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Zwischen Investitionen und Insolvenzen

Die Indikatoren für das endende Jahr 2008 und beginnende 2009 sind weiterhin nicht eindeutig. Während die DZ Bank von ungebrochener Investitionsneigung im Mittelstand spricht, erwartet Euler Hermes Kreditversicherungs-AG weltweit steigende Insolvenzen. Grund für den Optimismus der DZ Bank ist, dass der deutsche Mittelstand selten auf eine Krise so gut vorbereitet gewesen wie zurzeit.

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Trotz der schwächer werdenden Konjunktur und den schlechten Aussichten für 2009 ist die Investitionsneigung der mittelständischen Unternehmen ungebrochen. Das geht aus der Mittelstandsumfrage der DZ Bank hervor, die der WirtschaftsWoche vorliegt. Nach Aussage von Chefökonom Hans Jäckel wollen aktuell 72 Prozent der Unternehmen in den kommenden Monaten investieren. Im April lag der Wert mit 75 Prozent nur geringfügig höher. Von zehn auf 24 Prozent deutlich gestiegen ist allerdings der Anteil der Unternehmen, die für das kommende Jahr Einbußen erwarten. Chancen für eine Erholung sieht Jäckel vom Jahr 2010 an. Grund für seine Annahme sind der schwächere Euro, die geringere Inflation, das positive Konsumklima und die sinkenden Rohstoff- und Energiepreise.
Ein weiterer Grund für sein Optimismus: „Der Mittelstand konnte während der Hochkonjunktur finanzielle Reserven bilden und ist dank Arbeitszeitkonten und reduzierter Lagerbestände deutlich flexibler als noch vor zehn Jahren.“ Entsprechend sehen 76 Prozent der Mittelständler ihr Unternehmen in einer guten oder sehr guten Geschäftslage.

Gleichzeitig stellt die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG fest, dass die Zahl der Firmeninsolvenzen als Folge der Krise auf den internationalen Finanzmärkten und der fundamentalen Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld weltweit drastisch ansteigen wird. In ihrer aktuellen Insolvenzprognose sagen die Experten von Euler Hermes Kreditversicherung voraus, dass der von ihnen berechnete „Globale Insolvenzindex“ in diesem Jahr um 25,1 Prozent und 2009 um weitere 25,4 Prozent steigen wird. Für 2008 prognostizieren die Experten von Euler Hermes in den USA noch einmal einen massiven Anstieg um knapp 45 Prozent und im nächsten Jahr sogar um 50 Prozent auf dann fast 62 000 Firmenpleiten. Auch in Europa ist eine rapide Verschlechterung des Insolvenztrends unübersehbar. In Westeuropa wird es in diesem Jahr insgesamt rund 169 000 Insolvenzen geben (plus 13,5 Prozent). Im nächsten Jahr werden sogar etwas mehr als 197.000 (plus 16,7 Prozent) erwartet.

D&B Deutschland, Dienstleister für Wirtschaftsinformationen und Firmenbewertungen kommt allerdings für Deutschland zu einem noch positiven Bild. Denn über alle Branchen hinweg sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Zahl der Insolvenzen um rund fünf Prozent (2007: minus 11,6 Prozent) laut der Analyse des Wirtschaftsinformationsdienstes. Damit setzt sich der Trend aus dem Vorjahr etwas abgeschwächt fort. Der Rückgang an Insolvenzen belegt jedoch, dass die deutsche Wirtschaft trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten im Jahr 2008 sehr robust war. „Die Auswirkungen der Finanzkrise und die beginnende Rezession haben derzeit noch keinen spürbaren Einfluss auf die Insolvenzzahlen“, erläutert Thomas Dold, Geschäftsführer bei D&B Deutschland. „Sie werden aber sehr wohl 2009 ihre Spuren in der deutschen Unternehmenslandschaft hinterlassen.“

www.dzbank.de, www.eulerhermes.de

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