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Wieviel politische Haltung ist im Tibetkonflikt für Sponsoren erlaubt?

Im Zuge der Proteste gegen die Olympischen Spiele in Peking - Gründe sind Chinas Umgang mit Menschrechten, die herrschende Zensur sowie der Tibetkonflikt - ziehen Olympia-Gegner auch jene Unternehmen zur Verantwortung, die das Sportspektakel finanziell unterstützen.

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Einem Bericht des Guardian zufolge warnen tibetische Protest-Gruppen Coca-Cola davor, sich mit der Sponsorentätigkeit zum Komplizen an einem humanitären Desaster zu machen. Darüber hinaus fordern sie, dass der Konzern seinen Einfluss nutzen solle, um Tibet von der olympischen Fackellaufroute zu nehmen. Die Aktivisten drängen darauf, dass die Unternehmen Druck auf das IOC und Peking machen und Veränderungen erwirken. Andernfalls würden sie riskieren, ihre Marken mit der Sponsorentätigkeit zu schädigen.

Ob daraus tatsächlich ein negatives Image entstehen könnte, werde sich erst zeigen, wenn die Spiele im Gang sind. „Wichtiger als das reine Sponsoring wird für die Marken sein, wie sie in der Kommunikation und im Marketing vorgehen beziehungsweise wahrgenommen werden“, erklärt Markenexperte Markus Hübner von der Agentur brandflow in Innsbruck. Für Marken werde es wichtig sein, eine Trennlinie zwischen dem Beweggrund der Unterstützung des olympischen Gedankens in China und dessen Markt zu ziehen.

„Unternehmen, die nicht handeln, müssen mit Demonstrationen und Protestbriefen rechnen. Wir werden die Menschen dazu aufrufen, ihre Werbung zu ignorieren“, führt dagegen Ellen Freudenheim von der Kampagne Dream for Dafur ins Feld. Es sei zwar klar, dass Sponsoren keine Politik machen, aber sie hätten eine starke wirtschaftliche Kraft, internationale Präsenz und Lobby-Firmen. Das alles könne in diesem Zusammenhang genutzt werden. „Globale Major Brands wie Coca-Cola haben sicherlich einen Einfluss auf das jeweilige Leben und die Lebenseinstellung entsprechender Märkte. Das bezieht sich aber auf einen produktbezogenen Kontext“, äußert dazu Hübner. Marken könnten sich zwar für politische Themen stark machen, doch die Gefahr, die damit einhergehe, im Markt Anteile zu verlieren, sei zu groß.

Die Sponsoren dagegen argumentieren, es sei schlichtweg unfair, ihnen die politische Verantwortung für Handlungen der chinesischen Regierung zu übertragen. Sportartikel-Hersteller Adidas etwa zeigt sich „bewusst über die Wichtigkeit der Wahrung von Menschenrechten“. Dennoch sollte von Sponsoren nicht erwartet werden, dass sie politische Fragen lösen. Und Coca-Cola weist darauf hin, dass der Konzern die Olympischen Spiele seit 1928 unterstütze und beteuert in Hinblick auf den Tibetkonflikt große Sorge.

Amnesty International fordert alle Olympia-Partner dazu auf, jegliche Menschenrechtsfragen direkt gegenüber dem IOC und Peking vorzubringen. Die universelle Erklärung der Menschenrechte nehme jedes Individuum und jedes gesellschaftliche Organ in die Pflicht. „Unternehmen haben Einfluss und wir wollen sie dazu aufrufen, diesen öffentlich auszuüben“, konstatiert Robert Gooden, Koordinator für die Region Asien/Pazifik bei Amnesty. Die Aktivisten glauben fest daran, dass ihre Proteste bereits Wirkung zeigen. -pte/Foto: icoke.cn

www.coca-cola.com
www.brandflow.at
www.amnesty.org

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