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Deutsche-Bank-Manager Knof wird neuer Commerzbank-CEO

Commerzbank
Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Mit der Berufung Knofs hat der erst Anfang August als Chefkontrolleur angetretene ehemalige Landesbanker Vetter die Nachfolge von CEO Zielke überraschend schnell geregelt. © Commerzbank AG

Die Commerzbank hat schneller als erwartet einen Nachfolger für Konzernchef Martin Zielke gefunden – und das ausgerechnet beim benachbarten Wettbewerber Deutsche Bank.

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Wie die Commerzbank am Samstagabend mitteilte, wird der Deutsche-Bank-Manager Manfred Knof neuer Vorstandschef der Commerzbank. Der 55-Jährige soll zum 1. Januar 2021 die Nachfolge von Martin Zielke bei dem MDax-Konzern antreten und dort einen Fünfjahresvertrag erhalten.

Bei der Deutschen Bank wird Knofs bisherige Verantwortung für das Privatkundengeschäft mit sofortiger Wirkung komplett in die Hände von Konzernvizechef Karl von Rohr gegeben.

Knof war seit 1. August 2019 bis zur Verschmelzung mit dem Deutsche-Bank-Konzern Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank Privat- und Firmenkunden AG und war bis zuletzt Leiter des Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank in Deutschland.

Zuvor war er bis 2017 Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland. Der Jurist hat das Geschäft des Versicherers umfassend digitalisiert und war für die Wachstumsinitiativen in allen Vertriebskanälen und die Steuerung des Turn-Around-Programms der Allianz verantwortlich. Bereits 1995 war er in den Allianz-Konzern eingetreten und hatte in der Folge unterschiedliche Führungspositionen inne – unter anderem als CEO der Geschäftsregion Mittel- und Ostereuropa. Von 2003 bis 2005 war Knof bei der Dresdner Bank in verschiedenen Funktionen tätig, zuletzt als Leiter des Privatkundengeschäfts Deutschland Süd mit Verantwortung für rund 1000 Filialen. Er begann seine Karriere 1991 bei der Unternehmensberatung Kienbaum Management Consultants in Düsseldorf.

Knof über Commerzbank: “Einzigartige Kultur

Knof sei “ein erfahrener und umsetzungsstarker Topmanager, der sich in unterschiedlichsten Aufgaben in der Finanzdienstleistungsindustrie bewiesen hat”, begründete Commerzbank-Aufsichtsratschef Hans-Jörg Vetter die Wahl. Der designierte Commerzbank-Chef Knof erklärte, er habe “großen Respekt” vor der neuen Aufgabe: “Die Commerzbank hat mit ihrer Mittelstandsbank eine hohe Relevanz für die deutsche Wirtschaft. Im Privatkundengeschäft hat sie innovative Akzente gesetzt. Und sie hat eine einzigartige Kultur, auf die ich mich besonders freue.”

Mit der Berufung Knofs hat der erst Anfang August als Chefkontrolleur angetretene ehemalige Landesbanker Vetter die Nachfolge von Zielke überraschend schnell geregelt. Und: Statt einer internen Lösung mit Finanzvorständin Bettina Orlopp oder Firmenkundenvorstand Roland Boekhout hat Vetter sogar einen externen Kandidaten für die nicht einfache Aufgabe gewonnen.

Commerzbank stehen Einschnitte bevor

Der Commerzbank stehen weitere Einschnitte bevor – gerade auch im Privatkundengeschäft. Seit Monaten wird bei der Commerzbank intern um eine Verschärfung des im Herbst 2019 verkündeten Sparkurses gerungen. Die Zahl der zuletzt knapp 40.000 Vollzeitstellen könnte um bis zu ein Viertel gekappt werden. Von 1000 Filialen könnten gerade einmal 200 übrigbleiben, in denen Kunden sich beraten lassen können. Die Corona-Krise hat der Digitalisierung einen weiteren Schub gegeben.

“Die neue Strategie ist eine radikale Kehrtwende und geht über alles Bisherige weit hinaus”, hatte der scheidende Privatkundenchef Michael Mandel erklärt. Mandel – ein Verfechter eines dichten und damit teuren Filialnetzes – hatte mitten in der Diskussion um einen Kahlschlag seinen Rückzug erklärt. Der Manager verlässt die Commerzbank zum 30. September.

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