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Werbefrei und anonym: Der eBlocker schützt die Privatsphäre im heimischen Netz

Mit dem eBlocker wollen Christian Bennefeld und Boris Prinz der Internetgemeinde die Hoheit über ihre Daten zurückgeben. Quelle: eBlocker

Gute Nachricht für Nutzer, schlechte für Verlage und Werbungtreibende: Das Hamburger Start-up eBlocker bringt eine Box auf den Markt, mit dem Nutzer alle Geräte im heimischen Netz vor Datensammlern und Werbungtreibenden schützen können.

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Online-Werbung und Tracking, also das Nachverfolgen von Nutzerbewegungen im Netz, ist Vergangenheit – zumindest, wenn es nach Christian Bennefeld geht. „Mit dem eBlocker wird anonymes Surfen mit einem Klick Realität“, sagt der 46-Jährige und fügt hinzu, dass „erst die Kombination von Blockieren und Anonymisieren“ einen umfassenden Schutz der Privatsphäre im Internet biete.

Privatsphäre sichern mit nur einem Gerät

Bennefeld weiß wovon er spricht. Sein erstes Unternehmen, an dem er noch beteiligt ist, heißt eTracker, es analysiert Nutzerverhalten im Internet. Der Gründer versichert zwar: „Es geht dort zwar auch um Tracking, aber es findet keine Datenverknüpfung zwischen Websites statt und daher werden keine Website-übergreifenden Nutzerprofile angelegt.“ Trotzdem findet er, was in Sachen Nutzerprofilierung im Netz läuft, nicht mehr in Ordnung. Mehr noch: „Offen gesprochen macht mir das sogar Angst.“

Deswegen zog sich der Unternehmer 2013 aus dem operativen Geschäft von eTracker zurück und tüftelte an seinem Gegenangriff – und der ist jetzt fertig. Gemeinsam mit dem IT-Experten Boris Prinz hat Bennefeld den eBlocker entwickelt, ein Gerät, das Nutzer zentral und umfänglich vor Datensammlern schützt. Die kleine Box soll mit nur wenigen Handgriffen funktionieren, soll Smartphones eben so schützen wie PCs, Laptops, Tablets, SmartTVs oder Spielekonsolen. Nichtmal eine Software-Installation auf den einzelnen Geräten sei notwendig, wie das Unternehmen versichert. Stattdessen verbinden Nutzer den eBlocker mit dem heimischen Netz – fertig. Die Privatsphäre ist gesichert, Werbung blockiert, Datensammler ausgesperrt bzw. Bewegungen im Netz anonymisiert. Eltern können so beispielsweise auch jugendgefährdende Inhalte von den Geräten ihrer Kinder fernhalten.

Dabei aktualisiert das Gerät seine Software und Filterlisten jeden Tag automatisch, funktioniert mit jedem Internet-Anbieter und Betriebssystem.  „Mit dem eBlocker erfülle ich mir meinen Lebenstraum, der Internetgemeinde die Hoheit über ihre Daten zurückzugeben“, sagt Bennefeld.

Schlechte Nachricht für die Medienindustrie

Noch vor Weihnachten soll die handliche Box auf dem Markt sein, ab Juli können Interessierte das Kombigerät aus Open-Source-Hardware und einer Sicherheitssoftware vorbestellen. Die Crowdfunding-Plattform Indiegogo erlaubt es dem Unternehmen, eine begrenzte Anzahl der Geräte zum Sonderpreis von 149 Euro anzubieten. Der genaue Preis aber hänge von der Anzahl der Vorbestellungen ab, wie das Unternehmen erklärt. Der Anschaffungspreis beinhaltet die Software-Updates für ein Jahr, danach soll eine Gebühr fällig werden.

Während sich Nutzer freuen, wird das Gerät dem Werbemarkt eher aufstoßen. Adblocker-Plugins, also Softwares, die Werbung vom PC verbannen, sind vor allem der Medienindustrie ein Dorn im Auge. 2013 verhinderten Softwares hier bereits bei rund 25 Prozent das Einblenden von Bannern und anderen Werbeformen. Dadurch schrumpft das Vermarktungsgeschäft, auf das vor allem Verlage angewiesen sind.

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