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Will Facebook wirklich Twitter nachahmen? Und wenn ja, warum?

In Insider-Kreisen gilt es seit längerem als ausgemacht: Wenn es um coole soziale Netzwerke geht, läuft Twitter Facebook den Rang ab. Damit soll, so Mark Zuckerberg, jetzt aber Schluß sein. Der Facebook-Chef, der sich Anfang dieses Jahres erfolglos um die Übernahme von Twitter bemüht hat, geht jetzt jedenfalls, ganz nach dem Motto: „If you can’t join them, beat them“ in die Offensive.

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Von Yvette Schwerdt, New York

Letzte Woche holte er gleich zu einem Doppelangriff aus. Zunächst kaufte er den Twitter-Konkurrenten, Frienfeed, der seinerseits 60 soziale Medienservices bündelt und meldete damit einen Führungsanspruch auf den Kurznachrichten-Bereich an. Kurz danach zog er gegen die mächtige Twitter-Suchfunktion ins Feld. Mitglieder können jetzt über die Facebook Echtzeit-Suche nicht nur das gesamte Netzwerk, sondern auch alle Inhalte, die in den letzten 30 Tagen von Freunden veröffentlicht wurden, durchforsten.

Tja, und jetzt holt Zuckerberg zu einem weiteren, entscheidenden Schlag gegen den kleineren Mitbewerber aus. Viele Nutzer klagten in letzter Zeit bekanntlich über das zunehmend-zeitintensive Handling von Facebook. Bald wird hier eine abgespeckte Version von Facebook Abhilfe schaffen. Facebook-Lite ist zwar noch im Beta-Test aber erste Informationen sind bereits durchgesickert. Und raten Sie mal, wem die neue Version nachempfunden wurde? Bingo!

Wie Mashable berichtet, erinnert das neue System tatsächlich stark an Twitter. Im Vordergrund stehen Status-Updates. Links findet man die Hauptkategorien: „Wall“, „Info“, „Friends“, „Photos & Videos“. Voila, c’est tout! Eine einfache, pflegeleichte Plattform – ganz wie Twitter, eben.

Kurz: Es scheint, Facebook versucht, die Stärken des kleineren Konkurrenten systematisch nachzuahmen. Ich frage mich bloß, warum eigentlich? Was will Facebook erreichen? Mehr Marktanteile? Hmm — das ist doch unwahrscheinlich . Zuckerberg hat mit seinen 250 Millionen Nutzern ohnehin die Nase vorn. Mehr Umsatzpotential? Wohl kaum… schließlich kann Twitter in diesem Bereich wenig bieten. Bleibt der Coolness-Faktor. Ob er sich über die unübersehbare Nachahmungstaktik steigern läßt, bleibt fraglich.

Facebook, so meine ich, hat das Kopieren nicht nötig. Das System konnte sich als Trendsetter einen Namen machen. Ich würde mir wünschen, daß es diesem Ruf auch weiterhin gerecht bleibt. Und Sie?

Yvette Schwerdt berichtet regelmäßig für die absatzwirtschaft aus der Marketing-Metropole New York.

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