Suche

Anzeige

Yahoo ist Datenklau-Champion: Mehr als eine Milliarde Konten gehackt

Schon im September führten Experten den Angriff aus dem Jahr 2014 auf den mangelhaften Verschlüsselungsschutz zurück

Es gleicht einem Desaster, oder seien wir ehrlich: Es ist eines. Denn der Datenklau bei Yahoo scheint kein Ende zu nehmen. Bereits im September räumte das Unternehmen ein, dass Angreifer im Jahr 2014 Konten von rund 500 Millionen Yahoo-Nutzern geknackt haben. Jetzt kommt ans Licht: Das war noch nicht das ganze Ausmaß der Cyberattacke.

Anzeige

Gestern gab das kalifornische Unternehmen bekannt, dass bereits früher, im Jahr 2013, rund eine Milliarde Yahoo-Nutzer Opfer einer Datenklau-Attacke wurden. Damit gesteht das von Marissa Mayer geführte Unternehmen den historisch größten Datendiebstahl der Geschichte. Dabei sei der Angriff aus dem Jahr 2013 zwar ein anderer als im Jahr 2014, in beiden Fällen erkennt Yahoo aber eine Verbindung zu einem „staatlich unterstützen Akteur“. Yahoo vermutet also eine staatlich organisierte Attacke. Näheres gibt Yahoo in seiner Unternehmensmeldung allerdings nicht preis, auch nicht, aus welchem Land die Angreifer stammen könnten.

Was haben die Hacker gestohlen?

Laut Yahoo-Sicherheitschef Bob Lord „könnten“ Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten sowie verschlüsselte und unverschlüsselte Sicherheitsfragen und -antworten gestohlen worden sein. Sicher scheint er sich jedoch nicht, spricht er doch von „may have included“. Auch Passwörter könnten betroffen sein, allerdings nicht im Klartext, sondern in verschlüsseltet Form. Da Yahoo jedoch mit der Hashfunktion MD5 arbeitet – diese erzeugt aus Text einen 128-Bit-Hashwert – ist die Sicherheit der Passwörter nicht gewahrt. MD5 gilt nämlich seit längerer Zeit als äußerst unsicher. Bankverbindungen und Kreditkartendaten seien nach aktuellem Erkenntnisstand aber nicht betroffen.

Geplante Übernahme in Gefahr

Der skandalöse Datendiebstahl könnte die geplante Übernahme durch den Telekommunikationskonzern Verizon gefährden, der sich Yahoo ursprünglich für 4,8 Milliarden Dollar einverleiben wollte. Der Verkauf an Verizon galt in monatelangen Verhandlungen als aussichtsreichste Lösung für Yahoo. Jetzt erklärte Sprecher Bob Varettoni, dass Verizon nun erst einmal die Auswirkungen des Datenklaus prüfen müsse, bevor es eine endgültige Entscheidung fälle. Yahoo hingegen zeigt sich im Hinblick auf die Übernahme weiterhin zuversichtlich.

Wer noch Tipps braucht: Hier erfahren Sie, wie Sie Tippfehler vermeiden. Und HIER, warum Sie öfter Ihr Passwort wechseln sollten.

Kommunikation

EU-Verbraucherschutz: Airbnb lenkt ein und beseitigt gesetzeswidrige Konditionen

Der US-Zimmervermittler Airbnb hat nach Angaben der EU-Kommission im Streit um unzulässige Geschäftsbedingungen eingelenkt. Das Unternehmen habe sich bereit erklärt, seine Geschäftsbedingungen entsprechend zu ändern und die Preisdarstellung zu verbessern. mehr…

Anzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Milliarden-Deal von Adobe: US-Softwarehersteller übernimmt Marketing-Spezialist Marketo

Der Marketing-Spezialist Marketo gehört bald zu Adobe. Der US-Softwarehersteller sichert sich das Unternehmen…

Sexismus und Diskriminierung: Werberat verteilt öffentliche Rügen wegen „herabwürdigender“ Werbung

Sieben Unternehmen hat es getroffen. Der Deutsche Werberat hat öffentliche Rügen gegen deren…

„m/w/divers“, „m/w/x“: Wie Marken mit diskriminierungsfreien Job-Kampagnen für Vielfalt kämpfen

In Stellenanzeigen häufen sich die Bezeichnungen „m/w/i“, „m/w/d“, „m/w/inter“, „m/w/x“, „m/w/divers“. Auch Suchanfragen…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige