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Wird der TV-Content zum Download neues Geschäftsmodell?

Apple wirbelt mit dem Video-iPod und dem neuen Video-Angebot im US-iTunes-Store wieder einmal eine Branche durcheinander. Die Kooperation mit dem Disney-Sender ABC hat bei den TV-Sendern für Aufsehen gesorgt. Selbst bei ABC wird der Online-Download einzelner Episoden der Erfolgsserien "Lost" und "Desperate Housewives" für 1,99 Dollar kritisch betrachtet, berichtet das Wall Street Journal (WSJ).

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Auch die deutschen Senderfamilien RTL Group und ProSiebenSat.1 beobachten die Entwicklung mit Interesse. Bei der Frage, ob Apple für die TV-Branche ein brauchbares Geschäftsmodell für Video-on-demand (VOD) bieten kann, ist aber vorsichtige Zurückhaltung angesagt. „VOD – auch via mobile Endgeräten wie beispielsweise iPod Video – ist eine mögliche, interessante Anwendung in unserer Verwertungskette, deren Entwicklung wir genau verfolgen“, erklärt Constantin Lange, Geschäftsführer von RTL interactive und Direktor Diversifikation bei RTL.

Kooperationen mit Mobilfunkbetreibern bieten schon heute via UMTS Ausschnitte aus RTL-Sendungen und sogar ganze Folgen von „GZSZ“. „Es muss sich noch zeigen, inwiefern unternehmerisch sinnvolle Geschäftsmodelle unter Wahrung der digitalen Rechte entwickelt werden können“, erklärt Lange. „VOD ist grundsätzlich ein interessantes Feld auf allen Plattformen“, meint auch Christian Senft, Pressesprecher von SevenOne Intermedia. Die Tochter der ProSiebenSat.1 Media AG ist für die Content-Vermarktung der TV-Gruppe verantwortlich. Ein Beispiel in diese Richtung sei die VOD-Kooperation mit T-Online. Für monatlich 9,95 Euro können die User aus den Genres Comedy, Serien, TV-Movies und Dokumentationen auswählen.

Downloads wie sie Apple nun in den USA anbietet seien „durchaus ein interessantes Geschäftsmodell“, kommentiert Senft. Allerdings hänge eine Realisierung „sehr stark vom Preis und den Rechten“ ab. Mit Apple laufen „derzeit keine Verhandlungen“. Auch in den USA werden Apples neuem Baby nur erste Gehversuche zugestanden. Bei Online-Videos findet Apple demnach keinen Markt vor, der reif für eine Revolution ist. Die Bildqualität der TV-Inhalte ist nur auf kleinen Displays wie dem Video-iPod und Computermonitoren gut, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Auf einem TV-Bildschirm sei die Qualität „minderwertig“.

Es ist auszuschließnen, dass sich TV-Unternehmen für ein Geschäftsmodell erwärmen, das ihre Cashcow DVD in irgendeiner Form bedroht. Bisher hat Apple nur Disney hinter sich, wobei hier die zu verlängernde Partnerschaft mit Pixar (CEO: Steve Jobs) nicht unwesentlich sein dürfte. Den Rest der TV-Branche – auch die Disney-Tochter ABC – hat Jobs eher in Unruhe versetzt, so das WSJ. pte

www.wsj.com

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