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Wie mobil-optimiert sind Karriere-Seiten wirklich?

Bewerbungsmappen sind out, mobile recruiting ist in. Doch funktioniert die Jobsuche via Smartphone oder Tablet wirklich gut? © Fotolia 2014

Stellenbörsen sind nicht mobil-optimiert, das Ausfüllen einer Online-Bewerbung wird zur Herausforderung und Social Connect in der Bewerbung kennt kaum einer – Mobile Recruiting ist noch lange nicht da angekommen ist, wo es sein sollte. Das zeigt auch eine aktuelle Mobile Recruiting Studie.

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Von Gastautorin Eva C. Matheisen, Datenanalystin bei der Wollmilchsau GmbH

Im Fokus der Mobile Recruiting Studie 2016, die von der Wollmilchsau GmbH jährlich durchgeführt wird, stand die mobile Candidate Experience der Karriere-Webseiten der führenden deutschen Unternehmen. Heraus kam, ähnlich wie in den Jahren zuvor: Das Mobile Recruiting entwickelt sich in Deutschland zu langsam. Bedenkt man, dass mittlerweile 70 Prozent der Deutschen mobil surfen, ist das ein Armutszeugnis für das Personalmarketing.

Deutliche Defizite in der mobil-optimierten Bewerbung

26 (1)Hauptmesspunkte der Untersuchung waren die Bereiche Karriereseite, Stellenbörse, Bewerbungsformular und Social Connect (das Bewerben mit dem eigenen Social Media Profil). Nur 61 Prozent der untersuchten Unternehmen bieten eine mobiloptimierte Karriereseite an, 56 Prozent eine mobiloptimierte Stellenbörse. Noch bescheidener steht es um die mobiloptimierten Bewerbungsformulare. Bewerbungen auszufüllen ist schon an stationären PCs häufig eine Herausforderung. Über kleine Smartphone-Bildschirme wird das Ausfüllen quasi unmöglich, wenn das Formular nicht optimiert ist. Nur 31 Prozent der Unternehmen lassen eine mobile (Vor-)Bewerbung zu. Die anderen verfügen – wenn überhaupt – über ein nicht optimiertes Formular oder die Option der Bewerbung per E-Mail.

Die Möglichkeit des Social Connects kann den Bewerbungsprozess stark erleichtern. Die Unternehmen schnitten hier ähnlich kläglich ab. Nur 11 Prozent der Unternehmen boten eine Bewerbung via XING und 14 Prozent eine Bewerbung via LinkedIn an. Zwar zeigen sich bei den diesjährigen Ergebnissen wieder allgemeine Fortschritte, doch die Impulse gehen nach wie vor von den mobilen Bewerbern aus. Während sich die Wirtschaft mit Volldampf Richtung Industrie 4.0 bewegt, verharrt ihr Recruiting vielfach noch in der Version 1.0 seiner digitalen Transformation. Für die Bewerber ein Ärgernis, für das Recruiting zunehmend ein Problem.

Neuer Mobile Recruiting Index

26Um sichtbar zu machen, welche Branchen Vorreiter und welche Nachzügler sind, wurde auf Grundlage der erhobenen Daten ein Mobile Recruiting Index ermittelt. Dazu wurden verschiedene Aspekte der Studie gegeneinander gewichtet. Wichtig für das Verständnis des Indexes ist es, sich die Jobsuche als eine Art Reise vorzustellen – die Application Journey.

Diese wird in zwei Hauptphasen aufgeschlüsselt. Zum einen in die Orientierungsphase, in der sich der Kandidat entsprechend der jeweiligen Situation mit einem konkreten Bedürfnis einen Überblick verschafft. Je nach Bedürfnis werden passende Informationen eingeholt – allgemeine zum Unternehmen und spezielle über Stellenanzeigen. Auf die Orientierungsphase folgt die Bewerbungsphase, in der schließlich die tatsächliche Bewerbung erfolgt. Hier sind die in der Studie untersuchten Bereiche Karriereseite, Stellenbörse sowie auch das Bewerbungsformular und der Social Connect einzuordnen. Die mobiloptimierten Bereiche werden im Index positiv bewertet. Unternehmen, die die vollen 100 Prozentpunkte erreichen wollen, müssen ausnahmslos den gesamten Prozess mobiloptimiert haben, sprich Karriereseite, Stellenbörse, das Formular und den Social Connect.

Langsame Entwicklung im deutschen Mobile Recruiting

Aus den Ergebnissen wurden die vier folgenden Typen von Unternehmen identifiziert. Die Vorreiter sind gut aufgestellt, was die Mobiloptimierung des Karrierebereichs angeht. Die Unbeständigen haben die Bestandteile zur Bewerberinformation (Karriereseite und Stellenbörse) optimiert, versagen aber bei den Bestandteilen der Bewerbung (Formular und Social Connect). Die Verdrehten verhalten sich „falsch herum“, optimieren also Bewerbung, aber nicht Information. Und die Karrierebereiche der Nachzügler verfügen über keinen relevanten Grad an Mobiloptimierung. Die Verteilung der Unternehmen zeigt das ganze Ausmaß der langsamen Entwicklung im deutschen Mobile Recruiting: Die meisten Unternehmen gehören mit 34,6 Prozent zu den Nachzüglern, danach folgt mit 34 Prozent die Gruppe der Unbeständigen. Zu den Vorreitern zählen leider nur 27 Prozent der untersuchten Unternehmen. Die Verdrehten bilden mit 4,5 Prozent die kleinste Gruppe.

Das zeigt, dass das Mobile Recruiting noch lange nicht da angekommen ist, wo es sein sollte. Das endgültige Ziel kann nur sein, dass alle Unternehmen zur Gruppe der Vorreiter gehören, also einen möglichst hohen Grad der Mobiloptimierung aufweisen.

sourceimageZur Autorin: Eva C. Matheisen ist Datenanalystin bei der Wollmilchsau GmbH. Sie analysiert Karrierewebseiten, betreut Studien zu Personalmarketing-Themen und schreibt regelmäßig für den Wollmilchsau Blog, der mit rund 25.000 Lesern monatlich zu den meistgelesenen Blogs der deutschen HR-Szene zählt.

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