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Diversity im Dax: Vorstände auf dem Weg zu mehr Vielfalt

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2021 war nur jeder vierte Neuling im Vorstand eine Frau. Insgesamt sind derzeit 16 Frauen in den Dax-Vorstandsgremien. © Unsplash/Sharon Mccutcheon

Die Personalberatung Odgers Berndtson hat in ihrem neuen Dax-Vorstandsreport die Profile der 191 Vorstandsmitglieder in den 30 größten börsennotierten Unternehmen analysiert. Industriezweige wie die Energie- oder Technologiewirtschaft machen Hoffnung auf dem Weg zu mehr Vielfalt.

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Auf den ersten Blick herrscht in Dax-Konzernen auf Vorstandsebene weiterhin Kontinuität:

Das Durchschnittsalter der Dax-Vorstände hat sich seit 2005 kaum verändert und ist mit knapp 54 Jahren 2021 sogar leicht angestiegen. Das können auch die jungen Vorstandsvorsitzenden wie SAP-CEO Christan Klein oder Niklas Österberg, Chef von Dax-Neuling Delivery Hero, mit ihren 40 Jahren nicht ändern.

Eine Verjüngung ist laut Odgers Berndtson nicht zu erkennen. Vielmehr steige das Durchschnittsalter der Vorstände bei ihrer Berufung seit 2014 sogar kontinuierlich an und liegt aktuell bei knapp 49 Jahren. “In Krisenzeiten ist Kontinuität im Vorstand durchaus positiv zu bewerten. Gleichwohl stellt sich die Frage, ob die Art der Führung auch künftig die Richtige sein wird. Denn nach der Pandemie wird es kein Zurück zu alten Strukturen und Verhaltensmustern geben”, sagt Katja Hanns-Terrill, Geschäftsführerin und Partnerin bei Odgers Berndtson. 

Mehr Diversität durch Frauenquote?

Mehr Diversität erwartet sich die Politik durch die im Juni von der Bundesregierung verabschiedete Quotenregelung auf Vorstandsebene für große Unternehmen, die börsennotiert und paritätisch mitbestimmt sind. Die Realität zeige jedoch, “dass eine echte Vielfalt nicht allein qua Gesetz umgesetzt werden kann”, urteilt Odgers Berndtson.

Zwar steigt der Anteil der Frauen im Vorstand bereits. 2021 war aber nur jeder vierte Neuling im Vorstand eine Frau. Insgesamt sind derzeit 16 Frauen in den Dax-Vorstandsgremien. “Von den Frauen wird sich im Besonderen ein Kulturwandel erhofft, den sie in einer seit Jahren von Männern geprägten Betriebskultur gestalten sollen”, sagt Personalberaterin Hanns-Terrill.

Merck stellt die einzige CEO im Dax

Mit Belén Garijo López vom Pharma- und Chemiekonzern Merck besetzt nur eine Frau die CEO-Position. Das Personalressort ist dagegen fest in weiblicher Hand. Zwei Drittel der aktuellen Positionen im HR-Bereich sind mit Frauen besetzt. “Die neue Frauenquote in Vorständen kann nach unserer Analyse tatsächlich mehr Diversität bringen”, sagt Hanns-Terrill.

“Von den Frauen wird sich im Besonderen ein Kulturwandel erhofft, den sie in einer seit Jahren von Männern geprägten Betriebskultur gestalten sollen”, sagt Personalberaterin Katja Hanns-Terrill. (Foto: Odgers Berndtson)

Mehr als die Hälfte der Frauen in den Vorständen hat darüber hinaus ausländische Wurzeln. Zudem sind sie verglichen mit ihren männlichen Kollegen deutlich kürzer im Unternehmen, bevor sie in den Vorstand berufen werden. Nur 30 Prozent haben die längste Zeit ihrer beruflichen Karriere in dem Unternehmen verbraucht, in dessen Vorstand sie berufen wurden. Die durchschnittliche “Eigengewächs”-Quote unter allen Vorstandsmitgliedern im Dax ist etwa doppelt so hoch. 

Anteil der Doktoren unter Vorständen rückläufig

Bei der Ausbildung und dem beruflichen Werdegang unterscheiden sich die Geschlechter weniger. Beide streben immer öfter einen MBA-Abschluss an. 2021 lag der Anteil der MBA-Absolventen bereits bei rund 20 Prozent. Darunter waren mehr als ein Drittel Frauen. Der Anteil der Doktoren unter den Vorständen ist weiter rückläufig. Seit 2005 ist er um mehr als die Hälfte gesunken. 2021 haben nur noch 29 Prozent promoviert.

Bei den Dax-Neulingen herrscht sogar Parität zwischen Doktoren und MBA-Absolventen. Bei den neuen Vorständen im Dax zeigt sich ein weiterer Trend. Erstmals wurden mehr Vorstände von außen angeworben als intern befördert.

Energie- und Technologiebranche machen Hoffnung

Bei einer Branche sieht dies noch anders aus: Der Automobilsektor zählt für Odgers Berndtson zu den “Oldtimern bezogen auf die Vorstandsprofile”. Mit durchschnittlich 56 Jahren sind die Vorstände die ältesten.

Industriezweige wie der Energiesektor oder die Technologiebranche haben derweil in den vergangenen Jahren nicht nur einen strukturellen Wandel erlebt, sondern auch eine Verjüngung auf höchster Personalebene. Mit durchschnittlich 51 und 52 Jahren liegen sie unter dem Mittelwert aller Dax-Unternehmen.

Mit dem technologischen Wandel scheint auch ein kultureller Wandel einherzugehen. Am Beispiel der Energie- und Technologiebranche zeigt sich, dass in diesen Sektoren die Frauenquote auf Vorstandsebene bereits überdurchschnittlich bei 25 beziehungsweise 26 Prozent liegt.

Der komplette Dax-Vorstandsreport mit Profilen von Dax-Vorständen von 2005 bis 2021 steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

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