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Eon-Marketingchef über Karriere: “Geplant war das nicht”

Axel Löber (42) ist seit Januar 2019 Senior Vice President Global Brand & Marketing bei Eon. Studiert hat er Literatur, Politik und Psychologie. © Eon

Kein Talent mehr, sondern ein gestandener Marketer ist Axel Löber. Er hat es vom Geisteswissenschaftler zum Marketingchef des Energiekonzerns Eon gebracht. Was ein Abendessen mit seinem Chef damit zu tun hat, wie wichtig gutes Handwerk ist und was er jungen Leuten rät, verrät er im Interview.

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Herr Löber, Sie haben Literatur, Politik und Psychologie studiert. Wie sind Sie damit im Marketing gelandet?

AXEL LÖBER: Eigentlich qualifiziert diese Kombination direkt für einen Einstieg als Taxifahrer*in, aber dazu hat mein Orientierungssinn nicht gereicht. Im Ernst: Die Fächer haben mich einfach interessiert, ich habe sogar kurz über eine akademische Laufbahn nachgedacht, allerdings durch Praktika gemerkt, dass ich gerne konkreter, praxisnäher arbeite.

Heute sind Sie, mit Anfang 40, Marketingchef bei Eon. Wie ging’s los?

Geplant war das nicht. Ich habe nach dem Studium bei einer kleinen PR-Agentur angefangen und dort Pressemitteilungen und Texte für Geschäftsberichte geschrieben sowie für unsere Mandant*innen Gespräche mit Journalisten vorbereitet. Sprich: die Basics gelernt. Das halte ich für elementar wichtig.

Das allein hat Sie aber nicht schon zum Top-Marketing-Manager befähigt.

Der Weg zu meinem heutigen Job hat sich anders ergeben. Ich wechselte nach zwei Jahren zur Kommunikationsberatung Hering Schuppener. Nach einer Weile merkte ich, dass mir was fehlt: die Sicht und das Wissen eines Unternehmens. Das braucht es, um so manche Entscheidungen besser verstehen zu können.

Ihre bisher längste berufliche Station haben Sie bei Merck verbracht. Wie hat Sie diese Zeit geprägt?

Dort habe ich mir den eigentlichen Zugang zum Thema Marke erschlossen. Ich war zunächst für die Kommunikation des Vorsitzenden der Geschäftsführung zuständig, habe Reden geschrieben und Präsentationen vorbereitet. Ich weiß noch genau, wie wir in Darmstadt beim Italiener zu Abend aßen und er sagte: “Herr Löber, wir müssen mal was mit der Marke machen.” Damit begann eine radikale Repositionierung der Marke, die im Unternehmen und auch darüber hinaus hohe Wellen geschlagen hat.

Und was hat Sie als Geisteswissenschaftler dazu prädestiniert, diesen Prozess entscheidend mitzugestalten?

Ich hatte aus der PR in Agenturen und Unternehmen schon einige Jahre Erfahrung mit Kommunikationsstrategie, die nicht weit entfernt ist von Markenarbeit. Und verkennen Sie nicht die Qualitäten der Geisteswissenschaften: Die Denkmuster, etwa bei Gedichtanalysen oder bei der Bewertung kultureller Kontexte, sind dafür sehr hilfreich. Am Ende zeichnet sich jede gute Marke dadurch aus, dass sie eine ganz eigene, überzeugende Geschichte erzählt.

Wie haben Sie persönlich das nötige Marketingwissen erworben?

Drei Dinge haben sich besonders ausgezahlt. Erstens: viel lesen. Vom Marketinglehrbuch bis zu Twitter, um – auch international – up to date zu sein. Zweitens: Training on the job. Marketing ist ein komplexes Thema, deshalb bin ich ständig im Dialog mit unseren Leuten in Design, Marktforschung, Customer Experience. Drittens: Austausch mit Praktiker*innen und Expert*innen aus anderen Firmen, Agenturen, Consulting.

Sie haben es in jungen Jahren weit gebracht. Worauf kommt es an?

Ich hatte das Glück, hervorragende und sehr motivierende Vorgesetzte zu haben. Ihre Aufgaben waren anspruchsvoll, aber haben mich gefordert und geprägt. Ich erinnere mich gut an einen Vorstand, der mir mit auf den Weg gegeben hat: Versuchen Sie, das große Bild zu erkennen. Seien Sie gut in der Umsetzung. Und: Ihr Team und Sie sollten gerne miteinander arbeiten.

Worauf achten Sie bei jungen Mitarbeiter*innen?

Ob sie als Person wissbegierig und offen für Neues sind. Dass sie nicht zu eng denken. Und sie müssen bereit sein, das Handwerkszeug zu lernen.

Eon ist ein internationales Unternehmen. Wie wichtig sind diverse Teams?

Ich lege großen Wert darauf. Wir stehen heute vor so komplexen Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Da braucht es Teams, die unterschiedlich geprägt und zu kreativen Debatten in der Lage sind.

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