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E.on setzt “Ausrufezeichen”: neuer CEO und Digital-Vorständin

Teyssen
Die Ära von Johannes Teyssen als Vorstandsvorsitzender von E.on endet 2021. Zudem wird es künftig ein eigenes Vorstandsressort für Digitalisierung geben. © E.on

Seit zehn Jahren führt Johannes Teyssen E.on. In dieser Zeit hat er den Energiekonzern komplett umgekrempelt. 2021 ist für ihn Schluss. Zusammen mit seiner Nachfolge hat der Aufsichtsrat eine weitere Personalie geregelt: Im Vorstand wird künftig eine Ex-Microsoft-Managerin die Digitalisierung des Konzerns verantworten.

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Bei Deutschlands größtem Energiekonzern E.on endet die Ära von Vorstandschef Johannes Teyssen vorzeitig. Der 61-Jährige gibt den Chefposten zum 1. April kommenden Jahres an Leonhard Birnbaum ab. Das teilte E.on nach einem Beschluss des Aufsichtsrats mit.

Teyssens Vertrag als Vorstandsvorsitzender lief noch bis Ende 2021. Birnbaum (53) galt schon seit längerem als designierter Nachfolger Teyssens. Er ist seit 2013 Mitglied des E.on-Vorstands und hat zuletzt die Integration der früheren RWE-Tochter Innogy in den E.on-Konzern geleitet.

Innogy-Übernahme Schlusspunkt des Konzernumbaus

Die Innogy-Übernahme war der Schlusspunkt eines weitreichenden Konzernumbaus, den Teyssen nach seinem Amtsantritt 2010 gestartet hatte. E.on hatte auf die Liberalisierung der Strommärkte und die Energiewende lange Zeit keine Antwort gefunden. Wegen des wachsenden Anteils von Energie aus Wind und Sonne warf das klassische Stromgeschäft immer weniger Geld ab, viele Kraftwerke produzierten nur noch Verluste. “Wir waren lange eher die Skeptiker, die die Zukunft der erneuerbaren Energien in Zweifel gezogen haben”, räumte Teyssen später ein.

Ende 2014 kündigte Teyssen die Abspaltung der Energieerzeugung mit Gas, Kohle und Wasserkraft sowie des Energiehandels vom Mutterkonzern an. Unter dem Namen Uniper kam das einstige Herzstück von E.on an die Börse. Inzwischen wird Uniper vom finnischen Fortum-Konzern kontrolliert. Sobald das letzte E.on-Kernkraftwerk abgeschaltet ist, wird E.on selbst keinen Strom mehr produzieren.

Nach dem Deal mit dem alten Rivalen RWE konzentriert sich E.on auf die Energienetze und den Energieverkauf an Endkunden. RWE hat die erneuerbaren Energien von E.on und Innogy übernommen und ist mit 15 Prozent an E.on beteiligt. Teyssen habe E.on mit “Mut, Weitsicht und Entschlossenheit durch eine für den Energiesektor historische Phase mit tiefgreifenden Umwälzungen geführt”, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Ludwig Kley in einer Mitteilung.

Birnbaum und der Wandel der Strombranche

Teyssens designierter Nachfolger Leonhard Birnbaum hatte mehrere Jahre für RWE gearbeitet, wo er von 2008 bis 2013 dem Vorstand angehörte. An seiner Person lässt sich der Wandel in der deutschen Strombranche gut ablesen. So hielt er noch vor zehn Jahren nicht besonders viel von privaten Solaranlagen. “Die Solaranlage auf dem deutschen Reihenhaus-Dach ist energiewirtschaftlich in den meisten Fällen Unsinn”, sagte er 2010.

Leonhard Birnbaum wird neuer Vorstandsvorsitzender von E.on. (Foto: E.on)

Heute rechnet E.on vor, dass private Photovoltaik-Anlagen einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten und empfiehlt jedes neu gebaute Einfamilienhaus mit einer Solaranlage auszustatten.

Ossadnik wird Vorständin für Digitalisierung von E.on

Neu in den E.on-Vorstand kommt zum 1. April 2021 Victoria Ossadnik. Sie ist derzeit Vorsitzende der Geschäftsführung der E.on Energie Deutschland. Ossadnik wird im Vorstand für die Digitalisierung des Konzerns verantwortlich sein. Bei E.on gehört bislang keine Frau dem Vorstand an.

Ossadnik ist seit April 2018 im E.on-Konzern tätig. Zuvor arbeitete sie sieben Jahre bei Microsoft und leitete hier zuletzt die weltweite Enterprise Service Data- und Artificial Intelligence-Organisation des Konzerns.

Victoria Ossadnik treibt künftig als Vorständin die Digitalisierung voran. (Foto: E.on)

“Mit Victoria Ossadnik hat Leonhard Birnbaum für sein künftiges Vorstandsteam eine international ausgewiesene Digitalisierungs-Expertin gewinnen können, die in ihrer bisherigen Rolle als Verantwortliche für das deutsche Vertriebsgeschäft auch unter Beweis gestellt hat, dass sie eine große Organisation durch grundlegende, technologiegetriebene Veränderungen führen kann”, sagt Aufsichtsratschef Kley. Mit einem eigenen Ressort für Digitalisierung auf Vorstandsebene setze E.on laut Kley “inhaltlich ein Ausrufezeichen” und unterstreiche damit “die aus unserer Sicht elementare Bedeutung von digitaler Technologie und Innovation bei der weiteren Transformation der gesamten Energiewirtschaft und des E.on-Konzerns”.

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