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Zahlungsbereitschaft für Apps steigt

Der überwiegende Teil an Zusatz-Software (Apps) für Smartphones ist nach wie vor gratis. Dabei steigt die Zahlungsbereitschaft für die Programme unter den Konsumenten rapide. In unzähligen Fällen lassen die Entwickler Geld liegen, wie die Strategieberatung Simon-Kucher & Partners aufzeigt. Geprägt von der Gratis-Kultur im Web, schätzen sie den Markt offenbar falsch ein und bieten ihre Produkte günstiger an als nötig.

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80 Prozent aller App-Downloads sind kostenlos. Geringe Einnahmen verzeichnen die Anbieter in der Regel nur durch Werbung. Dabei habe der Absatz von Bezahl-Apps in den vergangenen drei Monaten stark zugelegt. Rund 90 Prozent der iPhone-User haben den Apple App Store den Experten zufolge in dem Zeitraum als zahlende Kunden verlassen. Insgesamt haben bereits 80 Prozent der Nutzer von Apple-Produkten bzw. mehr als die Hälfte der Google-Android-Anwender für eine Applikation bezahlt – selbst wenn die Dienste nur selten tatsächlich verwendet werden.

Um von den Usern Geld verlangen zu können, müssten die Programme für mobile Geräte zwar einen Mehrwert bieten. Selbst bereits kostenpflichtige Apps sind laut Simon-Kucher jedoch häufig noch zu günstig. Statt 1,99 Dollar wären die Nutzer einer qualitativ hochwertigen News-App im Test bereit, 4,99 Dollar zu bezahlen, wodurch der Umsatz des Entwicklers deutlich steigen würde. Statt zu versuchen, Anwendungen an die Masse zu verkaufen, sollten Preisstrategien entwickelt werden, um die direkten Zielgruppen und interessierte Nischenmärkte anzusprechen. Wert und Zahlungsbereitschaft steigen mit dem Nutzen der Software. Zeitlich begrenzte Demo-Versionen, die gegen Bares verlängert werden können, oder der Verkauf von Upgrades für Gratis-Tools haben sich bei den Entwicklern bereits etabliert. Weiteres Potenzial erkennen die Strategieberater jedoch in Abo-Modellen, die wiederkehrende Einnahmen ermöglichen.

Informationen des Onlineportals „Innovations-Report“ zufolge lag der Umsatz, der mit mobilen Apps im Jahr 2009 in Deutschland erzielt wurde, bei 190 Millionen Euro. Für 2010 wird ein Umsatz von 343 Millionen Euro prognostiziert, wie eine aktuelle Studie aus dem Institut Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen zeige. Ein Wirtschaftsfeld, das rasant wachsen könne, seien Apps mit Gesundheitsbezug. Hier lägen sowohl für die Wirtschaft als auch für die Konsumenten ungeahnte Möglichkeiten. Schon jetzt informiere sich bereits mehr als die Hälfte der Bundesbürger über Gesundheitsthemen online. Daran hätten auch Apps einen nicht zu unterschätzenden Anteil, der mit der Weiterverbreitung von Smartphones in naher Zukunft steigen werde.

Obwohl gesundheitsbezogene Apps momentan noch eine eher untergeordnete Rolle spielten, habe es in den vergangenen Monate einen rasanten Anstieg der Neuentwicklung gegeben: Im Apple Store habe sich beispielsweise die Anzahl im Zeitraum Februar bis September 2010 um fast 3 000 Apps auf 7 136 erhöht. Generell ließen sich die beiden Themenschwerpunkte „Medizin“ und „Lifestyle“ identifizieren. Ob Gesundheitslexikon, Fachinformationen für medizinisches Personal, Blutdruck-Tagebücher, Yoga-Übungen oder Laufdaten-Analyse mit Hilfe von GPS – die Anwendungsfelder seien nahezu unbegrenzt. In Deutschland beschränke sich das Angebot meist noch auf die reine Informationsebene. Doch der Blick über den Tellerrand zeige, dass die Zukunft der Apps auch die Interaktionsebene erreicht: Apps, die medizinische Daten von Patienten bündeln und an Gesundheitszentren weiterleiten, oder Videokonferenzen mittels Smartphones seien in anderen Ländern bereits erfolgreich erprobt und in die Tat umgesetzt. pte/asc

www.iat.eu

www.simon-kucher.com

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