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Business-News: Amazon, Schaeffler, Elektronik, Konjunktur

Amazon
Amazon wird laut EU-Kommission vorgeworfen, nicht-öffentliche Geschäftsdaten von unabhängigen Händlern systematisch für das eigene Einzelhandelsgeschäft zu nutzen. © Imago

Täglich prasseln unzählige Nachrichten auf die Marketingbranche ein, die je nach Aufgabengebiet mehr oder weniger Interesse wecken. Wir fassen die wichtigsten Business-News kompakt zusammen. Diesmal im Fokus unter anderem: Amazon im Visier der EU-Wettbewerbshüter und Zuversicht im Elektrohandel sowie bei den "Wirtschaftsweisen".

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Die neuesten ausgewählten Business-News drehen sich heute um die folgenden Themen:

  1. Amazon: EU-Kommission prüft Missbrauch von Marktmacht
  2. Schaeffler fängt sich im dritten Quartal – gutes China-Geschäft
  3. Elektronikhandel macht im Corona-Jahr gute Geschäfte
  4. “Wirtschaftsweise” bei Konjunktur zuversichtlicher als Regierung

EU-Wettbewerbshüter werfen Amazon Missbrauch von Marktmacht vor

Der weltgrößte Online-Händler Amazon verstößt nach Einschätzung der EU-Wettbewerbshüter gegen Kartellvorschriften. Dem Unternehmen werde vorgeworfen, nicht-öffentliche Geschäftsdaten von unabhängigen Händlern systematisch für das eigene Einzelhandelsgeschäft zu nutzen, teilte die zuständige EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit.

Nach Angaben der Behörde hat Amazon nun die Möglichkeit, sich zu den Beschwerdepunkten zu äußern. Bleiben die Wettbewerbshüter danach bei ihrer Einschätzung, könnte auf Amazon eine milliardenschwere Strafzahlung zukommen. Wenn Unternehmen gegen die Wettbewerbsvorschriften der EU verstoßen, riskieren sie Geldbußen in Höhe von bis zu zehn Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes. Die Erlöse von Amazon beliefen sich 2019 auf rund 280,5 Milliarden US-Dollar.

Amazon wies am Dienstag die Vorwürfe aus Brüssel zurück. “Amazon macht weniger als ein Prozent des weltweiten Einzelhandels aus – und es gibt in jedem Land, in dem wir tätig sind, größere Einzelhändler”, erklärte der Konzern. Kein Unternehmen kümmere sich mehr um kleine Händler oder habe in den vergangenen zwanzig Jahren mehr für ihre Unterstützung getan als Amazon. “Es gibt mehr als 150.000 europäische Händler, die in unseren Stores verkaufen. Sie erwirtschaften jährlich mehrere zehn Milliarden Euro Umsatz und haben Hunderttausende von Arbeitsplätzen geschaffen.”

Schaeffler fängt sich im dritten Quartal – gutes China-Geschäft

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hat seinen rasanten Umsatzrückgang der ersten Monate des Jahres im dritten Quartal deutlich bremsen können. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Einnahmen im dritten Quartal 2020 um 2,6 Prozent gesunken. Für die gesamten ersten neun Monate 2020 steht allerdings ein Umsatzrückgang von 15,4 Prozent zu Buche, wie das Unternehmen am Dienstag in Herzogenaurach mitteilte.

Von Januar bis September nahm Schaeffler 8,971 Milliarden Euro ein, im Vorjahreszeitraum waren es 10,839 Milliarden. Besonders gut laufe es derzeit in China, wo Schaeffler zweistellige Umsatzzuwächse verbuchte. Vor allem Automotive-Technik, aber auch Windkraft-Komponenten würden aus China stark nachgefragt.

Schaeffler verbuchte bereits Sondereffekte für die Umstrukturierung, die auch eine Personalreduzierung umfasst, in Höhe von 549 Millionen Euro. Zu Jahresbeginn wurden Wertberichtigungen vorgenommen. Mit diesen Sondereffekten betrug der Verlust vor Zinsen und Steuern 413 Millionen Euro. Im Vorjahr stand noch ein Plus von 795 Millionen Euro. An der Ankündigung zum Abbau von 4400 Arbeitsplätzen vor allem in Deutschland werde weiterhin festgehalten, sagte Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld der Deutschen Presse-Agentur.

Elektronikhandel macht im Corona-Jahr gute Geschäfte

Das Corona-Jahr 2020 beschert dem Elektronikhandel in Deutschland gute Geschäfte. Insgesamt rechne die Branche in diesem Jahr mit Umsätzen von 63,6 Milliarden Euro. Das bedeute ein Plus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbandes Technik (BVT), Steffen Kahnt, am Dienstag in Köln.

“Zwei Lockdowns und Homeoffice sorgen dafür, dass die Deutschen ihr Urlaubsgeld innerhalb der eigenen vier Wände investieren”, beschrieb Kahnt die Auswirkungen der Pandemie auf die Branche. Vom Laptop bis zum Oled-Fernseher, vom Kaffeevollautomaten bis zum Staubsaugerroboter: Gekauft werde zur Zeit alles, was das Leben und Arbeiten zu Hause angenehmer mache.

Der Absatz von Fernsehgeräten stieg nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in den ersten acht Monaten um sechs Prozent. Dabei gehe der Trend immer stärker zu großen Geräten mit Bildschirmdiagonalen von 70 Zoll und mehr. “Nicht die Fußball-Europameisterschaft, sondern das eingeschränkte Freizeitvergnügen sorgte in diesem Jahr für mehr Nachfrage nach qualitativ hochwertigen TV-Geräten”, sagte Kahnt.

Doch auch Laptops, Computermonitore und Tastaturen waren dank des Trends zum Homeoffice deutlich stärker gefragt als vor einem Jahr. Die Umsätze mit Produkten der Informationstechnologie wuchsen zwischen Januar und August um 15 Prozent auf sechs Milliarden Euro.

“Wirtschaftsweise” bei Konjunktur zuversichtlicher als Regierung

Die “Wirtschaftsweisen” erwarten in diesem Jahr infolge der Corona-Krise einen etwas weniger starken Einbruch der Wirtschaftsleistung in Deutschland als die Bundesregierung. Aufgrund der kräftigen Erholung im Sommer dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 5,1 Prozent schrumpfen und damit ungefähr so stark wie während der globalen Finanzkrise 2009, heißt es im Jahresgutachten. Es lag der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Auszügen vor und wird an diesem Mittwoch vorgelegt. Zuvor hatte die “Süddeutsche Zeitung” darüber berichtet.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erwartet in der Ende Oktober vorgelegten Herbstprognose ein Minus des Bruttoinlandsprodukts von 5,5 Prozent. Für das kommende Jahr rechnet Altmaier mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 4,4 Prozent. Die Wirtschaftsweisen prognostizieren ein etwas schwächeres Wachstum von 3,7 Prozent.

Das Vorkrisenniveau des vierten Quartals dürfte aus Sicht der Wirtschaftsweisen nicht vor Anfang 2022 erreicht werden. Der Sachverständigenrat geht in seiner Prognose davon aus, dass das Infektionsgeschehen mit begrenzten Eingriffen unter Kontrolle gehalten werden könne, dafür kein umfangreicher Shutdown wie im Frühjahr notwendig ist und internationale Lieferketten nicht wesentlich gestört werden.

mit Material von der dpa

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