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Zerschlagungsdebatte um Internet-Giganten: Sind Facebook, Google und Amazon zu mächtig geworden?

© © imago/blickwinkel / Montage: absatzwirtschaft

Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Elizabeth Warren hat den Stein des Anstoßes ins Rollen gebracht. Die drei wertvollsten Internet-Konzerne der Welt, Amazon, Google und Facebook, haben ihrer Meinung nach eine monopolartige Stellung erlangt und sollten deswegen zerschlagen werden. Vor allem auf dem Werbemarkt ist die Dominanz des Internet-Trios erdrückend.

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Wenn es eines letzten Beweises für die Allmacht von Facebook bedurft hatte, dann lieferte das weltgrößte soziale Netzwerk diesen vermeintlich unfreiwillig. Ausgerechnet die Wahlwerbung der US-Präsidentschaftsbewerberin Elizabeth Warren wurde gestern kurzzeitig gesperrt.

Der Grund: ein vermeintlicher Missbrauch des Facebook-Logos. Der Internet-Gigant erklärte, „im Interesse einer robusten Debatte“ lasse man die Werbung wieder zu – doch der Schaden war damit natürlich angerichtet. Facebook hatte Warrens Kritikpunkt exemplarisch bewiesen: Das weltgrößte Social Network hat die Macht, eine Botschaft zu zensieren, wann es will – selbst wenn es sich dabei um einen Irrtum handelt.

„Es ist Zeit, Amazon, Google und Facebook zu zerschlagen“

Zuvor hatte Warren gegen das Internet-Trio mit der bislang massivsten Breitseite aus der Politik ausgeteilt. „Es ist Zeit, Amazon, Google und Facebook zu zerschlagen“, erklärte die 69-jährige Senatorin aus Massachusetts am Wochenende in einem langen Blogpost auf der Plattform Medium.

 

„Amerikas große Tech-Unternehmen bieten wertvolle Produkte an, üben aber auch enorme Macht über unser digitales Leben aus. Fast die Hälfte des E-Commerce-Handels läuft über Amazon. Mehr als 70 Prozent des Internet-Traffics läuft über Seiten, die zu Facebook und Google gehören oder von ihnen betrieben werden“, erklärt Warren.

Vor allem in Hinblick auf die enorme Werbedominanz des Internet-Trios erscheinen Warrens Argumente stichhaltig. Nach Erhebungen des Marktforschers E-Marketer dürften die durch digitale Anzeigen erzielten Erlöse von Google, Facebook und Amazon, dessen Anzeigengeschäft immer rasanter wächst, in diesem Jahr allein in den USA zusammen 88 Milliarden Werbedollars erlösen und damit fast 70 Prozent aller digitaler Werbeerlöse in den Vereinigten Staaten einheimsen.

„Facebook, Google und Amazon sind die dominantesten, aggressivsten Firmen der Geschichte“

Die Debatte um die Allmacht der Internet-Pioniere ist nicht neu. Marketing-Professor Scott Galloway hat die Diskussion über eine mögliche Aufspaltung in den vergangenen Jahren immer wieder angestoßen. “Sie sind Wölfe im Schafspelz. Facebook, Google und Amazon sind die dominantesten, aggressivsten Firmen der Geschichte”, hatte Galloway im vergangenen Jahr erklärt.

Vor allem Facebook ist immer wieder in das Fadenkreuz des Bestseller-Autors („The Four“) gerückt. “Mark Zuckerberg hat die Kontrolle darüber, was 2,1 Milliarden Menschen sehen – also mehr als die gesamte Südhalbkugel”, mahnte Galloway nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica vor einem Jahr an.

„Zerschlagung ist nicht die Antwort auf alles“

Anno 2019 ist der Einfluss um einige Hunderte Millionen Nutzer gestiegen. „Fühlen wir uns mit einem Unternehmen wohl, das nicht reguliert wird, das von einem Studienabbrecher ohne Empathie oder Gefühl von Rechenschaftspflicht geführt wird, der nicht von seinem Job entfernt werden kann und nun die Kommandozentrale für die „private Kommunikation“ von 2,7 Milliarden Menschen kontrolliert?“ legte Galloway nach Zuckerbergs Manifest zur Neuausrichtung des weltgrößten Social Networks vergangene Woche den Finger in die Wunde.

Schützenhilfe bekommt Konzernchef Mark Zuckerberg unterdessen vom abtrünnigen Instagram-Gründer Kevin Systrom, der den Internet-Riesen im vergangenen Jahr überraschend verlassen hatte. („Niemand geht, wenn alles toll ist.„) Auf der Digitalkonferenz SXSW erklärte Systrom nun: “Schiere Größe ist kein Verbrechen. Zerschlagung ist nicht die Antwort auf alles.” Unbegrenzte Marktdominanz allerdings auch nicht…

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