Suche

Anzeige

Chinas Plan, die Tech-Dominanz der USA in Frage zu stellen

China
China will die Technologie-Dominanz um jeden Preis. Darum hat Präsident Xi Jinping sie zur Chefsache erklärt. © China Daily

Über KI-Robotik will der chinesische Präsident Xi Jinping den USA bis 2025 den Rang als führende Tech-Nation ablaufen. Prominente US-Amerikaner wie der ehemalige Google-CEO Eric Schmidt zeigen sich alarmiert.

Anzeige

China setzt seit Jahrzehnten in seiner Fertigung fortschrittliche Robotik ein und hat zuletzt über leistungsstarke neue KI-Technologien viele Fabriken des Landes automatisiert. Dies ist eine wichtige Entwicklung für China und wird die USA zu ähnlichen Schritten drängen, um KI auch in der lokalen Fertigung zu nutzen.

Der Nachteil für beide Länder liegt ohne Zweifel darin, dass die KI-Fertigung zwar gut für die Roboterindustrie sein mag, aber keine Arbeitsplätze schaffen wird. Dennoch gehen die Pläne von Chinas Regierung deutlich weiter. KI-basierte Fertigung ist nur eine der Etappen des chinesischen Präsidenten, den USA die Tech-Krone zu entreißen und China künftig unabhängig von der US-Technologie zu machen. In der “South China Morning Post” legte Xi JinPing seine Vision dar und erklärte Chinas Ziele für die Technologie-Dominanz bis 2025.

Von KI bis 5G: Peking will globale Führungsrolle

Peking will, so die Zeitung, das Tempo beschleunigen, die globale Führungsrolle bei Schlüsseltechnologien einzunehmen. In dem Masterplan, der von Präsident Xi Jinping persönlich mitformuliert worden sein soll, wird China über sechs Jahre bis 2025 schätzungsweise zehn Billionen Yuan, das entspricht 1,4 Billionen US-Dollar, in passende Infrastruktur investieren. Dabei fordert die Volksrepublik städtische Regierungen und private Hightech-Firmen auf, bei der Verlegung von 5G-Wireless-Netzwerken zu helfen.

Zudem sollen die Unternehmen Kameras und Sensoren installieren und KI-Software entwickeln, die autonomes Fahren, automatisierte Fabriken und auch Technologien zur Massenüberwachung unterstützen.

“Made in China 2025” und “Tech-Nationalismus

Die neue Infrastrukturinitiative soll vor allem lokale Giganten von der Alibaba Group Holding über Huawei bis zur Sense Time Group auf Kosten der US-Unternehmen noch weiter nach vorne bringen. Mit zunehmendem “Technologie-Nationalismus” wird die Investitionsoffensive Chinas die Abhängigkeit von ausländischen Technologien verringern und die zuvor im Programm “Made in China 2025” festgelegten Ziele weiterführen.

Chinas Initiativen haben bereits heftige Kritik von der Trump-Administration erhalten, was unter anderem zu Bestrebungen führte, den Aufstieg chinesischer Tech-Unternehmen wie Huawei zu blockieren. Besonders der Begriff “Tech-Nationalismus” in dem Artikel der “South China Morning Post” findet medial im internationalen Umfeld hohe Beachtung. Denn in der Realität will Präsident Xi Jinping fast alles in China verstaatlichen. So kann er selbst Hauptanbieter von Waren, Dienstleistungen und technologiebezogenen Produkten für China werden. Er möchte, dass China bis 2025 unabhängig ist.

Ex-Google-CEO Schmidt ist alarmiert

Der ehemalige Google-CEO Eric Schmidt zeigte sich bereits öffentlich von Chinas Plänen alarmiert. Er bezeichnete Chinas potenzielle Führungsrolle bei KI als Sicherheitsbedrohung, die weltweit zu einem “Hightech-Autoritarismus” führen könnte. “Wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir in zehn oder zwanzig Jahren sagen: ‘Wie haben wir das verpassen können?'”, sagte Schmidt während einer Online-Veranstaltung, die vom Think Tank Bipartisan Policy Center veranstaltet wurde.

Schmidt, heute Vorsitzender des Defense Innovation Board des US-Verteidigungsministeriums, sagt, dass eine Erhöhung der staatlichen Mittel für KI-Forschung von entscheidender Bedeutung sei, da sie “nicht durch private Philanthropie wettgemacht werden kann”. Der Betrag, der zur Finanzierung von KI-Forschungsprojekten benötigt wird – solche, die möglicherweise keine unmittelbaren Auswirkungen haben – sei so groß, dass kein Unternehmen, noch nicht einmal Schmidts ehemaliger Arbeitgeber Google, einen Ersatz bereitstellen könne.

Mit Schmidts öffentlicher Warnung ist zumindest klar, dass sich die US-Regierung dieses Problems bewusst ist.

Kann die USA mit China mithalten?

Die große Frage bleibt dennoch, was die USA tun wird und tun kann, um den Schritten Chinas entweder entgegenzuwirken oder sich darauf vorzubereiten, in Zukunft mit der Volksrepublik zu konkurrieren, um selbst führend im Technologiebereich zu bleiben. Sollte Präsident Xi Jinping mit seiner Strategie erfolgreich sein, wird es künftig zwei völlig getrennte Lieferketten geben. Es könnte eine Zeit geben, in der Produkte aus China, nicht mehr für den Westen verfügbar sind. Und wenn der ehemalige Google-Chef Schmidt Recht behält, sollten die USA besser an einem Plan arbeiten, um Chinas Schritten entgegenzuwirken – oder zumindest damit beginnen, sich jetzt darauf vorzubereiten, für die Millionen von Waren, die wir heute aus China bekommen, alternative Bezugsquellen zu finden.

absatzwirtschaft+

Sie wollen weitere relevante Informationen und spannende Hintergründe für Ihre tägliche Arbeit im Marketing? Dann abonnieren Sie jetzt hier unseren kostenfreien Newsletter.

Anzeige

Kommunikation

“Marke post Corona” – Serie über die Learnings aus der Krise

In unserer Serie "Marke post Corona: Learnings aus der Krise" berichten Marketingverantwortliche über ihre Erfahrungen und Lehren aus der Corona-Zeit. Hier finden Sie alle acht Beiträge der Reihe im Überblick. mehr…



Newsticker

Kolumne: Nehmen Sie Media endlich selbst in die Hand

In der Kolumne "Was Sie schon immer über Media wissen wollten …" legen…

Handel: Weihnachtseinkäufe online – Innenstädte leiden

Mehr Umsatz als im Vorjahr erwartet der Handelsverband im November und Dezember. Doch…

Business-News: Ikea-Erben, Aldi-Filiale, Commerzbank-Vorstand

Täglich prasseln unzählige Nachrichten auf die Marketingbranche ein, die je nach Aufgabengebiet mehr…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige