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Werbefreiheit kommt von Freiheit. Oder WerbeFREIHEIT.

Die Eu-Kommission um David Byrne beschließt ein weiteres weit reichendes Verbot der Lebensmittelwerbung und die Agentur- und Medienindustrie bäumt sich auf. Logisch, wer sonst? Und wenn man als Betroffener mit Journalisten über das Thema spricht, spürt man dann auch ein gewisses erschrockenes Innehalten, sobald man die Konsequenzen für Medienvielfalt und damit Meinungsfreiheit aufzeigt.

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Aber wird das Thema außerhalb dieser Kreise richtig eingestuft und entsprechend ernst genommen?
Immer wenn es im weitesten Sinne um Werbung geht, tut sich die Öffentlichkeit schwer mit der Glaubwürdigkeit. Wenn Werbe- und Medienleute politische Forderungen haben, unterstellt man puren wirtschaftlichen Egoismus, vermutet man ausgefuchste Marketingtricks.
Das ist in diesem Fall sehr schade, denn hier geht es wirklich um etwas Essentielles.
Jede Einschränkung von Freiheit muss ernst genommen werden.

Ganz besonders, wenn damit die Entstehung eines großen und mächtigen bürokratischen Apparates verbunden ist. Gerade wir in Deutschland wissen, dass ein übermächtiges Regelwerk lähmt und die Nutzen-/Kostenrelation in keinem gesunden Verhältnis steht.

Man muss kein militanter Verfechter der freien Marktwirtschaft sein, um an dieser Stelle misstrauisch zu werden. Hier geht es um den gesunden Menschenverstand und das grundsätzliche Verständnis von Demokratie.
Es kann nicht sein, dass ein nationales Regelwerk von insgesamt 18 Vorschriften zum Werberecht als unausreichend deklariert wird. Es darf nicht sein, dass plötzlich aus der grundsätzlichen Zulässigkeit von Werbung (sofern sie sich an eben diesen vielen Vorschriften hält) ein Totalverbot mit Erlaubnisvorbehalt wird. Genau das aber sieht der Entwurf der Kommission für Lebensmittelwerbung vor. Es ist bigott, die Werbung für frei verkäufliche Produkte zu untersagen, andererseits aber auf EU-Ebene den Anbau zu subventionieren. Genau das aber findet bei den Tabakwaren statt.

Vor allem aber ist die Einstufung des Verbrauchers als unmündiges und damit schutzbedürftiges Wesen völlig daneben. Man traut ihm zwar zu, seine politische Führung wählen zu können, obwohl die Beeinflussungsbemühungen der Politiker sicherlich ausgesprochen professionell sind. Man traut dem Verbraucher aber nicht zu, sich im Marken- und Warenangebot schutzlos zu bewegen, weil die kommunikativen Beeinflussungsmethoden so ausgeklügelt sein sollen.

Obwohl die herrschende Lehre in der Marktforschung genau das Gegenteil belegt: der Verbraucher ist verdammt schwer zu beeinflussen, weil er so kommunikations- und marketingerfahren ist.
Spätestens hier müsste jeder Verbraucher betroffen reagieren und erkennen, worum es wirklich geht. Um unsere Freiheit, für die es sich zu kämpfen lohnt.

Über den Autor: Holger Jung ist Gründer der Jung von Matt AG und Präsident des Gesamtverbandes der Kommunikationsagenturen (GWA).

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