„Wie Lehman Brothers“: Legendärer Fondsmanager sieht auf Tesla schwere Zeiten zukommen

In der Tech-Branche ist es das beherrschende Thema: Die Verwirrtheit von Tesla-CEO Elon Musk. Nachdem sich Musk mit der SEC am vergangen Wochenende geeinigt hatte, trat der Tesla-Chef wenige Tage später wieder via Tweet nach. Der legendäre Fondsmanagers David Einhorn schätzt nun die Lage des Elektroautopioniers Tesla ein und bereitet auf das Schlimmste vor: Teslas Geschäftgebaren ähnele dem von Lehmann Brothers kurz vor dem Untergang.
Zuletzt öfter in der Defensive: Tesla-Gründer Elon Musk

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Die Schussfahrt geht weiter nach unten. Um happige 7 Prozent wurde die Tesla-Aktie am Freitag nach unten durchgereicht, nachdem CEO Elon Musk gegen die US-Börsenaufsicht SEC, mit der er sich Tage zuvor noch außergerichtlich geeinigt hatte, in einem Tweet nachgetreten hatte.

„Wollte nur (sagen – Wort fehlt, A.d.R.), dass die Leerverkäufer-Bereicherungs-Kommission großartige Arbeit leistet. Und der Namenswechsel bringt es so auf Punkt“, twitterte Musk nach Handelsschluss. Der Tesla-CEO meint mit seiner Wortschöpfung, die Englisch „Shortseller Enrichment Commission“ heißt, offenkundig die US- Börsenaufsicht SEC, mit der Musk wegen seines Börsenrückzugs-Tweets aneinandergeraten war.

David Einhorn: Viele Parallelen zu Lehman Brothers

Nach Einschätzung des renommierten Hedgefondsmanagers David Einhorn von Greenlight Capital spiegeln sich in Musks aggressivem und selbstdestruktivem Verhalten „zahlreiche Parallelen“ zur 2008 insolvent gewordenen Investmentbank Lehman Brothers, deren Pleite in der Folge die schwerste Weltwirtschaftskrise seit den 20er-Jahren ausgelöst hatte.

Musks riskante Geschäftsführung hatte Tesla bereits 2013 an den Rand des Ruins getrieben, erinnert Einhorn Kunden seines Fonds in einer Researchnote, die dem Finanzportal Marketwatch vorliegt. Elon Musk habe sich durch die Krise geblufft. Weil er mit seiner Art der Amtsführung davongekommen sei und auch vom Verwaltungsrat nicht hinreichend kontrolliert werde, habe sich Musks  irreführendes Geschäftsgebaren mit der Zeit verschlimmert, konstatiert Einhorn.„Die Täuschung wird Tesla wie Lehmann einholen“, entwirft Einhorn ein apokalyptisches Szenario für den Elektroautopionier.

„Musk tut sein Bestes, um am Ende nicht verantwortlich für ein Scheitern zu sein“

Die Twitter-Eskapaden der letzten Monate seien ein deutliches Indiz dafür, wie schlecht es tatsächlich um Tesla stehe, glaubt Einhorn, der eine große Bilanzenttäuschung im laufenden Quartal voraussagt. „Sein Verhalten legt nahe, dass er sein Bestes tut, um aus der CEO-Rolle enthoben zu werden, um am Ende nicht verantwortlich (für ein Scheitern – A.d.R.) zu sein. Aufgeben ist für ihn keine Option, weil Musk dann nicht behaupten kann, er hätte das Problem gelöst, wenn er geblieben wäre.

Einhorns harsche Kritik an Musk hatte ihre Vorgeschichte. Musk verhöhnte den Chef von Greenlight Capital, als Einhorn ankündigte, er werde Teslas Model S nicht weiter leasen.  Stattdessen setzt der Multimilliardär  in seinem Fonds auf fallende Kurse der Tesla-Aktie, weswegen Einhorn bei Musk besonders in Ungnade gefallen ist.