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Weltweite Ungleichheit: Auch in Deutschland gibt es keine vollkommene Gleichberechtigung

Frauen können dies nicht, Mädchen können das nicht: Die Klischee-Kiste ist immer noch randvoll gefüllt

In dieser Woche war der internationale Frauentag, der weltweit auf die Rechte der Frauen aufmerksam machen soll. In Deutschland sind sechs von zehn Bürgern der Meinung, dass es im Land noch an Gleichberechtigung hinsichtlich sozialer, politischer und wirtschaftlicher Rechte mangelt. Das ergab eine internationale Umfrage von Ipsos in 24 Ländern. Bezogen auf das eigene Leben gaben jedoch knapp zwei Drittel der deutschen Frauen an, mit Männern vollkommen gleichberechtigt zu sein.

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Gibt es Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann?

Neun von zehn Befragten weltweit sagen, Männer und Frauen sollten in allen Bereichen gleichberechtigt behandelt werden und dabei nach ihrer Kompetenz und nicht nach ihrem Geschlecht beurteilt werden. Männer und Frauen sind in diesem Punkt ziemlich einer Meinung. In Schweden glauben sogar 94 Prozent der Befragten an die Gleichberechtigung. Deutschland liegt mit 82 Prozent im europäischen Vergleich auf den hinteren Plätzen. In Großbritannien (93%), Spanien (91%), Belgien (89%), Italien (88%), Frankreich und der Türkei (je 87%) stimmten die Befragten öfter der Aussage zu, dass Männer und Frauen uneingeschränkt gleichberechtigt sein sollten.

Dennoch existiert aus Sicht von knapp drei Viertel der Befragten weltweit noch Ungleichheit zwischen Mann und Frau in ihrem Land – hinsichtlich sozialer, politischer oder wirtschaftlicher Rechte. Vor allem in Schweden (84%), Frankreich (78%) und Spanien (77%) sieht eine große Mehrheit hier noch Verbesserungspotenzial.

Engagement für Gleichberechtigung

58 Prozent der Befragten weltweit würden sich selbst als Feministen bezeichnen. Dabei wird die Bezeichnung von Frauen öfter gewählt als von Männern (62% zu 55%). In Deutschland würden sich die wenigsten Befragten (37%) weltweit Feministen nennen. Weltweit gaben mehr als zwei Drittel (68%) an, sich aktiv für Frauenrechte einzusetzen und auf Mängel aufmerksam zu machen. In Deutschland sind es die Hälfte der Befragten. In Europa sind die Spanier (82%) am aktivsten bei der Unterstützung der Frauenrechte. Etwa ein Viertel der Weltbürger gaben jedoch an, Angst zu haben, sich für Frauenrechte einzusetzen. Das schließt sowohl Männer als auch Frauen ein (23%/26%). Die Frauen fürchten vor allem in der Türkei (47%) sich offen für ihre Rechte einzusetzen.

Geschlechterrollen

Im weltweiten Durchschnitt denkt einer von fünf Befragten (18%), dass Frauen Männern untergeordnet sind. Die Deutschen liegen mit ihrer Zustimmung sogar etwas über dem Durchschnitt (22%), dabei gibt es kaum einen Unterschied zwischen weiblicher (21%) und männlicher (23%) Sicht. In Europa liegen die Deutschen damit auf Platz eins des Rankings. In Spanien denkt dagegen nicht einmal einer von zehn (7%) Befragten so. In Russland ist der Glaube, Frauen seien Männern untergeordnet dagegen weiter verbreitet (46%). Dass Frauen nicht danach streben sollten, etwas außerhalb des Haushalts zu tun, denkt einer von fünf Befragten weltweit (17%). In Deutschland sind es 14 Prozent.

Dr. Robert Grimm, Director Ipsos Public Affairs: „Die Ergebnisse zeigen eine Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Obwohl ein Großteil der Befragten an die Gleichberechtigung von Männern und Frauen glaubt, ist sie für viele ein noch nicht erreichtes Ziel. Deutschland ist im europäischen Vergleich ein Schlusslicht und auch hinter dem globalen Durchschnitt. In Sachen Gleichberechtigung gibt es deshalb hierzulande auch von Seiten der Politik noch Handlungsbedarf. Sorgen bereitet auch die Tatsache, dass sich einer von vier Bürgern weltweit immer noch fürchtet, für Frauenrechte einzutreten.“

Zur Studie: Insgesamt wurden im Rahmen dieser Studie 17.551 Interviews durchgeführt unter Personen zwischen 16 und 64 Jahren (USA und Kanada: 18-64). Feldzeit: 20. Januar 2017 bis 3. Februar 2017. Diese Studie wurde über das Ipsos Online Panel in insgesamt 24 Ländern durchgeführt: Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Peru, Polen, Russland, Schweden, Serbien, Spanien, Südafrika, Südkorea, Türkei, Ungarn, USA. Die Daten wurden anhand der jeweils aktuellsten Zensusdaten nach demographischen Merkmalen gewichtet, um eine Annäherung an die Grundgesamtheit zu gewährleisten. Acht der untersuchten Länder (Brasilien, China, Indien, Mexiko, Peru, Russland, Südafrika und die Türkei) haben eine niedrige Internetdichte und repräsentieren bei dieser Online-Umfrage daher die Bevölkerung in eher urbanen Gebieten mit eher höherer Bildung und Einkommen als die Gesamtbevölkerung.

 

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