Milliarden Euro in den vergangen Monaten dieses Jahres. Die Radiowerbung verzeichnet ebenso wie die TV-Werbung ein Zuwachs von 4,7 Prozent, die zu Einnahmen von insgesamt 1,1 Milliarden Euro führen. An erster Stelle der Bruttowerbeinnahmen steht weiterhin die Online-Werbung mit 2,1 Milliarden Euro (plus 2,2 Prozent).

Talfahrt der Publikumspresse abgebremst

Die erhobenen Bruttowerbedaten zeigen auch für die Publikumspresse eine positive Entwicklung: Die Abwärtstalfahrt der Werbeinnahmen in der ersten Jahreshälfte konnte durch ein Wachstum von 1,8 Prozent im dritten Quartal abgebremst werden. Entsprechend liegt das Minus der Publikumszeitschriften nun für die ersten neun Monate dieses Jahres nur noch bei 1,7 Prozent. Insgesamt belaufen sich die Werbeeinnahmen auf rund 2,5 Milliarden Euro. „Der Trend zu digitalen Werbeformaten ist ungebrochen. Dies sehen wir nicht zuletzt auch in unserer mobilen Werbestatistik, die für Januar bis September ein Wachstum von über 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet“, so Reinbothe. „Aus unseren Studien zum Werbemarkt wissen wir aber auch, dass die Werbung in den klassischen Medien, wie beispielsweise TV, Radio und besonders auch Print bei den Konsumenten großes Vertrauen genießt. Auf dieses positive Signal sollten Medienhäuser und Werbungtreibende aufbauen, während sie ebenso ihre Strategien in den digitalen Kommunikationskanälen weiterverfolgen“, rät Reinbothe.

(Nielsen/vl)

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