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Audi-Vorständin Wortmann: Corona als Katalysator

Audi
Audi-CMO Wortmann: "Wir befinden uns gerade im Restart, unser Motto lautet: Moving forward." © Audi

In unserer Serie "Marke post Corona: Learnings aus der Krise" berichten Unternehmens- und Marketingverantwortliche über ihre Erfahrungen und Lehren aus der Corona-Zeit. In Folge 5 erklärt Hildegard Wortmann, Vorständin Vertrieb und Marketing von Audi, warum die Transformation des Geschäfts in Richtung digitale Zukunft noch nie größer war als jetzt.

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Von Hildegard Wortmann

Die Corona-Krise ist, was sie ist – ein Charaktertest für die Gesellschaft. Eine Herausforderung, die jeden Einzelnen betrifft und fordert. Ob es auch gute Seiten gibt? Ich bin überzeugt, ja. Wie wir diese Krise bewältigen können? Nur gemeinsam, denn so sind wir stärker als jede Krise. Solche Zeiten lassen uns – trotz Distanz – emotional näher zusammenrücken. Sie verändern unseren Blickwinkel, Werte und persönliche Prioritäten.

Konjunkturprogramme, Investitionen und Steuersenkungen für Betriebe, Selbstständige oder Privatpersonen werden dabei helfen, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Nie zuvor wurden Offenheit und Partizipation so mit Leben erfüllt. Von der selbst genähten Maske bis zur Corona-App: Die Menschen machen mit und damit vieles besser. Als Unternehmen tragen wir Verantwortung, gilt es Haltung zu zeigen, einen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten.

Mit #AudiTogether hat Audi im Umgang mit der Krise ein positives Zeichen in der Branche und in der Gesellschaft gesetzt, wie man mit Innovationskraft neue Herausforderungen meistern kann. Maßnahmen reichten hier von einer Soforthilfe für medizinische und soziale Einrichtungen über ein virtuelles Solidaritätskonzert mit einer Reichweite von über 49 Millionen bis hin zu einem Restartpaket für unseren Handel, um das Geschäft wieder anzukurbeln. Unsere Partner und Teams weltweit haben mit viel Elan und Ausdauer binnen kürzester Zeit Konzepte entwickelt, um mit unseren Kunden in Kontakt zu bleiben und neue Formate generiert, um das Autohaus und unsere Fahrzeuge ins sichere, heimische Wohnzimmer zu bringen.

Der Klimawandel macht auch in Zeiten von Corona keine Pause

Bei Audi trifft uns diese Krise mitten in der Transformation. Unsere wichtigen Fokusfelder der Marke Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind dadurch nicht von der Tagesordnung verschwunden. Ganz im Gegenteil: Hieran arbeiten wir weiter mit voller Kraft, denn auch in Zeiten der Covid-19-Pandemie macht der Klimawandel keine Pause. Der Volkswagen Konzern hat sich als erster Automobilhersteller zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens bekannt. Auch Audi wird seinen Teil dazu beitragen.

Dazu haben wir uns ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2025 verkleinern wir den CO2-Fußabdruck unserer Fahrzeuge um rund 30 Prozent über den kompletten Lebenszyklus hinweg. Ferner wollen wir bis spätestens 2050 im ganzen Unternehmen komplett bilanziell CO2-neutral sein. Ein wichtiger Baustein ist dabei unsere konsequente Elektrifizierungsstrategie: Dazu erweitern wir unser E-Portfolio auf rund 30 Modelle bis 2025, davon sind rund 20 rein-elektrisch.


Vita: Hildegard Wortmann

Hildegard Wortmann wurde 1966 in Münster geboren. Sie startete ihre berufliche Karriere 1990 bei Unilever. Dort war sie in verschiedenen Positionen, unter anderem als Produkt- und Brand Managerin, später als Marketing Director für Calvin Klein tätig. 1998 wechselte sie zur BMW Group, wo sie unter anderem als Leiterin Brand Communication den Relaunch der Marke Mini begleitete. Zu ihren weiteren beruflichen Stationen bei BMW zählten beispielsweise das Marketing Vorentwicklung und Innovationsprojekte, das Produktmanagement der X- und Z-Modelle sowie das Produktmanagement Automobile und After Sales.

Mit dem Aufbau der Elektromarke BMW i setzte Wortmann maßgebliche Akzente für die E-Mobilität. 2016 übernahm sie die Leitung der Marke BMW. Im Januar 2018 wechselte sie dann nach Singapur und verantwortete dort für BMW die Vertriebsregion Asien-Pazifik. Seit Juli 2019 ist Wortmann Mitglied des Vorstands der Audi AG für den Bereich Vertrieb und Marketing.


Digitaler Boost

Digitale Transformation war die längste Zeit nur ein “Buzzwort”, jetzt machen wir täglich Fortschritte. Beginnen wir mit dem “Super Cloud Launch” in China, bei dem wir Produkt-, Design- und Marketing Experten aus Changchun, Peking und Ingolstadt in einem digitalen, multidimensionalen Format, zusammengebracht haben. Mehr als 700 Millionen interessierte Kunden erlebten den ersten komplett digitalen Launch des neuen Audi A4 L, eines der beliebtesten Audi-Modelle in China.  Darüber hinaus setzen unsere chinesischen Audi-Partner auf Livestreams, Virtual-Reality-Showrooms und eine 24-Stunden-Onlineberatung, um mit den Kunden in Kontakt zu bleiben.

Dieses Engagement hat sich ausgezahlt: Mittlerweile startet rund jeder sechste Kunde in China den Kaufprozess online. Bereits in den ersten drei Monaten des Jahres konnten wir die Gesamtzahl der Online-Transaktionen aus dem Jahr 2019 um das nahezu Dreifache übertreffen.

Im europäischen Vertrieb digitalisieren wir die Prozesse und passen uns an die aktuelle Situation an. Sei es eine digitale Live-Beratung als kontaktlose Alternative für den Besuch im Autohaus, die Markteinführung der neuen A3-Familie – erstmals rein digital – oder ein Pilotprojekt zum Online-Verkauf von Neuwagen direkt aus dem Lager von Audi-Händlern – wir bauen das digitale Vertriebsgeschäft weiter aus.

The new Normal

An all diesen Beispielen kann man eines ganz klar erkennen: Das Tempo der digitalen Entwicklungen war noch nie so hoch wie jetzt. Die Transformation des Geschäfts in Richtung digitale Zukunft war noch nie größer. Dieses Momentum müssen wir jetzt nutzen. Wir stehen vor einem Neuanfang. Und das macht uns optimistisch. Zusammen schauen wir gespannt in die Zukunft. Gemeinsam werden wir sie gestalten und Vorsprung durch Technik neu mit Leben füllen.

Fest steht: Diese Krise wird uns noch lange begleiten und so müssen wir uns auf eine neue Normalität einstellen. Wir befinden uns gerade im Restart, unser Motto lautet: Moving forward. Denn gerade darum geht es jetzt: Konsequent voranzugehen, einen strategischen Weitblick einzunehmen und so den Vertrieb in allen Regionen wieder hochzufahren. Denn trotz Krise behalten wir die Zukunft fest im Blick.  

Serie “Marke post Corona: Learnings aus der Krise”

Folge 1: Hornbach-Marketingchef: Machen hilft gegen den Lagerkoller
Folge 2: Schöffel-Marketingchef: Aus “Ich bin raus” wurde “Ich bleib drin”
Folge 3: Hugo-Boss-Interimschef: Drei Erkenntnisse aus der Corona-Krise
Folge 4: Rügenwalder-Chef: “Corona hat uns agiler gemacht”

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Kommentare

  1. Audi, Autoindustrie – Dieselskandale

    Gibt es einen einzigen Grund, warum sich die Autofirmen gewissenlos weigern, gegen die verantwortlichen Manager vorzugehen? Lieber zahlen sie Milliarden Schadenersatz zu Lasten der Kundschaft und übrigen Mitarbeiter!

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