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Die Pläne von Toyota für die Mobilität der Zukunft

Kinto
Toyota-Marke Kinto: Bald auch in Deutschland? © Toyota

Alle Autohersteller schaffen gerade eine Infrastruktur für neue Vertriebs- und Service-Modelle. Die Angebote werden sich ähneln. Wie wollen sich die Marken dennoch unterscheiden? Tom Fux, CEO von Toyota Fleet Mobility, liefert Antworten.

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Herr Fux, Sie haben im September Kinto in Frankreich gestartet. Was ist der Zweck dieser Gründung?

TOM FUX: Kinto ist die globale Mobilitätsmarke von Toyota. Wir werden einige Produkte unter diesem Dach vereinen. In Frankreich sind wir mit Kinto One gestartet. Das ist nur ein Basisprodukt, nämlich eine Langzeitmiete, die alle Services enthält. Aber Kinto One ist nur der erste Schritt. Es gibt zwei Enabler für New Mobility, nämlich den digitalen und den, der sich um das Fahrzeug kümmert. Und der erste Schritt jetzt ist der Fahrzeug-Enabler. Unsere Schwesterfirma Toyota Connected baut gerade den digitalen Enabler. Wenn wir so weit sind, können wir aus diesen beiden Säulen ein marken-agnostisches Mobilitäts-Ökosystem erzeugen.

Wenn Sie marken-agnostisch werden, verkaufen Sie weniger Autos.

Natürlich gibt es das Risiko, weniger Autos zu verkaufen. Aber das wird sowieso passieren. Wir müssen uns nach dem Kunden ausrichten. Bei Autos will der Kunde möglichweise andere Fahrzeuge. Aber wenn wir seine echten Bedürfnisse anschauen, dann wird es vermehrt auch gar kein Auto sein. Das kann ein Scooter sein, ein Fahrrad, ein Zug, ein Taxi. Wenn wir wirklich Mobilität anbieten wollen, können wir das nicht mit Toyota-Fahrzeugen allein leisten. Deshalb müssen wir uns öffnen und bereit sein, mit anderen Marken und anderen Genres der Mobilität zusammenarbeiten.

Tom Fux, CEO Toyota Fleet Mobility

Wie will man sich dann noch unterscheiden?

Wenn wir 100 Jahre Automobil zurückgehen, dann sieht man, dass alle vier Räder haben und ein Lenkrad. Und dennoch hat sich eine sehr differenzierte Markenlandschaft entwickelt. Wir wollen eine perfekte Verbindung zwischen den Produkten und der Idee von Mobilität schaffen. Schauen Sie das Angebot an, das wir für die Olympischen Spiele angekündigt haben. Das sind sehr einzigartige Produkte, wie zum Beispiel die e-Palette. Ein solches Fahrzeug wird sich natürlich tief in unser Ökosystem integrieren, in unsere Technologie, unsere App. Da gibt es noch genug Raum, sich vom Wettbewerb zu unterscheiden. Wir glauben nicht, dass das Fahrzeug zur Commodity wird.

Aber die Situation ist auch, dass Ihr Marktanteil in Deutschland nicht berauschend ist.

In Deutschland stimmt das, weltweit natürlich nicht. Früher hatten wir Qualität als USP in den Mittelpunkt gestellt und das ist der gleiche USP, den alle deutschen Marken haben. Aber wir haben den festen Glauben daran, dass unsere Ausrichtung in Sachen Nachhaltigkeit der richtige Weg ist.

Genügt das, um in fünf Jahren als ein besonders attraktiver Player im Bereich Universal Mobility wahrgenommen zu werden?

In fünf Jahren wird sich noch nicht viel geändert haben. Es wird mehr Optionen geben, aber die meisten bevorzugen das eigene Auto. Die gravierenden Veränderungen werden zwischen 2025 und 2030 eintreten und wenn das vollautonom fahrende Auto auf die Straße kommt. Schauen wir auf 2025. Wir sind jetzt schon der Hersteller mit dem geringsten CO2-Ausstoß in Europa. 2025 wird jedes Produkt, das wir in Europa anbieten, elektrisch sein, entweder Batterie-elektrisch, hybrid oder mit Brennstoffzelle. Wir sind also bereit für die Kunden, die ein nachhaltigeres Auto haben wollen. Die erweiterte Mobilität kommt auf den Plan, wird aber noch nicht die ganz großen Veränderungen auslösen.

Einige Start-ups eröffnen einen neuen Zugang zu Mehrmarken-Flotten mit Abo-Modellen. Sind das Kunden oder Wettbewerber?

Der Kunde wird solche Anbieter nutzen, aber er wird sich auch bei Abo-Anbietern das Fahrzeug aussuchen, das ihm am besten gefällt. Die Zukunft liegt in „Coopetition“. Wir sind uns bewusst, dass mehr Wettbewerber den Markt betreten werden. Aber wenn wir nicht mehr von der Monetarisierung des Fahrzeugs sprechen sondern von der Monetarisierung der gefahrenen Kilometer, dann wird der Kuchen auch deutlich größer.

Ist Kinto One auch eine Option für den deutschen Markt?

 Ja. Wir wissen noch nicht genau wann, aber der deutsche Markt ist definitiv reif für dieses Angebot.

Mehr über Mobilitätskonzepte der Zukunft lesen Sie in der Anfang Oktober erscheinenden Print-Ausgabe der absatzwirtschaft, die Sie hier bestellen können.

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