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Diversity-Studie: In Agenturen “tut sich noch nicht genug”

Nur 18 Prozent der obersten Führungskräfte in deutschen Agenturen sind Frauen. © GWA

Der Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA) hat die Ergebnisse einer Studie zum Thema Diversity in der Agenturlandschaft veröffentlicht. Manche Entwicklungen hin zu mehr Diversität stimmen hoffnungsvoll. Doch es gibt für die Agenturen auch noch eine Menge zu tun.

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Laut der “GWA Diversity Studie”, für die knapp 2000 anonymisierte Personaldaten von Agenturmitarbeitern ausgewertet wurden, arbeiten in der deutschen Agenturbelegschaft nach wie vor etwa 60 Prozent Frauen. Der Frauenüberhang zeige sich laut Branchenverband bei allen Agenturtypen und fast allen Arbeitsbereichen.

Lediglich im Technologie-Bereich arbeiten mehr Männer als Frauen, während in der Kreation und bei Data & Insights der Männeranteil mit 47 beziehungsweise 42 Prozent ebenfalls vergleichsweise hoch ist.

Nur knapp jede Fünfte Agentur hat eine Geschäftsführerin

Deutliche Unterschiede gibt es jedoch zwischen den Führungsebenen:

  • Nur 18 Prozent der obersten Führungskräfte und gut die Hälfte (51 Prozent) der zweiten Führungsebene wie Management-Supervisor oder Gruppenleitung sind Frauen.
  • Auf Director-Level liegt der Frauenanteil bei 48 Prozent, auf Senior-, Mid- und Junior-Level deutlich über 60 Prozent.

Immerhin seien in den vergangenen Jahren vor allem im mittleren Management mehr Frauen in Führungspositionen befördert worden, was laut GWA der Vergleich mit der “GWA Human Resources Management”-Studie aus dem Jahr 2017 zeigt.

Die aktuelle Diversity-Studie des Branchenverbands brachte weiterhin zutage, dass das Geschlechterverhältnis der Mitarbeitenden sich kaum zwischen Network- und inhabergeführten Agenturen unterscheidet.

Teilweise deutliche Unterschiede bei Entlohnung

Auch bei der Entlohnung gibt es teilweise deutliche Unterschiede. Über alle Positionen hinweg liegt der “Gender Pay Gap” bei 6,5 Prozent. In Führungspositionen sind die Gehaltsunterschiede am größten: Auf dem C-Level verdienen Männer durchschnittlich 4000 Euro und im mittleren Management sogar 10.000 Euro pro Jahr mehr als ihre Amts-Kolleginnen.

Dabei haben Männer fast aller Arbeitsbereiche Gehaltsvorteile und werden vor allem in Jobs in Data & Insights, Technology und Kreation deutlich besser bezahlt. Lediglich in der Strategie liegen Frauen bei den Gehältern etwas vorn.

92 Prozent haben deutschen Pass

Die GWA-Studie hat sich neben der Geschlechterverteilung auch weiteren Diversity-Themen gewidmet. Ein Auszug:

  • Mit 92 Prozent hat die große Mehrheit der Agenturbelegschaft einen deutschen Pass.
  • Gut fünf Prozent kommt aus anderen EU-Ländern und knapp drei Prozent aus anderen Regionen.
  • Knapp die Hälfte der Agentur-Angestellten ist unter 35 Jahre alt, lediglich sieben Prozent 55 Jahre und älter.
  • In den Geschäftsführungen sind 35 Prozent jünger als 45 Jahre, auf der zweiten Führungsebene sogar 56 Prozent.

Teilzeit-Anteil bei Männern deutlich geringer

Darüber hinaus kam die GWA-Studie zu dem Ergebnis, dass fast ein Viertel der Agenturmitarbeiter in Teilzeit arbeitet – 30 Prozent der Frauen und 13 Prozent der Männer.

Während der Anteil an Teilzeitbeschäftigungen bei Frauen ab 35 Jahren auf über der Hälfte ansteigt, erhöht sich dieser bei Männern dieser Altersgruppe nur leicht auf 17 Prozent. Teilzeitmodelle werden in Agenturen auch in der Führung praktiziert. So arbeiten 15 Prozent der Geschäftsführer und 47 Prozent der weiblichen Führungskräfte der zweiten Ebene nicht voll. Bei männlichen Managern ist der Teilzeit-Anteil bei sieben beziehungsweise zehn Prozent deutlich niedriger.

GWA glaubt an “wirtschaftliche Bedeutung von mehr Vielfalt

“Es tut sich was, wenn auch noch nicht genug. Dank der Studie können wir die Veränderungen genau messen und auch sehen, wo wir mit unserer Arbeit im GWA ansetzen”, sagt GWA-Vizepräsidentin Larissa Pohl, die beim Branchenverband für das Diversity-Ressort zuständig ist.

Die Chefin von Wunderman Thompson Germany glaubt zudem “an die wirtschaftliche Bedeutung von mehr Vielfalt” und will im GWA “unsere Mitglieder mit Trainings, Foren und konkreten Maßnahmen” unterstützen.

absatzwirtschaft+

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Kommentare

  1. Warum lassen Sie nicht volljährige Menschen (m/w/d) selbständig
    vor Ort entscheiden?

    Warum will man eine Meinung als Fremdbestimmung hier als
    “die einzig Richtige” über die Selbstbestimmung stellen?

    Für unser demokratisches Miteinander haben wir uns entsprechende
    Gesetze gegeben.

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