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Edeka setzt im Online-Handel auf Picnic

Edeka
Edeka will von den Erfolgen des Start-ups Picnic profitieren, dort aber nicht das Ruder übernehmen. © Edeka

Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka setzt im Online-Handel in Zukunft ganz auf das niederländische Start-up Picnic. Den von Kaiser's Tengelmann 2017 übernommenen Online-Händler Bringmeister hatte Edeka dagegen erst kürzlich verkauft.

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“Picnic wird der Online-Arm von Edeka werden”, sagte Edeka-Chef Markus Mosa am Montagabend in der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf.

Picnic ist in Deutschland bislang nur in Nordrhein-Westfalen präsent, hat dort aber im Corona-Jahr 2020 enorme Wachstumsraten erzielt und die Zahl seiner Kunden nach eigenen Angaben innerhalb von zwölf Monaten von 50.000 auf 200.000 erhöht. Das Unternehmen liefert mit einer Flotte von 400 selbst entwickelten Elektrofahrzeugen mittlerweile in 45 Städten des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Ware ins Haus. Bereits im nächsten Jahr könnte Picnic nach den Worten von Deutschland-Chef Frederic Knaudt auch in andere Bundesländer expandieren.

Online-Handel mit Lebensmitteln hat sich verdoppelt

Edeka-Chef Mosa betonte, der Online-Handel mit Lebensmitteln habe sich 2020 verdoppelt, und Edeka wolle hier nicht den Einstieg verpassen. Deshalb habe man sich bereits vor einiger Zeit zum Engagement bei Picnic entschlossen. Edeka sei überzeugt, dass das Konzept des Unternehmens am ehesten die Chance biete, im Online-Handel mit Lebensmittel Geld zu verdienen. Während die Kunden bei den meisten anderen Anbietern ein Zeitfenster für die Lieferung der Ware auswählen können, liefert Picnic die Produkte wie früher der Milchmann zu festgelegten Zeiten. So können die Zustellungen in einer Straße oder in einem Viertel gebündelt werden. Das garantiert eine bessere Auslastung der Fahrzeuge und niedrigere Kosten.

Edeka will von den Erfolgen des Start-ups Picnic profitieren, dort aber nicht das Ruder übernehmen. Mosa betonte: “Wir streben keine Mehrheit an dem Unternehmen an, keine Kontrolle.” Ein so komplexes Geschäft überlasse man am besten denen, die es könnten. “Kein stationärer Händler kann online am Ende besser sein als ein echter E-Commerce-Händler”, sagt Mosa.

Picnic hat eigene Einkaufsgesellschaft

Edeka ist sowohl an Picnic Deutschland, als auch an dem niederländischen Mutterkonzern Picnic International beteiligt. Der Handelsriese versorgt Picnic nicht nur in Deutschland mit Produkten, sondern übernimmt auch international mit der eigens gegründeten Einkaufsgesellschaft Everest eine wichtige Rolle in der Warenversorgung. Hier könnten sich für die Hamburger Genossenschaft durch die geplante internationale Expansion von Picnic zusätzliche Wachstumschancen ergeben.

Den von Kaiser’s Tengelmann 2017 übernommenen Online-Händler Bringmeister hatte Edeka dagegen erst kürzlich an die tschechische Investment-Gruppe Rockaway-Capital verkauft.

Corona beflügelt Lebensmittelhandel bei Edeka

Das klassische Kerngeschäft im Lebensmittelhandel läuft bei Edeka seit dem Ausbruch der Corona-Krise hervorragend. Insgesamt steigerte der Edeka-Verbund seine Umsätze im vergangenen Jahr um 9,5 Prozent auf 61 Milliarden Euro. Auch der Start ins Jahr 2021 verlief bislang besser als erwartet.

Dennoch dämpfte Mosa übertriebene Wachstumshoffnungen für das laufende Jahr. Er sagt: “Das Wachstum von 2020 lässt sich in diesem Jahr nicht wiederholen. Ich wäre sehr zufrieden, wenn es uns gelingt, die Umsätze von 2020 wieder zu erreichen.” Die Geschäftsentwicklung bis April übertreffe die Erwartungen. Aber wenn die Pandemie nachlasse und Reisen und Gastronomiebesuche wieder möglich wären, dann würden laut Mosa “die Umsätze auch wieder unter das von Corona geprägte Vorjahresniveau fallen”.

he/dpa

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