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Die Zukunft der Branche, Teil 2: “Der Digitalhändler”

Rose Bikes
Tim Böker, Leitung Retail-Marketing und Expansion, Rose Bikes © Rose Bikes

Das Marketing verändert sich, teilweise rasant und tief greifend. Und der Nachwuchs? Die absatzwirtschaft porträtiert* Marketingmenschen im Alter bis Mitte 30 und beschreibt, wie die neue Generation tickt, was junge Top-Leute auszeichnet, welche Aufgaben sie übernehmen und wie sie ihre Karriere planen. Heute: Tim Böker von Rose Bikes

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Tim Böker – “Der Digitalhändler: Mobilität neu denken”

Der Markt für Fahrräder in all seinen Varianten ist gewaltig gewachsen – und Tim Böker befindet sich mittendrin. Bei Rose Bikes, das über 300 Mitarbeiter beschäftigt und im Jahr 85 Millionen Euro erlöst, ist er für Handelsmarketing und Expansion zuständig. Das Besondere daran: Böker ist Mitgründer der Digitalagentur Kommerz, die von Rose Bikes im Frühjahr übernommen wurde. Ein strategisch wohldurchdachter Schritt, denn schon 2018 erwirtschaftete das Bocholter Familienunternehmen rund 80 Prozent seines Umsatzes über Online-Kanäle und stärkt somit seine Kompetenz in E-Commerce, Omnichannel und User Experience.

Neben der Schlüsselposition im Management von Rose Bikes bleibt Böker weiterhin Unternehmer und fungiert als Geschäftsführer von Rose Digital, wie die Agentur Kommerz inzwischen heißt. “Das Potenzial, das beide Firmen im Zusammenschluss entfesseln konnten, war und ist enorm. Auf diese Teamleistung bin ich sehr stolz”, betont Tim Böker. Der heute 31-Jährige gründete bereits 2010 während seines Studiums zum Kommunikationsdesigner die auf Markendesign fokussierte Agentur Neoplan, ehe er den Schwerpunkt auf das Design von Online-Shops verlagerte.

Böker ist – im Wortsinne – unternehmungslustig und ehrgeizig, ein Antreiber mit ausgeprägter digitaler Ader. Dazu passt, dass er in Fachmedien zahlreiche Kolumnen und Gastbeiträge veröffentlicht, zudem Herausgeber und Co-Autor des Fachbuchs “750 Impulse für Online-Shops” ist. “Ich möchte eine tragende Rolle in der stetigen Digitalisierung des Handels spielen”, sagt Böker. “Mir ist wichtig, unternehmerische Verantwortung zu übernehmen und Geschäftsmodelle zu entwickeln, die dazu beitragen, unsere Welt nachhaltig zu gestalten.” Für die Zukunft werde man Mobilität ganz neu denken müssen – und das Fahrrad dabei eine wesentliche Rolle spielen.

Rose Bikes ist Spezialist für individuell nach Kundenwünschen gebaute Fahrräder, die am Hauptsitz in Bocholt von Hand montiert und europaweit ausgeliefert werden. Im Online-Shop ebenso wie in den Läden in Bocholt und München lassen sich die Räder mithilfe des digitalen Bike-Konfigurators einfach zusammenstellen. “Die Stores sind ein wichtiges Element für die Stärkung der Marke und für das Performance-Marketing im E-Business”, sagt Böker. In Bocholt habe Rose Bikes bereits einen Meilenstein geschaffen und sei zur ersten Anlaufstelle für Fahrräder, Teile, Zubehör und Bekleidung in einem Einzugsgebiet von bis zu 300 Kilometern geworden. “Wir sehen auch in anderen Regionen Deutschlands und Europas noch riesiges Potenzial”, sagt Böker. “Es gibt heute wenige bekannte stationäre Retail-Modelle, die den Kunden so in den Mittelpunkt stellen, wie es digitale Geschäftsmodelle schaffen.”

Aktuell treibt er die Expansion von Rose Bikes im stationären Handel voran. Eine persönliche Erkenntnis aus den vergangenen Jahren könnte ihm dabei nützen: “Es ist wichtig, Freiräume im Denken zu schaffen und sich Zeit für Inspiration, Reflexion und Austausch mit anderen zu nehmen.”

Fragebogen an Tim Böker, Leitung Retail-Marketing und Expansion, Rose Bikes

Lieblingsmarke? IBM, weil die Marke es über Jahrzehnte geschafft hat, sich im technologischen Wandel zu behaupten und immer wieder neu zu positionieren: von der Schreibmaschine zum Anbieter für Lösungen mit künstlicher Intelligenz.

Tollste Werbung? „Brille: Fielmann“ – keep it short and simple. Das beschreibt perfekt, wie diese Werbung sich seit Jahrzehnten in den Köpfen verankert.

Vorbild? Meine engsten Kollegen: Sara Volkmer, weil ich niemanden anderen kenne, der so für den Job im E-Business und alles Digitale brennt. Sebastian Bomm, weil ich niemanden kenne, der so ein krasses Allroundtalent ist – Design, Tech, Marketing, Betriebswirtschaft. Marcus Diekmann, weil ich niemanden kenne, der seine Kollegen so motivieren und inspirieren kann.

Bester Rat? Ex-Arvato-Chef Rainer Gerdes hat mir mal gesagt, Dienstleister kommt von „dienen“ und „leisten“. Wir als Handelsmarke müssen genau das für unsere Kunden sein.

Was treibt Sie an? Den Handel der Zukunft aktiv mitzugestalten und Einkaufserlebnisse zu schaffen, die den Kunden maximal in den Fokus stellen.


Weitere Talente aus der Serie “Die Zukunft der Branche” im Porträt:


*Die Auswahl beruht auf Empfehlungen aus der Branche und auf Recherchen der absatzwirtschaft-Redaktion. Das gute Dutzend aufstrebender Top-Leute im Marketing, das wir in dieser Serie vorstellen, stellt einen bunten Querschnitt aus verschiedenen Branchen und Firmengrößen dar.

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