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Corona-Analysen: Was fehlt dem Elektroauto zum Durchbruch

Der BMW i3 zählt zu den Pionieren unter den deutschen Elektroautos. © BMW

Auch abseits der Statistiken zu den Infizierten, Genesenen oder Verstorbenen in der Corona-Krise gab es in den letzten Tagen eine Reihe von interessanten Zahlen und Untersuchungen zum Coronavirus und seinen Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Die wichtigsten Ergebnisse für die Marketingbranche im Überblick.

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Prämie wenig entscheidend für Kaufentscheidung

Wer in Deutschland ein E-Auto kauft, dem ist einer Studie zufolge eine Kaufprämie weniger wichtig. Ausschlaggebend waren laut der Befragung von gut 1000 Verbrauchern dagegen die Kilometerkosten der Elektroautos und Umweltaspekte. “Nur acht Prozent der potenziellen deutschen E-Auto-Käufer geben an, dass staatliche Förderungen ihre Kaufentscheidung massiv beeinflussen”, teilte die Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC) mit, die die Studie von ihrer globalen Strategieberatung erstellen ließ.

Auffällig ist demnach auch, dass Hersteller die Einflüsse auf die Kaufentscheidung ihrer Kunden falsch einschätzen. Auf die Frage, welche Faktoren die Kunden hauptsächlich zum Kauf bewegen, fiel die Antwort unter den 13 befragten Hersteller am häufigsten auf Zugang zu Umweltzonen (17 Prozent) in Stadtzentren und das Fahrerlebnis (14 Prozent). Dagegen stufen die Hersteller die Kilometerkosten (6 Prozent) und Umweltaspekte (8 Prozent) – im Gegensatz zu den Verbrauchern – als wenig relevant ein. Die ambitionierten Verkaufsziele für E-Autos seien nur zu erreichen, wenn es zu einer Veränderung in der Kundenansprache beim Verkauf käme, schlussfolgern die PwC-Experten.

Die Bundesregierung hat zur Ankurbelung der Wirtschaft in der Corona-Krise ein milliardenschweres Konjunkturpaket beschlossen. Teil dessen ist eine deutlich höhere Prämie für Elektroautos und eine Senkung der Mehrwertsteuer.

Elektroautos mangelt es an Alltagstauglichkeit

Auch das Nürnberger Marktforschungsinstitut puls hat sich in seiner jüngsten Studie mit Elektromobilität beschäftigt und 1041 Autokäufer zu ihrem Kaufinteresse und den Kaufbarrieren gegenüber Elektroautos befragt – mit teils überraschenden Ergebnissen: Trotz des vielversprechenden Kaufinteresses an E-Autos von mittlerweile 43 Prozent (52 Prozent bei Jüngeren) lässt die Elektroautowende noch auf sich warten. Wenn eine Kaufprämie für Elektroautos Wirkung zeigen soll, muss der Blick auf die Kaufbarrieren geworfen werden, die dazu führen, dass Interessenten dann doch kein Elektroauto kaufen. Dabei zeigt sich laut puls-Studie zunächst, dass Elektroautos bei der von den Kunden zugesprochenen Zukunftsträchtigkeit von 54 Prozent (2018) auf 39 Prozent (2020) Federn lassen, während die Brennstoffzelle von 28 Prozent auf 41 Prozent zulegt.

Weiterhin bremsen hohe Preise (59 Prozent), mangelnde Lademöglichkeiten (37 Prozent) und geringe Reichweiten (26 Prozent) die Kauflust an E-Autos.

Für die etablierten (europäischen) Autobauer ernüchternd ist die Tatsache, dass und wie Tesla als (aus Kundensicht) führende Elektroautomarke auf stattliche 67 Prozent zulegt.

Laut puls-Geschäftsführer Dr. Konrad Weßner sollte daran gearbeitet und vermittelt werden, dass und wie Elektroautos das Leben erleichtern und den Alltag vereinfachen. Derzeit würden nur 23 Prozent der deutschen Autokäufer Elektroautos Alltagstauglichkeit zusprechen. Wenn Interessenten dann ihre Bedenken ablegen, komme es darauf an, “ihnen das Gefühl zu vermitteln, etwas für die Umwelt und das gute Gewissen zu tun”. Diese beiden Qualitäten sprechen laut der Studie 60 beziehungsweise 54 Prozent der Autokäufer Elektroautos zu. Weiterhin dokumentieren Elektroautos für jeweils 51 Prozent einen bewussten beziehungsweise modernen Lebensstil.

Outdoor-Angebote fast so gefragt wie vor Corona

Gute Nachrichten für die Tourismusbranche: Outdoor-Aktivitäten sind schon kurz nach dem Ende des Lockdowns wieder beinahe so gefragt wie vor der Epidemie. Das ist das Resultat einer Untersuchung von Bookingkit, nach eigenen Angaben Europas führende Buchungssoftware zur Digitalisierung von Freizeiterlebnissen. Basierend auf Buchungsdaten der vergangenen drei Monate in den Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und Frankreich hat Bookingkit die erste Analyse für die Erlebnisbranche erstellt – mit hoffnungsvollen Aussichten: Die Daten zeigen, dass sich bestimmte Segmente innerhalb der Touren- und Aktivitätenbranche schneller erholen als erwartet, seitdem sich insbesondere Deutschland wieder zu öffnen beginnt.

“Unsere Zahlen zeigen: Wenn eine Branche wiedereröffnen darf, dann schlägt sich das auch unmittelbar bei den Buchungen durch Endkunden nieder. Und das ist eine gute Nachricht für den gesamten Erlebnissektor”, erklärt Lukas C. C. Hempel, Geschäftsführer von Bookingkit.

Demnach haben vor allem Outdoor-Angebote wie Wassersport, Hochseilgärten, Kletterparks, Freizeitparks, Fahrattraktionen, Bootsfahrten und diverse Kursanbieter in der Erholungsphase nach dem Lockdown besonders gut abgeschnitten. Obwohl sich die Branche noch mitten in der Wiedereröffnung befindet, konnten viele dieser Unternehmen in den vergangenen beiden Wochen bereits Buchungsraten erreichen, die mit den Zahlen vor der Krise Anfang März 2020 vergleichbar sind – durchschnittlich 85 Prozent des Buchungsniveaus vor der Krise.

Krise beschleunigt digitale Transformation

Das Corona-Virus geht (hoffentlich) wieder, die Transformation bleibt: Die aktuelle Krise wird nach Ansicht deutscher Topmanager die Wirtschaft gravierend und langfristig verändern. Die Unternehmen hierzulande werden sich dauerhaft digitaler und kundenorientierter aufstellen sowie ihre internen Strukturen modernisieren. Das sind zentrale Ergebnisse der branchenübergreifenden Entscheiderbefragung #NextLevelDigital der Münchner Strategieberatung The Nunatak Group, die vom Marktforschungsinstitut Innofact betreut wurde. 

Im Rahmen der Studie wurden 230 Top-Manager aus Firmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 30 Millionen Euro befragt.

Besonders starke Veränderungen sind der Umfrage zufolge bereits jetzt in der Kundenkommunikation (87 Prozent), bei Produkt- und Service-Innovationen (75 Prozent), bei Innovationen im Marketing (75 Prozent) sowie in Produktions- und Lieferketten (74 Prozent) erkennbar. Drei Viertel gaben an, dass solche Anpassungen langfristig erhalten bleiben oder sogar ausgeweitet werden dürften. Als Felder mit hohem und sehr hohem weiterem Handlungsbedarf wurden die Themen Datenstrategie (67 Prozent), die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle (65 Prozent), digitale Produkte und Dienstleistungen (64 Prozent) sowie operative Prozesse (61 Prozent) benannt. Es folgen HR (53 Prozent) und Finanzwesen (52 Prozent).

Die überwiegende Mehrheit der Befragten und ihre Unternehmen setzen seit Ausbruch der Pandemie auf neue Prozesse in der internen Zusammenarbeit wie etwa Kollaborationstools (87 Prozent), bis hin zu neuen Organisationsstrukturen (73 Prozent). Jeweils über 71 Prozent der Manager gehen davon aus, dass mit der Krise neu eingeführte digitale Prozesse erhalten bleiben oder sogar ausgeweitet werden und aktuelle Digitalprojekte fortgesetzt oder forciert werden. Weniger als zehn Prozent gehen von einem Rückfall auf Vor-Corona-Zeiten aus.

Verbraucher bewegen sich wieder freier

Die Stimmung bei den Menschen in Deutschland ist weiter positiv, Tendenz steigend. Das bestätigt mehr als jeder zweite Befragte (57 Prozent) aus Deutschlands Haushalten. Laut dem “Consumer Now Index” des Marktforschungssoftware-Anbieters quantilope bewegen sich die Menschen wieder freier. Für den Index werden regelmäßig insgesamt 1200 Verbraucherhaushalte in Deutschland, Großbritannien und den USA national repräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Region befragt.

Das Vermeiden öffentlicher Plätze und von (älteren) Menschen hat im Vergleich zu Ende März signifikant abgenommen. Auch bleiben weniger Menschen zu Hause. Die aktuellen Lockerungen im täglichen Leben werden positiv begrüßt und scheinen zu wieder mehr gefühlter Freiheit zu führen.

Gute Neuigkeiten auch für die Gastronomie und stationäre Shoppingangebote: Knapp 40 Prozent der Menschen in Deutschland gehen davon aus, dass sie in Zukunft häufiger in Restaurants und Geschäfte wie Supermärkte oder Einkaufszentren gehen werden.

absatzwirtschaft+

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