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Wire entwickelt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Chat Bots

Der Messenger-Dienst Wire arbeitet derzeit an der Entwicklung einer sicheren Ende-zu-Ende-verschlüsselten Bot-API und kündigt dessen Release an. Im Interview mit absatzwirtschaft erklärt Alan Duric, CTO und Co-Founder von Wire, welchen Nutzen Unternehmen aus der neuen BOT-API ziehen können.

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Chat-Bots werden oft als Zukunft der mobilen Service-Kommunikation beschrieben. Banken, medizinische Einrichtungen und Automobilhersteller haben längst das Potenzial der virtuellen Assistenten erkannt. Beim Thema Datensicherheit sieht der Instant-Messaging-Dienst Wire jedoch noch große Lücken. Zwar gebe es bei den meisten Messengern bereits eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei Chat Bots komme diese jedoch bisher nicht zum Einsatz. So hätten Plattform-Betreiber Zugriff auf die Gesprächsverläufe und könnten daraus Kundendaten sammeln. Wire will daher mit dem ersten Ende-zu-Endeverschlüsselten Chat-Bot die digitale Privatsphäre wahren und die Interaktion zwischen Kunden und Unternehmen schützen: Angefangen beim firmeninternen Intranet, über Bank-Services, bis hin zur Übermittlung medizinischer Daten. Bisher befindet sich die verschlüsselte Bot-API jedoch noch in der Entwicklungsphase. Wir haben Alan Duric, CTO und Co-Founder von Wire, nach Hintergründen und dem Stand der Dinge gefragt.

Warum ist eine Verschlüsselung bei Chat-Bots notwendig? Ist Wire wirklich der erste Instant-Messenger, der auf Verschlüsselung bei Chat-Bots setzt?

alan-duricChat-Bots sind die digitalen Alltagsbegleiter der Zukunft. Mit unserer verschlüsselten API ermöglichen wir es Entwicklern, die verschiedensten Chat-Bots ins Leben zu rufen. Von der Anbindung zu externen Services bis hin zur Integration mit mehreren Diensten im Backoffice, sind die Möglichkeiten schier unbegrenzt. So können Chat-Bots in Unternehmen und darüber hinaus zum digitalen, persönlichen Assistenten werden: Ob Wetter-Daten, Kalender-Einträgen oder CRM-Infos in Unternehmen, der Chat-Bot ist ein treuer Begleiter für alle Lebenslagen. Diese Möglichkeiten sind nicht neu, allerdings wurde bislang der Datenschutz vernachlässigt. Mit unserer Ende-zu-Ende-verschlüsselten Chat-Bot-Schnittstelle können Unternehmen und Kunden erstmals sicher mit einem Chat-Bot kommunizieren. Sensible Daten von Organisationen, medizinischen Einrichtungen oder Autoherstellern, die ihren Fokus zukünftig auf die sichere Kommunikation zwischen Fahrzeug und Fahrzeughalter stärken werden, bleiben somit vor Zugriffen Dritter bzw. der genutzten Messenger-Plattform geschützt und stärken den Trend zur sicheren, digitalen Privatsphäre.

Was ist das Besondere an einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Chat-Bots von Wire?
Derzeit haben Online-Plattformen, wie Facebook, Microsoft oder Slack, erfolgreich Chat-Bot-APIs implementiert. Das Problem dabei: Diese Schnittstellen sind bislang offen und unverschlüsselt und damit für Provider Daten und Gesprächsverläufe frei einsehbar. Jeder Inhalt und jegliche Chat-Bot-Interaktion kann nachvollzogen werden. Somit können Unternehmen und Organisationen die Vorteile der digitalen Assistenten kaum bedenkenlos nutzen. Die Wire-API ist, wie auch die gesamte App und das Übertragungsprotokoll, Open-Source, d.h. Entwickler als auch Sicherheitsexperten können prüfen, wie und mit welchen Sicherungsmaßnahmen der Service arbeitet und damit möchten wir einerseits Transparenz bieten und Vertrauen schaffen. Zusätzlich geben wir Entwicklern die Möglichkeit selbst aktiv zu werden, eigene Bots zu erstellen und ihre eigenen Kompetenzen in diesem Bereich auszubauen.

Welche Vorteile können Unternehmen aus der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Chat-Bots ziehen? Für welche Branchen ist die Verschlüsselung vor allem interessant?
Angefangen bei kleinen Unternehmen, über Healthcare-Startups und Menschenrechtsorganisationen, Internet of Things-Providern bis hin zu Banken. Im letztgenannten Bereich konnten wir mit unserer API schon im Rahmen des Deutsche Bank Hackathon für Aufsehen sorgen und eine Wildcard gewinnen. Vor allem dieser monetäre Sektor kann in Zukunft für Chat-Bots interessant werden.

Wann wird die Bot-API vorraussichtlich nutzbar sein?
Im Moment wird die Bot-API getestet. Eine Handvoll Partner prüfen derzeit die API, um sie zu verbessern und die Dokumentation so ausführlich wie möglich zu gestalten. Der Release ist für Anfang 2017 geplant, bis dahin können sich Unternehmen und Entwickler auf unserer Webseite registrieren, um regelmäßige Updates zu erhalten.

Da von einer API die Rede ist, bedeutet dies, dass die verschlüsselten Bots auch bei andere Messaging-Dienste wie WhatsApp zum Einsatz kommen können?
Die Wire Bot-API ist ausschließlich darauf ausgerichtet, um mit Wire-Usern in Kontakt zu treten und Dritt-Anbieter-Services zu integrieren. Andere Plattformen können die Schnittstelle nicht nutzen.

 

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Kommentare

  1. Wie können Chat-Bots Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten? Laufen die Bots nicht auf einem Server? Dann ist die Kommunikation offensichtlich nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt, zumindest nicht zwischen den menschlichen Kommunikationspartnern, und das ist es ja, was zählt. Es geht darum, dass z.B. Facebook oder Wire die Nutzerdaten ausschlachtet, nicht jemand, der die Verbindung abhört. Ausserdem scheint mir der Hype um Chat-Bots ohnehin künstlich von Journalisten generiert zu sein. Ich für meinen Teil lege jedenfalls mehr Wert auf Sicherheit und nutze daher Threema. Wenn Wire ein übersichtlicheres Interface hätte, wäre es vielleicht länger als zwei Minuten auf meinem iPhone installiert geblieben.

    1. „Wie können Chat-Bots Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten? Laufen die Bots nicht auf einem Server?“ ja, auf dem Server des Bot-Anbieters, nicht bei Wire. Deshalb ist es End-2-End verschlüsselt. Wire kann den Inhalt der Nachrichten nicht lesen, anders sieht es bei Facebook aus.

      „[…]zumindest nicht zwischen den menschlichen Kommunikationspartnern[…]“ bei der Kommunikation mit einem Bot gibt es keine menschlichen Kommunikationspartnern 😉 Nur dich und ein Programm, welches auf dem Server des Bot-Anbieters (z.B. deine Bank) läuft.

      „z.B. Facebook oder Wire die Nutzerdaten ausschlachtet“ Wire legt großen Wert darauf, niemals Nutzerdaten zu verkaufen! Anders wie Facebook und Co, finanzieren sie sich nicht über Werbung (wofür Nutzerdaten benötigt werden). Wire will später zusätzliche Premium-Dienste anbieten oder mit Geschäftskunden Geld verdienen. Derzeit finanzieren sie sich durch Investoren.

      „[…]nutze daher Threema.“ Threema ist nicht Open-Source und somit kannst du nicht sicher gehen, dass es sicher ist oder nicht doch irgendeine Hintertür eingebaut wurde.

      „Wenn Wire ein übersichtlicheres Interface hätte, wäre es vielleicht länger als zwei Minuten auf meinem iPhone installiert geblieben.“ Das Design wurde überarbeitet und es bietet mittlerweile auch sehr viele Funktionen die Threema nicht bietet! Z.B. kann ich Wire an mehreren Geräten verwenden oder Video/Audio Anrufe tätigen.

      Was ich bei Wire gut finde ist die Offenheit und dass man auf GitHub (wo der Code öffentlich einsehbar ist) auch Funktionen anfragen kann und Wire auf diese Anfragen reagiert.

    2. Hallo Herr Kos,

      vielen Dank für Ihr Feedback. Anbieter, die Chat-Bot-Schnittstellen anbieten, hosten ihre eigenen Server und die Kommunikation der User ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Das heißt, dass die Daten zum einen auf dem Device als auch auf dem Server verschlüsselt werden. Gleichzeitig bedeutet das, dass Wire zwar die Server und die Software stellt, aber nicht die dazugehörigen Schlüssel besitzt, um Nachrichten einzusehen. Nur der User hat Einblick in die eigenen Daten und Gesprächsverläufe.
      Zum Thema Nutzerdaten-Weitergabe ist zu sagen, dass Wire die Informationen nicht an Dritte weitergibt oder verkauft. In unserem Whitepaper können Sie nachvollziehen, dass wir nur für uns nicht-lesbare Daten sammeln, um die Echtheit der Nutzer zu gewährleisten.

      Liebe Grüße
      Alan Duric

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