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Corona: Turbobeschleuniger für Strukturwandel im Sportgeschäft

Sportfachhandel
Sportfachhandel in der Corona-Krise: Online-Anteil verdoppelt sich von rund 25 auf etwa 50 Prozent. © Imago

Im traditionellen Sportgeschäft gibt es ein bisschen von allem: Bikini, Jogginghose, Skistiefel. Schon vor Corona liefen die Kunden in Scharen zur Online-Konkurrenz – und das hat sich jetzt massiv beschleunigt.

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Die Corona-Epidemie hat die langjährige Krise des traditionellen Sportgeschäfts schlagartig verschärft: Der Online-Anteil im Sporthandel hat sich innerhalb weniger Monate fast verdoppelt. Die Epidemie wirke wie ein Turbobeschleuniger, sagte Stefan Herzog, Generalsekretär des Verbands Deutscher Sportfachhandel, der Deutschen Presse-Agentur. “Vorher hatten wir einen Online-Anteil von etwa 25 bis 30 Prozent. Dieser hat sich auf etwa 50 Prozent erhöht.”

Ein Teil dieses Corona-Effekts wird nach Herzogs Einschätzung von Dauer sein: “Wir denken, dass es eine substanziell nachhaltige Verschiebung im zweistelligen Prozentbereich geben wird”, sagte der Manager, der seit Juni auch Präsident des europäischen Sporthandelsverbands Fedas ist. “Es gibt viele Kunden, die während der Krise erstmals online bestellt haben und nun auf den Geschmack gekommen sind. Die Händler, die sich nicht digital aufgestellt haben, sind auf der Verliererseite.”

Sportfachhandel leidet während Corona nicht so sehr wie die Modebranche

Der Sport habe im Handel aber nicht so stark gelitten wie etwa die Modebranche, sagte Herzog. “Es gab während der Hochphase des Lockdowns sogar einige Segmente, die richtig gut gelaufen sind: Laufen, Fitness Indoor. Das Fahrrad erlebt einen Boom.” Coronabedingte Einbußen gab es demnach bei Teamsportarten oder bei Bademode.

Dass Sportgeschäfte im Laufe der nächsten Jahre komplett aussterben, erwartet der frühere langjährige Geschäftsführer der Münchner Sporthandelskette Sport Scheck nicht. “Ich bin überzeugt, dass auch stationäre Konzepte noch eine Zukunft haben”, sagte der Manager.

“Der Händler muss aber ein klares Bild haben, was er macht. Kleine Geschäfte, die als Generalisten von allem ein bisschen anbieten, haben Probleme.” Es gebe aber auch kleine Händler, die sich sehr erfolgreich auf eine Sportart spezialisiert hätten, beispielsweise Laufen. Und das Verkaufen alleine reicht nicht mehr: “Wichtig sind dabei auch die Dienstleistungen und die Kundenkommunikation.”

he/dpa

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