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Alle Artikel von Klaus Brandmeyer

  • Wo sind die schönen rundlichen Dove-Frauen geblieben?

    Ihr Erscheinen auf der Werbebühne hat seinerzeit fast hysterische Belohnungsschreie ausgelöst. Kaum ein Kreativ- oder Markenwettbewerb, der das Unilever-Marketing nicht auf die Bühne geholt und mit Preisen ausgezeichnet hat. Die Kampagne weitete sich über die klassische Werbung hinaus ins Internet aus, Frauen fühlten sich befreit vom Joch werblicher Schönheitsideale, fanden sich in Selbstbestimmungs-Communitys zusammen, das Frauenbild schien über Nacht geändert. Befreit von dem verpflichtenden Gefühl, die Werbung möge bitte den Verkauf der Dove-Kosmetik fördern, schwebten auch die Macher ob derartiger Resonanz auf Wolke Sieben.

  • Audi auf der Olympia-Spur

    Dass die Taxifahrer in Peking Mercedes fahren würden, hatte vernünftigerweise niemand erwartet. Eher war man darauf eingestellt, dass die deutsche S-Klasse-Marke den Chauffeuren der VIP’s vorbehalten blieb, von denen es während der Olympiade reichlich gab. Man hatte ihnen auf den breiten Straßen der Stadt eine eigene Fahrspur eingeräumt, markiert durch die olympischen Ringe.

  • Wenn Aldi spricht

    Wer nach den Gründen fragt, warum Aldi soviel Vertrauen in der Bevölkerung genießt, hört seit langem immer das Gleiche: Niedrige Preise, unanfechtbar hohe Qualität. Wer die Sonde etwas tiefer in die Aldi-Welt senkt, findet als weiteren Auslöser Belobigungen durch die Stiftung Warentest und ähnliche Einrichtungen. Kaum einer beachtet ein weiteres Instrument, das ihn vom Gros des Handels und sogar der Industrie absetzt.

  • Hört auf, Produkte zu marginalisieren

    Solange ich zurückdenken kann, gibt es Auseinandersetzungen zwischen Marketingmanagern und ihren Werbeagenturen über die Frage, wie prominent in einer Anzeige die Packung dargestellt werden sollte. Und immer waren die Positionen eindeutig: Die Agentur wollte es lieber kleiner, der Kunde lieber größer. Wie der Streit der Parteien ausging, war eine Frage der Überzeugungskraft und der persönlichen Stärke.

  • Alle führen Jahresgespräche. Und wer spricht mit dem Kunden?

    Der Zentraleinkäufer des Discounters empfängt seinen größten Kosmetiklieferanten zum Jahresgespräch. Er schüttet dem Vertriebsdirektor sein Herz darüber aus, wie schlecht er im abgelaufenen Jahr behandelt worden sei und lässt sich die erlittene Unbill mit einer halben Million Euro vergüten. Ein Hersteller empfängt seinen Zulieferer und schüttet ihm sein Herz aus. Er klagt über den Preiskrieg und presst ihm noch einmal einen Nachlass ab. Wer immer mit wem geschäftlich zu tun hat und über eine Fortsetzung der Beziehung nachdenkt, sucht das Gespräch auf höchster Ebene.

  • Das qualitative Abrüsten der Marken soll ein Ende haben

    Deutschlands Marketingmanager wollen sich – so ist zu lesen – im nächsten Jahr verstärkt um eine verbesserte Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen kümmern. Es geht darum, Preisabstände zu rechtfertigen und Marktanteile zu sichern. Dass es an dieser Stelle Defizite gibt, ist offenkundig. Der Glaube an die überlegene Qualität des Markenartikels ist auf breiter Front eingebrochen und hat einem Skeptizismus Platz gemacht, von dem vor allem Billiganbieter profitieren. Die Verbraucher lesen nicht nur von hundertausendfachen Rückrufen bei teuren Automarken, sie werden ununterbrochen auch darüber „aufgeklärt“, dass in den Alltagsprodukten der Discounter das Gleiche stecke wie in den Verpackungen bekannter Markenunternehmen.

  • Ein Wort kann die Seelen der Konsumenten aktivieren

    Die Idee war zu schön: Man nennt seine Inkasso-Firma „Inkasso Team Moskau“, kommt im schwarzen Anzug und kann ziemlich sicher sein, dass auch der bockigste Schuldner gewaltfrei weich wird. Allein durch seinen Namen hat sich das „Team“ unmissverständllich positioniert und die gewünschte Wirkung bei seinen Kunden und deren Kunden ausgelöst.

  • Wenn Leichtmatrosen Riesentanker manövrieren

    Marketing und Markenführung, so klagt nicht nur Franz-Rudolf Esch, werden in vielen Unternehmen immer kleiner geschrieben. Wie man Kapazitäten auslasten und kurzfristig Absatzziele erreichen könne, werde zunehmend als vordringlich empfunden. Entsprechend kurzatmig sähen auch die Maßnahmen aus. Hie und da scheint es um das Fach noch schlimmer bestellt zu sein. Wenn nämlich die Kommandobrücke ein Marketing- und Markenverständnis vorlebt, das von wenig Fachkenntnis getrübt ist, und Vorstellungen folgt, die durch Wissenschaft und Empirie längst ausgeräumt schienen.

  • Geiz ist wirklich ungeil

    Schöner hätte es nicht sein können. Wir kommen am Flughafen an und steuern den Europcar-Counter an, um die Formalitäten zu erledigen. „Ihr Auto steht bereit“. Und dann der Hinweis der netten jungen Dame: Wenn Sie das Areal erreicht haben, wo Ihnen Auto und Schlüssel ausgehändigt werden, gehen Sie bitte zum Schalter „Business“, stellen Sie sich nicht in die Schlange bei „Holiday“. Was Madame uns bedeuten wollte, wurde wenige Minuten später klar. Vor dem Holiday-Schalter stand eine lange Schlange von Aspiranten, die sich für einen echten Billig-Tarif entschieden hatten.

  • Den Abstand zum Billigen besser verkaufen

    Für unsere Eigenmarken brauchen wir die Markenartikler mit ihren Innovationen, erklärte jüngst Stefan Feuerstein, Einkaufsvorstand der Metro. Sie gehen voran, wir folgen mit fairem zeitlichen Abstand. Sein Lieblingsbeispiel: Sobald die Industrie mit dem Drei-Phasen-Reiniger kommt, schalten wir auf den Zwei-Phasen-Reiniger hoch.......

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Kommunikation

Amazon Music

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