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Adidas verbessert Chemikalienmanagement-Programm

„Rote Karte für Sportmarken“ urteilte die Umweltorganisation Greenpeace vor wenigen Wochen. Vorausgegangen waren Labor-Analysen zahlreicher WM-Produkte. Fußballschuhe und Torwarthandschuhe der Markenartikel-Hersteller Adidas, Nike und Puma enthalten demzufolge giftige Chemikalien. Adidas betont jedoch, das Unternehmen werde bei Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten weltweit als führend eingestuft. Eine neue strategische Partnerschaft mit Bluesign technologies soll das Chemikalienmanagement in der Beschaffungskette verbessern.

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Durch eine strategische Partnerschaft mit Bluesign technologies wird die Adidas Gruppe nachhaltige Lösungen in der globalen Beschaffungskette des Unternehmens weiter vorantreiben, teilt das Unternehmen mit. Bluesign technologies sei der weltweit führende Anbieter von Bewertungsmethoden im Bereich positiver Chemikalien in der Textilindustrie. Das Bluesign System prüft den Umgang mit und Einsatz von Chemikalien in der textilen Zulieferkette. Die verantwortungsvollere Nutzung von Ressourcen, das effektive Management von Gefahrstoffen sowie die Eliminierung von gefährlichen Chemikalien aus der Beschaffungskette listet Adidas als Vorteile von Bluesign auf.

Uneinigkeit herrscht, ob von den Produkten Gefahr ausgeht

Der Vorwurf von Greenpeace im Anschluss an die Produktanalysen wog tatsächlich schwer: Unabhängige Labore hätten in Proben aller untersuchten Marken Schadstoffe wie perfluorierte Chemikalien (PFC), Nonylphenolethoxylate (NPE), Phthalate und Dimethylformamid (DMF) gefunden. Einige dieser Stoffe störten das Hormonsystem, schädigten die Fruchtbarkeit oder könnten das Tumorwachstum fördern. Ein Sprecher von Adidas erklärte gegenüber der ARD, von den Produkten gehe keinerlei Gefahr aus.

„Die Adidas Gruppe führt seit Jahren wegbereitende Umweltprogramme im Bereich des Chemikalienmanagements durch, sogenannte ‚Leadership‘-Programme“, sagt Frank Henke, Leiter Soziales und Umwelt der Adidas Gruppe. Durch die Partnerschaft mit Bluesign technologies könnten alle Zulieferer weltweit auf den sogenannten „Bluefinder“ zugreifen. Dieser sei eine Datenbank mit Informationen zu nachhaltigen Textilchemikalien, die in verschiedenen Bereichen des Herstellungsprozesses, wie etwa Vorbehandlung, Färben und Veredelung eingesetzt werden könnten und damit zur Herstellung von nachhaltigeren Materialien führen. Alle gefertigten Materialien müssten daraufhin strenge Tests durchlaufen, in denen die Einhaltung der Kriterien von Bluesign überprüft wird.

Zusätzlich überwacht die Adidas Gruppe auch weiterhin das Chemikalienmanagement bei Herstellern. Im Jahr 2013 führte das Unternehmen bei den Fabriken seiner Zulieferer 149 Umweltprüfungen durch.

„Detox“-Kampagne von Greenpeace zeigt Wirkung

Greenpeace macht auf den problematischen Einsatz von Chemikalien bei der Textilproduktion seit 2011 in besonderer Weise aufmerksam. Im Rahmen ihrer „Detox“-Kampagne sollen sich Firmen bis zum Jahr 2020 verpflichten, Kleidung und Schuhe giftfrei zu produzieren. Auch die Sportartikel-Hersteller Adidas, Nike und Puma hätten sich dazu bereit erklärt. Die Umweltorganisation bemängelt aber, es handele sich eher um „Papierversprechen“ des Branchenverbandes. Firmen wie H&M oder Mango dagegen hätten mit der Entgiftung ihrer Produktion begonnen. Die Forderung von Greenpeace an Adidas und Nike lautet, einen Ausstiegsplan aus der Produktion mit PFC festzulegen und alle gefährlichen Chemikalien offenzulegen.

Die Adidas Gruppe reagiert: Zu einem Verzicht der Nutzung langkettiger PFCs bis spätestens 1. Januar 2015 habe sich das Unternehmen bereits verpflichtet. Darüber hinaus wird es ab dem 15. Juni 2014 in 90 Prozent seiner Produkte keine PFCs einsetzen, ab spätestens 31. Dezember 2017 sogar bei 99 Prozent seiner Produkte auf PFCs verzichten. Transparenz bedeute, dass die Adidas Gruppe renommierte öffentliche Plattformen wie beispielsweise die Water Pollution Map und Air Pollution Map der Organisation IPE in China aktiv unterstütze. IPE steht für Institute of Public and Environmental Affairs. 99 Prozent der in China stattfindenden „textilen Nassprozesse“ sollen bis Ende 2014 auf der IPE-Plattform veröffentlicht werden. Des Weiteren verpflichtet sich die Adidas Gruppe zu einer Offenlegung von 50 Prozent aller textilen Nassprozesse in ihrer globalen Beschaffungskette über die IPE Detox Plattform bis spätestens 31. Dezember 2015 und von mindestens 80 Prozent bis spätestens 1. Juli 2016.

(asc)

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