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Zauberformel Daten-Allianz: Burda prüft Einstieg bei geplantem United Internet-Konsortium

Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen setzt ebenfalls auf einen Daten-Verbund

Der Kampf um den Aufbau von Datenallianzen nimmt weiter Fahrt auf: Nun zeigt Hubert Burda Media Interesse, sich an der Datenallianz um United Internet Media zu beteiligen und prüft einen Einstieg. Auch die Kölner Mediengruppe RTL sowie ProSiebenSat.1 sollen angeblich Gespräche mit dem Konsortium führen. Unterdessen kündigt die Deutsche Bank an, dass die DIPP-Datenallianz um Axel Springer, Daimler sowie der Allianz in Kürze bedeutenden Zuwachs bekommen soll.

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Gestern hatte United Internet Media-Chef Rasmus Giese der geplanten DIPP-Datenallianz um Axel Springer, Deutsche Bank sowie dem Versicherungskonzern Allianz einen schweren Dämpfer versetzt. Der Medienmanager kündigte an, dass die Werbe- und Medienwirtschaft eine eigene Datenallianz als Konkurrenz zum DIPP-Konsortium aufbauen will. Bis zur Dmexco soll das Bündnis stehen, heißt es. Namen möglicher Partner nannte er nicht. Doch jetzt wagt sich bereits das erste Medienunternehmen öffentlich aus der Deckung: Hubert Burda Media mit seinem digitalen Publisher-Arm BurdaForward, zu dem Focus Online, Huffington Post, CHIP, Finanzen 100 sowie netmom zählen.

Beteiligung an Datenallianz

Gemeinsam mit United Internet würden sie mehr als 60 Millionen Unique User erreichen: “Für BurdaForward ist die Daten-Allianz eine spannende und relevante Initiative. Möglichkeiten daran mitzuwirken, werden derzeit geprüft“, erklärt Burda auf Anfrage von MEEDIA. Auch anderen großen Medienkonzernen wird reges Interesse nachgesagt, sich an der Datenallianz um United Internet zu beteiligen – darunter sind die Bertelsmann-Fernsehtochter RTL sowie der Münchener Konkurrent ProSiebenSat.1. Beide Unternehmen lehnen hierzu auf Anfrage einen Kommentar ab.

Gemeinsamen Plattform-Initiative

Sollte sich eine eigene Allianz der Medien- und Werbewirtschaft um den Webriesen United Internet formieren, wäre die Berliner Axel Springer SE im DIPP-Konsortium isoliert und bliebe dort vorläufig das einzige Medienunternehmen. Die Deutsche Bank, für deren Vorstandschef John Cryan das DIPP-Projekt von strategischer Bedeutung für künftige Bezahlmethoden im Netz ist, ist alarmiert. Doch das Frankfurter Geldhaus hält sich zu der überraschend aufkeimenden Allianz um United Internet bedeckt, betrachtet das neue Konsortium aber als Konkurrenz. „Wir kommentieren den Wettbewerb grundsätzlich nicht“, betont ein Sprecher hierzu.

Dabei hatten die Vertreter des DIPP-Bündnisses stets betont, dass weitere Partner willkommen seien. Doch die Deutsche Bank, die das DIPP-Projekt federführend begleitet, geht in die Offensive. Sie kündigt gegenüber MEEDIA an, dass in Kürze neue Partner hinzustoßen sollen. „Die Vorbereitungen der gemeinsamen Plattform-Initiative laufen nach Plan und sind in einer fortgeschrittenen Phase. Unser Ziel ist es, eine möglichst breite Marktabdeckung zu erreichen und weitere große, namhafte Unternehmen sowie weitere Branchen für unsere Initiative zu gewinnen. Wir befinden uns dazu in intensiven und guten Gesprächen mit verschiedenen Unternehmen. Wir sind zuversichtlich, hier rasch Ergebnisse bekannt geben zu können“, erklärt ein Banksprecher.

Deutsche Wirtschaft muss an einem Strang ziehen

Damit zeichnet sich ab, dass sich mehrere Daten-Allianzen bilden. Fraglich ist aber, ob dies sinnvoll ist. Denn den Kampf gegen die Übermacht von Google, Facebook, Amazon & Co. kann die deutsche Wirtschaft nur gewinnen, wenn möglichst viele Unternehmen an einem Strang ziehen. Nur so ist es möglich, größere Datenmengen auszuwerten, um geeignete Nutzerprofile zu erstellen. Ist dies nicht der Fall, würden die Tech-Riesen aus dem Silicon Valley hierzulande zunehmend die Datenhoheit gewinnen. Deutsche Verbraucher hätten das Nachsehen. Sie müssen weiter akzeptieren, dass Google & Co. ihre Daten auf Servern in den USA speichern und die US-Sicherheitsbehörden hierauf Einblick bekommen.

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Kommentare

  1. „Sie müssen weiter akzeptieren, dass Google & Co. ihre Daten auf Servern in den USA speichern und die US-Sicherheitsbehörden hierauf Einblick bekommen.“

    Als wenn das anders würde mit einer deutschen DA. Dann würden die gleichen Daten doch lediglich ZUSÄTZLICH auch noch in DE gesammelt/generiert.

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