Analyse des deutschsprachigen BI-Beratungsmarktes

Durch den steigenden Bedarf an modernen Business-Intelligence (BI)-Lösungen von vielen mittelständischen und großen Unternehmen verzeichnet der BI-Markt in den letzten Jahren ein sehr starkes Wachstum. Da die betriebliche Praxis die Vorteile der Unterstützungswerkzeuge bisher nur unzureichend umgesetzt hat, ist auch für die kommenden Jahre weiterhin ein hohes Wachstum zu erwarten, prognostizieren der Wissenschaftler Peter Chamoni und die Unternehmensberaterin Daniela Lohaus. Der von diesem Wachstum profitierende Softwareherstellermarkt scheint den Experten dabei vergleichsweise übersichtlich. Den größten Teil des Marktvolumens deckten die bekannten Unternehmen IBM, Microsoft, Oracle, SAP und SAS ab. Aber auch der Marktanteil der kleinen Softwarehersteller scheine überschaubar – nicht zuletzt durch eine Reihe entsprechender Studien.

Chamoni lehrt Wirtschaftsinformatik an der Universität Duisburg-Essen sowie an der Mercator School of Management und ist Vorsitzender des internationalen Vereins für Business Intelligence und Data Warehousing (TDWI Germany). Zusammen mit Daniela Lohaus erarbeitete er eine Studie zum BI-Beratungsmarkt. Neben dem Herstellermarkt wächst den Ergebnissen zufolge auch der BI-Beratermarkt ständig. Insbesondere die Anzahl der Beratungsunternehmen steigt exponentiell an. Der Markt besteht dabei aus Softwareherstellern, die auch Beratung in ihrem Leistungsportfolio haben, Beratungsunternehmen unterschiedlichster Größe mit BI-Anteil und einer sehr großen Anzahl an kleinen und mittelständischen Dienstleistungsunternehmen, die sich auf Business Intelligence spezialisiert haben. Hinsichtlich des deutschen BI-Beratungsmarktes besteht jedoch ein Wissensdefizit. Erhebungen liegen aktuell nur zum Softwaremarkt vor. So gab es eine mangelnde Verfügbarkeit von validen Daten zum BI-Beratungsmarkt. Diese Lücke schließt nun die Studie „Der deutschsprachige Business-Intelligence-Beratungsmarkt“ des TDWI Germany in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen.

Die Kernerkenntnisse der Studie sind die Folgenden:

  • Mit steigender Unternehmensgröße wächst meist das Produktportfolio der Beratungshäuser, tendenziell werden mehr Phasen im BI-Prozess „BI-Strategie“, „Konzeption“, „Systemintegration“ und „Betrieb“ abgedeckt.
  • Fast alle Unternehmen kooperieren mit mindestens einem der etablierten Herstellern SAP, Oracle, IBM und Microsoft. Mit kleineren Softwareanbietern kooperieren hauptsachlich kleine Unternehmen.
  • 84 Prozent der befragten Unternehmen bieten Leistungen im Bereich „Reporting & Analytics“ und 70 Prozent Leistungen im Bereich „Data Management“. Leistungsschwerpunkte bilden insbesondere Reporting, Data Warehousing sowie Data Integration. Danach folgen Analytics, Ad hoc Querying, Dashboards und Data Quality. Künftig werden die Leistungsschwerpunkte Mobile BI und In-Memory Analytics an Bedeutung gewinnen. Auch der Markt für Advanced (Predictive) Analytics wird weiter wachsen.
  • Zwei Drittel der Unternehmen bieten spezielle Leistungen zur Unterstützung einzelner Unternehmensfunktionen. Dies sind hauptsachlich Controlling, Vertrieb & Kundenbetreuung sowie Finanzen, aber auch Geschäftsführung sowie IT & BICC.
  • Etwa 70 Prozent der Unternehmen setzen Branchenschwerpunkte, die hauptsachlich im Bereich Banken und Finanzdienstleister, Versicherungen sowie (Tele-)Kommunikation liegen. Die meisten Unternehmen setzen Schwerpunkte bei Kunden mit einer Unternehmensgröße von 500 bis 9 999 Mitarbeitern (in Deutschland). Knapp 84 Prozent der befragten Unternehmen sind im internationalen Markt (mehr als ein Drittel interkontinental) tätig.
  • Der Anteil der BI-Beratung am Gesamtumsatz ist in den letzten drei Jahren branchenweit deutlich gestiegen. Der BI-Beratungsumsatz der befragten Unternehmen wird jeweils zu ungefähr einem Drittel zwischen Technologieunternehmen und großen sowie kleinen Beratungsunternehmen aufgeteilt. Die höchsten Umsätze werden in den Branchen (Tele-)Kommunikation, Automotive sowie Logistik & Reisen erwirtschaftet. Der Handel hat insbesondere bei kleineren Unternehmen einen höheren Stellenwert.

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