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Wie aus dem Stream ein Konzertticket wird

Ob Live-Kommunikation

Wer Musik über Plattformen wie Spotify oder Deezer streamt, der kauft keine CDs mehr oder einzelne Songs im Netz – so die Annahme. Doch wie sieht es mit Konzertkarten aus und wie wird aus Online-Erfahrung dann doch noch ein Offline-Kauf? Eine Umfrage wollte das herausfinden

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Ganz früher einmal, in grauer, vordigitaler Zeit, kauften die Menschen ihre Musik im Laden – gepresst auf CD. Später kam dann der Download. Diesen entdeckten viele Musikliebhaber zuerst illegal auf Plattformen im Netz. Das war umsonst, führte aber zu manch einem Abmahnschreiben mit teurer Nachzahlungsaufforderung. Irgendwann bemerkten dann auch die großen Anbieter das Geschäft mit dem Download und das Ganze wurde legal. Wie zum Beispiel Apple mit seinem iTunes-Store. Wer heute Musik hören will, der kauft nicht mehr, sondern streamt. Auch das haben die Großen erkannt: Apple bietet seinen eigenen Dienst, Amazon will auch bald mitmischen. Anbieter wie Spotify, Deezer oder Pandora freuen sich über wachsende Kundschaft.

Musikindustrie sorgt sich

Doch wer nur noch online Musik hört, kauft der überhaupt noch offline Produkte der Musikindustrie? Eine Studie des Online-Ticketing Anbieters Eventbrite und MusicWatch hat in einer Umfrage herausgefunden, wie sich das Konsumverhalten der Musik-Streamer verändert. Zudem sind sie der Frage nachgegangen, wie sich die Music Discovery (die Art und Weise, wie man neue Musik entdeckt) auf die Teilnahme an Live-Events auswirkt und welche Faktoren sonst noch eine Rolle dabei spielen, dass Fans ihre Online-Erfahrung zu Offline-Käufe umwandeln.

1.000 US-Amerikaner im Alter zwischen 18 und 49 Jahren haben die Unternehmen befragt. Die Teilnehmer hatten im letzten Jahr mindestens ein Konzert besucht. Es zeigte sich, dass fast die Hälfte der Befragten (42 Prozent) über Streamingdienste neue Musiker und Bands entdeckte. Der Musikindustrie graust es vor dieser Entwicklung, denn sie befürchtet, dass die Music Discovery über die Streamingdienste lediglich zu mehr Streaming führt und die materiellen und digitalen Verkäufe zurückgehen. Das scheint allerdings nicht der Fall zu sein, zumindest sagen das die Ergebnisse der Studie. Die Hälfte der befragten Personen, die einen neuen Künstler oder eine Band über einen Streamingdienst entdeckt haben, kaufen beispielsweise auch Konzerttickets.

Konzerte online verfügbar machen

Neben dem Streamen reiner Audiodateien birgt auch das Videostreamen von Konzerten und Festivals großes Potential. Das bewies das Coachella Festival im Jahr 2011: Per Live-Stream konnten die Shows online verfolgt werden. Das Ergebnis: Im darauffolgenden Jahr stiegen die Ticketverkäufe. Dass das keine Ausnahme ist, zeigt auch die Studie. 70 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass die Wahrscheinlichkeit zum Ticketkauf hoch sei, wenn sie die Veranstaltung vorher online streamen konnten.

Auch Social Media ist für die Musikbranche wichtig, so die Studie: Zwei von drei Befragten gaben an, neue Musik über Social-Media-Kanäle entdeckt zu haben. Werden Künstler oder Bands in den sozialen Netzwerken von Freunden empfohlen, hören die Befragten nicht nur die Musik, über die Hälfte gab auch an, sich Konzerttickets für deren Show zu kaufen.

Das Entdecken von neuer Musik ist heute ein kombinierter Prozess aus Streaming, Social Media und der Teilnahme an Live-Shows. Viele Chancen also für die Musikindustrie.

Quelle: Eventbrite/jos

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Kommentare

  1. Ich habe gerade ehrlich gesagt geschaut, ob der Beitrag wirklich von heute ist! Seit einer Woche schon bietet Amazon Musikstreaming an.
    CDs sind übrigens auch digital! In grauer Vorzeit (also etwa bis Mitte der 1980er Jahre – die Älteren werden sich erinnern…) kaufte man Schallplatten (neu „Vinyls“ genannt).

  2. Mich wundert dass Youtube mit keinem Wort erwähnt wird. Viele Kids die sich ein kostenpflichtiges Abo nicht leisten können vom Taschengeld, nutzen Youtube als Musikstreaming Dienst und bauen sich aus den vielen, zum Glück kostenlosen, Videos Playlists zusammen. Auch Live Inhalte von Konzerten und Festivals sind sehr gut funktionierende Inhalte auf der Plattform. In der kostenlosen Bereitstellung von hochqualitativen (gebrandeten) Inhalten liegt eine grosse Chance für Musiker, Marken und zum Beispiel Festivals weit ab von den kommerziellen Streaming Plattformen. Gute Liveinhalte sind nachhaltig und funktionieren garantiert besser als irgendwelche lustigen Reklameclips. Für diese Erkenntnis muss man sich nur mal ein wenig dort tummeln wo die Kids abhängen und braucht keine (bei 1000 Befragten) nutzlosen Studien aus den USA.

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