Weihnachtsbudgets steigen in allen Einkommensklassen

Vertrieb Im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft kann der Handel mit einem Umsatzvolumen von 14,9 Milliarden Euro rechnen. Denn rund 91 Prozent der Deutschen planen, zum bevorstehenden Fest Geschenke zu kaufen. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Person sind mit 285 Euro veranschlagt, das sind neun Prozent (24 Euro) mehr als im Vorjahr. Das Internet gewinnt als Bestellplattform vor allem in den Bereichen Foto, Software, Haushaltsgeräte und Sportartikel an Bedeutung.

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Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) befragte knapp 4 000 Verbraucher zu ihren Plänen rund ums Schenken. Auch das zu Weihnachten verschenkte Bargeld dürfte den Konsumforschern zufolge nach dem Fest zu einem Großteil in die Kassen der Händler fließen. Insgesamt werden die Bargeschenke ein Volumen von etwa 3,4 Milliarden Euro umfassen – ein Plus von 6,3 Prozent. Das Weihnachtsbudget zeigt erwartungsgemäß deutliche Unterschiede je nach Alter und Einkommen. Während junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren durchschnittlich 136 Euro für Geschenke einplanen, steigt die Summe mit zunehmendem Alter bis auf 349 Euro bei den über 55-Jährigen.

Über alle Einkommensstufen hinweg wollen die Deutschen in diesem Jahr mehr Geld für Geschenke ausgeben. Den stärksten Anstieg verzeichnen die Verbraucher mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 1.500 Euro. Sie beabsichtigen, im Schnitt 197 Euro in Geschenke zu investieren. Das sind 35 Euro mehr als im letzten Jahr. Lediglich die nächste Einkommensklasse bis 2.500 Euro will mit 258 Euro im Durchschnitt nur einen Euro mehr ausgeben. Personen mit einem höheren Einkommen planen, ihre Ausgaben für Weihnachtsgeschenke um 29 Euro beziehungsweise 24 Euro zu steigern. Gaben die Ostdeutschen im letzten Jahr noch 20 Euro weniger aus als die Westdeutschen, wollen sie in diesem Jahr mit durchschnittlich 286 Euro sogar zwei Euro mehr in Geschenke investieren.

Bücher, Spielwaren und Kleidung liegen vorn

Erneut werden am häufigsten Bücher unter den Weihnachtsbäumen liegen. Rund 44 Prozent der Deutschen möchten zum Fest Lesestoff verschenken, sieben Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Die Ausgaben liegen durchschnittlich bei 41 Euro, zwei Euro höher als 2011. Laut Berechnungen der GfK entspricht dies einem Umsatzvolumen von 1,14 Millionen Euro. Auf dem zweiten Platz liegen Spielwaren, die von 36 Prozent der Deutschen verschenkt werden. Vor allem die 25- bis 34-Jährigen treffen diese Wahl. Die durchschnittlichen Ausgaben belaufen sich dabei auf 77 Euro (plus zwei Euro). Das bedeutet ein Umsatzpotenzial von rund 1,75 Milliarden Euro.

Den dritten Rang der meist gekauften Geschenke belegen Kleidung und Accessoires. Bei einem Drittel der Deutschen stehen sie auf der Einkaufsliste. Der Handel kann hier mit einem Volumen von rund 1,95 Milliarden Euro rechnen. Das sind etwa 220 Millionen Euro mehr als im letzen Jahr. Im Durchschnitt werden 92 Euro für Kleidung und Accessoires eingeplant . Im vergangenen Jahr waren es 75 Euro. Die Warengruppe Kosmetikartikel und Parfum schafft es auf den vierten Rang. Über ein Viertel (27 Prozent) der Deutschen planen hierfür durchschnittlich 50 Euro in ihrem Weihnachtsbudget ein. Damit steigt die Zahl der Käufer um sechs Prozentpunkte, die Ausgaben um vier Euro. Dies entspricht einem Umsatz von rund 928 Millionen Euro.

Jüngere verschenken gerne Lebensmittel, Ältere eher Bargeld

Knapp ein Viertel der Deutschen verschenkt Bargeld oder Gutscheine. Für Bargeld sind durchschnittlich 217 Euro veranschlagt, für Gutscheine rund 89 Euro. Letztere werden eher von den 14- bis 34-Jährigen gekauft. In Summe kann der Handel mit einem Gutscheinvolumen von knapp 1,34 Milliarden Euro rechnen. Nicht mehr so beliebt wie in den vergangenen Jahren sind Lebensmittel und Getränke. Insgesamt 22 Prozent der Deutschen planen derartige Präsente und wollen dafür im Schnitt 35 Euro ausgeben. Mit 40 Prozent finden vor allem die jungen Leute unter 25 Jahren Präsente wie Pralinen und Sekt als Geschenk attraktiv. Für den Handel ergibt sich daraus ein Volumen von 514 Millionen Euro, 119 Millionen Euro weniger als im Jahr 2011.

CDs, DVDs und Blu-rays gewinnen wieder etwas an Beliebtheit. Insgesamt 19 Prozent der Bevölkerung wollen sie verschenken. Dieses durchschnittlich für 35 Euro und damit in identischer Höhe wie letztes Jahr. Beliebt sind sie vor allem bei jüngeren Menschen. Das Umsatzvolumen steigt dementsprechend von 403 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf 426 Millionen Euro. Platz neun der beliebtesten Präsente belegen Schmuck und Uhren, die 15 Prozent der Deutschen verschenken möchten. Im Schnitt werden 98 Euro investiert. Dies ist etwas mehr als im Vorjahr, so dass insgesamt 426 Millionen Euro im Vergleich zu 403 Millionen Euro zu erwarten sind. Auf dem zehnten Platz befinden sich in diesem Jahr Abos und Veranstaltungstickets. Das Umsatzpotenzial legt von 624 auf 713 Millionen Euro zu. Im Durchschnitt sind 85 Euro an Ausgaben geplant.

Onlineshopping mit deutlichen Zuwächsen

Beim Einkaufsverhalten zeigen sich deutliche Unterschiede. Geschenke im Internet zu bestellen, gewinnt immer mehr an Beliebtheit. In nahezu allen Produktbereichen steigt die Zahl der Personen, die neben dem stationären Handel auch online einkaufen wollen. Spitzenreiter beim Interneteinkauf sind Abos und Veranstaltungstickets, insgesamt 67 Prozent der Befragten beabsichtigen in diesem Bereich unter anderem auch im Internet einkaufen. Im vergangenen Jahr lag der Wert noch bei 60 Prozent. An zweiter Stelle der beliebtesten Artikel für den Onlinekauf liegt Software, die 61 Prozent im Netz bestellen wollen. Das bedeutet ein enormes Plus von 17 Prozent. Es punkten Spielkonsolen mit 55 Prozent und einem Zuwachs um 15 Prozentpunkte.

Auch bei CDs, DVDs und Blue-rays legt der E-Commerce-Anteil von 46 auf 54 Prozent deutlich zu. Den stärksten Zuwachs beim Einkauf über das Internet verzeichnen Foto-Kameras und Zubehör. In diesem Jahr werden 53 Prozent der Verbraucher ihre Geschenke aus diesem Bereich auch online einkaufen. Im letzten Jahr waren es noch 34 Prozent. Spiele für Konsolen und PCs wollen in diesem Jahr rund 52 Prozent auch über das Internet kaufen. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr. Computer, Netbooks und Tablets steigern ihren Anteil von 48 auf 50 Prozent.

Die weiteren Plätze in den E-Commerce Top 10 belegen Unterhaltungselektronik (47 Prozent, plus vier Prozentpunkte) sowie Bücher (44 Prozent, plus vier Prozentpunkte). Auf den folgenden Plätzen können vor allem die Haushaltsgeräte sowie Sportartikel mit einem Zuwachs von jeweils zwölf Prozentpunkten beim Online-Einkauf zulegen. Wenig beliebt ist das Internet hingegen für den Kauf von Lebensmitteln und Getränken, die lediglich acht Prozent der Befragten im Internet bestellen möchten. Kosmetikartikel und Parfum erreichen einen Online-Anteil von 17 Prozent und somit 1 Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Gutscheine kommen auf einen Wert von 20 Prozent.

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