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Wie die BW-Bank mit dem ungewollten Testimonial Wulff umgeht

Bundespräsident Christian Wulff wird nicht nur für die CDU zunehmend zur Belastung. Auch die BW-Bank, deren Kunde der Bundespräsident ist, ist in die Bredouille gekommen. Das Staatsoberhaupt sprach im großen Interview mit ARD und ZDF in der letzten Woche davon, dass er zu marktüblichen Konditionen finanziert habe. Viele Kunden wissen es aber besser: der Kredit, den Wulff zunächst abschließen konnte und bei 2,1 Prozent liegen soll, ist auf jeden Fall bemerkenswert. Aber das Institut hat schnell gehandelt und war im Fall Wulff häufig offener als der Bundespräsident selbst. Die BW-Bank ist sich voll bewusst: Der Schaden ist schon groß genug.

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Von Christian Thunig

So widersprach die BW-Bank sofort am nächsten Tag der Darstellung Wulffs im ARD-ZDF-Interview, dass der Vertrag über das langfristige Bankdarlehen, der den in die Kritik geratenen Geldmarktkredits ablösen sollte, schon im November zustande gekommen sei. Tatsächlich wurde der Vertag erst am 21. Dezember von Wulff unterschrieben. Bereits Ende Dezember kündigte die Tochter der Landesbank Baden-Württemberg zudem eine interne Prüfung an, um die Kreditvergabe zu überprüfen. Denn den Zinssatz, der nach Medienberichten zufolge zwischen 0,9 und 2,1 Prozent liegt, bekommen nur richtig gute Top-Kunden. Immerhin, bei einem rollierenden Geldmarktkredit, trägt der Darlehensnehmer das volle Zinsrisiko.

Die Bausparkasse hat zumindest nicht zugewartet, und Spekulationen über mögliche Zeitpunkte ausgeräumt. Auch über die Anbahnung des Darlehens, nämlich über den Unternehmer Geerkens, gab die Bank in einem frühen Stadium Auskunft. In Sachen Krisen-PR ist die Bank also durchaus gut unterwegs. Schon der Anruf von Journalisten bei der BW-Bank ist schnörkellos. Der Kommunikationschef persönlich Manfred Rube ist direkt am Telefon. Das ist für einen Journalisten schon einigermaßen als überraschend. Keine Vorzimmerdame, Assistenten oder Verleugnen. Dies ist umso erstaunlicher, da die BW-Bank in diesen Tagen mit Fragen von Journalisten geradezu eingedeckt wird. Vielfach gehen ganze Kommunikationsabteilungen in Deckung, wenn es stürmisch wird.

Was die Kunden natürlich ärgert, ist die Flexibilität, Konditionen, in diesem Falle einen Geldmarktkredit in einen normalen Immobilienkredit mit festem Zinssatz, zu wandeln. Meistens tun sich Banken schwer damit, Konditionen im Nachhinein zu ändern. Nun stehen die Kunden bei der größten Bausparkasse auf der Matte und fordern ähnliche Konditionen. Und sicherlich wird der eine oder andere Bankberater mit Hohn und Spott überschüttet. Keine einfache Situation, wenn ein ungebetenes Testimonial auch noch die falschen Akzente setzt.

Und natürlich wird auch hier Nachfragen nach der aktuellen Kommunikationsstrategie in Richtung Medien und Kunden eher schwammig reagiert: „Die Bank beantwortet auch weiterhin Anfragen von Medien im Rahmen des rechtlich Möglichen. Ebenso werden selbstverständlich Kundenanfragen beantwortet“, sagt Pressesprecher Manfred Rube. Das ist gut, aber auch das Mindeste. Nach Angaben der Bank wurden die Vertriebsmitarbeiter sowie das BW-Bank Service Center von Anfang an informiert, wobei die Mitarbeiter darauf hingewiesen wurden, dass sie die Kreditvergabe bestätigen können. Das ist ein wichtiger Aspekt in der Krisen-PR, denn häufig brauchen Unternehmen zu lange, bis sie überhaupt offensichtliche Fakten eingestehen.

Welche Konditionen Wulff erhalten hat, dazu sollen sich Bankangestellte aber aus Gründen des Bankgeheimnisses nicht äußern. „Unsere Mitarbeiter wissen, dass wir das Bankgeheimnis achten und mit Spekulationen der Medien über angebliche Konditionierungen umgehen müssen“ , so Rube in seiner Erklärung.

In gewissem Sinne ist Wulff sicherlich Top-Kunde: Er wird voraussichtlich nicht ohne Bezüge dastehen, auch wenn er in den nächsten Tagen gehen muss.

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