Coronavirus: Was CMOs und Firmen jetzt tun können

Die Auswirkungen des Coronavirus auf die Marketing- und Kommunikationsbranche stellen CMOs vor große Herausforderungen – und auch mittelständische Unternehmen müssen sich im Zuge der Pandemie strukturieren. Aktuelle Reports und Checklisten können Verantwortlichen dabei helfen, nun durch die Krise zu navigieren.
Coronavirus
Entscheidungen in Zeiten des Coronavirus: Kurzfristige Sicherungsmaßnahmen und planvolles Handeln sind gefragt. (© Unsplash)

Der aktuelle Report „Responding To Coronavirus: A Playbook For Marketing And Communications“ soll Marketingprofis dabei helfen, strategisch durch die Corona-Krise zu kommen. Darin erklärt Forrester-Marketinganalystin Julie Ogilvie, wie Marketing- und Kommunikationsabteilungen jetzt einen aktiven „Response plan“ entwickeln und umsetzen können. Dabei stehen vor allem sieben Punkte im Fokus:

  1. Aufbau einer internen Taskforce
  2. Aufgaben-Priorisierung nach Dringlichkeiten
  3. Prozesse („protocol“) für Reaktion auf unerwartete Situationen
  4. Aufbau einer Kommunikationsmaschine
  5. Kommunikationsstrategie für Zielgruppen
  6. Offen Kommunikation mit Mitarbeitern
  7. Feedback-Messung

Den gesamten Report von Forrester Research können Sie hier herunterladen.

Podcast mit Florian Heinemann: „In der Krise werden Marktanteile verschoben“

Wie Unternehmen durch das „schwierige Corona-Fahrwasser steuern“ können, darüber haben sich auch Florian Heinemann (General Partner beim Berliner Frühphasen-Investor Project A und unter anderem Beirat von About You) und Erik Siekmann (Gründer Digital Forward und zuvor unter anderem von 2005 bis 2010 Vorstand von Blume 2000 New Media) Gedanken gemacht.

Im Detail beleuchten die beiden Experten für die Marketingbranche, welche Taktiken für Start-Ups und Grown-Ups sich in vergangenen Krisen bewährt haben, welche Chancen sich aus der plötzlichen Veränderung der Gemengelage ergeben können und wer in der Vergangenheit profitieren können.

Jetzt reinhören:

Coronavirus: Checkliste für Firmen

Auch der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) und seine Experten aus dem BDU-Fachverband Sanierungs- und Insolvenzberatung haben eine Notfall-Checkliste für Firmen und Organisationen in der Corona-Krise erarbeitet.

Wichtig sei es demnach, in den kommenden Wochen und Monaten planvoll zu handeln. Ein Grobkonzept könne dabei helfen, mögliche Entwicklungsverläufe – gegebenenfalls in Szenarien – abzubilden. Dabei sollten sowohl kurzfristige Sicherungsmaßnahmen als auch die mittelfristige Entwicklung beachtet werden.

Im Kern geht es für Unternehmen und deren Geschäftsführer und Führungskräfte darum, besonders sechs Handlungsebenen in den Fokus zu rücken:

1. Liquidität: Prüfen Sie ihre finanzielle Situation vollständig und ehrlich. Streichen Sie alle nicht notwendigen Ausgaben und Investitionen. Verhandeln Sie mit Lieferanten über längere Zahlungsziele.

2. Kundenmanagement: Gehen Sie aktiv auf Ihre Kunden zu und suchen Sie gemeinsam mit ihnen nach bestmöglichen Lösungen in der Krisensituation. Dazu kann zum Beispiel gehören, Auftragsgrößen, Liefertermine und Konditionen nach zu verhandeln.

3. Lieferketten: Prüfen Sie Ihre Lieferketten und suchen Sie jetzt gezielt – beispielsweise Europa statt Asien – nach Alternativen. Schulen Sie Ihr Einkaufspersonal.

4. Kapazitäten: Analysieren Sie kritisch, ob und in welchem Umfang Sie Kapazitäten herunterfahren können. Überlegenswert: Schichten reduzieren oder 2-3-Tagewoche vorübergehend einführen.

5. Mitarbeiter: Passen Sie Ihre Personalplanungen an und finden Sie situationsgerechte Lösungen für den Mitarbeiter-Einsatz. Die Bandbreite ist groß und reicht von Homeoffice-Regelungen über die Nutzung von Arbeitszeitkonten bis zur Kurzarbeit.

6. Kredite: Organisieren Sie notwendigen Kredite, um den Unternehmensfortbestand zu sichern. Die Liquiditätshilfen des Bundes sollten schnell in Anspruch genommen werden. Und: Mit der Hausbank aktiv das Gespräch suchen und Factoring-Lösungen andenken.

Die vollständige Checkliste „Was Unternehmen angesichts der Corona-Krise jetzt tun sollten“ steht hier zum Download bereit.

(he, Jahrgang 1987) – Waschechter Insulaner, seit 2007 Wahl-Hamburger. Studierte Medien- und Kommunikationswissenschaften und pendelte zehn Jahre als Redakteur zwischen Formel-1-Rennstrecke und Vierschanzentournee. Passion: Sportbusiness. Mit nachhaltiger Leidenschaft rund um die Kreislaufwirtschaft und ohne Scheuklappen: Print, live, digital.