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DMT 2017: „Aus Kooperationspartnern sollen Botschafter werden“

Auf VIPs als Testimonials nutzen, Werbung in Print und TV schalten oder doch den neuen Weg gehen und Influencer Marketing professionell betreiben? Stefan Ropers, Geschäftsführer Deutschland von Adobe Systems, spricht über eines der wichtigsten Themen des Marketing Tages 2017: Das Phänomen "Influencer Marketing"

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Herr Ropers, Mund-zu-Mund-Propaganda, Empfehlungsmarketing von Freunden: Alles Oldschool. Influencer beeinflussen die junge Generation über Ihre Kanäle. Wie wichtig ist das Thema für Adobe?

Wir sind heute digitaler unterwegs als noch vor einigen Jahren. Insofern hat sich Word of Mouth immer mehr in den digitalen Raum verlagert, wo sich Grenzen zunehmend auflösen und Communities rasant anwachsen. Hinzukommt, dass wir im Zuge der Informationsflut verstärkt nach individuellen Angeboten und vertrauenswürdigen Quellen suchen. Blogs oder Social-Media-Kanäle sind dafür schnell zugängliche Informations- & Inspirationsquellen. Ihnen schenken wir durch Weiterempfehlung mehr Vertrauen als einer unpersönlichen Werbeanzeige. Der aktuellen G+J e|MS Studie zufolge, steigt die Weiterempfehlungsbereitschaft durch Influencer Marketing sogar um 37 Prozent.

Wir sind immer auf der Suche nach spannenden Personen und arbeiten oft auch mit neuen, zum Teil noch unbekannten Talenten zusammen und geben ihnen eine Plattform. Reichweite wird zur Nebensache: Gerade bei Mikro-Influencern haben wir es häufig mit einer sehr starken Community zu tun, die sich intensiver mit den Themen auseinandersetzt. Auch beobachten wir hier eine höhere Interaktion, da wesentlich mehr Nahbarkeit gegeben ist.

Wie sieht für Sie die perfekte Influencer-Marketing-Kampagnen aus? Welches Unternehmen hat ihrer Meinung schon vieles richtig gemacht in diesem Bereich?

Bei guten Influencer Kampagnen ist der Fokus nicht auf das Produkt, sondern auf das Erlebnis mit einer Marke gerichtet. Passend sind Influencer, wenn sie natürlich in unseren Themen verwurzelt sind. Sie kennen den Wettbewerb, die Trends und sind durch ihre Follower sehr nah an deren Bedürfnissen. Diese Influencer wissen, welche Inhalte wann relevant sind und wie Erlebnisse für ihre Fans und unsere Zielgruppen aussehen müssen. Es geht dabei nicht zwingend um Reichweite – sie hilft, an erster Stelle stehen aber Authentizität, Natürlichkeit und Relevanz. Garmin ist mit seiner #beatyesterday Kampagne ein gutes Beispiel dafür. Hier sind die Influencer in ein größeres Marketingkonzept eingebunden, welches das Thema Fitness ganzheitlich betrachtet. Dafür werden den Followern Wellness-, Ernährungs- oder Sporttipps bereitgestellt.

Zusätzlich geben die Rocket Beans in kurzen Video Tutorials Kochrezepte zum Besten oder zeigen, wie wir im Alltag eine bewusste Körperhaltung einnehmen.

Ein anderes Beispiel ist Hipp. Der Babynahrungshersteller hat zum Muttertag ein Video produziert, in dem Kinder ihren Müttern sagen, warum sie sie liebhaben. Auf der Landing Page wurde dies durch Beiträge von Mommy-Bloggern über das Muttersein ergänzt. Interessant war hier, dass Hipp für die Kampagne gezielt Mikro-Influencer eingesetzt hat. Bei einem so emotionalen Thema eine gute Herangehensweise.

Was sind die wichtigsten drei Dinge, die man als Unternehmen beachten muss, wenn man für eine Kooperation an einen Influencer herantritt?

Authentizität ist für Influencer wie für Unternehmen gleichermaßen wichtig: Wenn wir von den sogenannten Social Media Influencern sprechen, geht es um die richtige Schnittmenge aus Produkt und Persönlichkeit. Sie sollen herausragende Inhalte kreieren und authentisch in ihrem Schaffen sein. Die Produkte, für die das Unternehmen steht, müssen sie glaubhaft in ihren Alltag einbinden und sich mit seinen Werten identifizieren können. Das Erlebnis zählt und nicht die Produktfeatures: Im Rahmen von Adobe Creative Cloud arbeiten wir zum Beispiel mit Personen zusammen, die kreative Erlebnisse schaffen – von inspirierenden Illustrationen und Fotos über Videos und Animationen bis hin zu Design. Und sie sprechen mit ihrem Schaffen eine klare Fangemeinde an und inspirieren diese. Die Inhalte sollten dabei „tailormade“, also speziell auf die Zielgruppe zugeschnitten sein, anstatt einer stumpfen Produktplatzierung zu folgen. Und wichtig ist auch, dass Influencer keine „One-Hit Wonder“ werden, sondern die Weichen für eine langfristige Zusammenarbeit gelegt werden. Aus Kooperationspartnern sollen Botschafter werden.

 

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