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Wegwerfbabys bei Alibaba, Bentgate und eine schnurrende Königin

Alibaba sorgte an der New Yorker Börse für Aufsehen: Mit weit über 21 Milliarden eingesammelten US-Dollars lanciert das chinesische Unternehmen den größten Börsengang aller Zeiten. Die deutsche Internetseite sieht aber nicht nach Milliarden aus. Für Apple kehrt sich der iPhone-Hype gerade ins Gegenteil. David Cameron verplappert sich.

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Von Johannes Steger

Der Hype der Woche: Börsengänge deluxe

Vergangene Woche war es soweit: Der chinesische Internetgigant Alibaba ging in New York an die Börse. Monatelang hatten Investoren auf den Megakonzern geschielt und sich auf den Börsengang vorbereitet. Als es dann soweit war, kam auch direkt der Rekord: Mit verkauften Aktien im Wert von 21,8 Milliarden US-Dollar präsentierten die Chinesen damit den größten Börsengang aller Zeiten auf dem Parkett der Wall Street. Auch in Europa ist die Lust auf Börsengänge gestiegen: Bis Ende des Jahres könnten rund 50 Unternehmen an die Börse streben. Darunter auch die Samwer-Start-up-Schmiede Rocket Internet. Schon kurz nach der Bekanntgabe des Termins für den Börsengang gingen Orders ein. Wie „Handelsblatt“ berichtet, dürfte das Unternehmen den angestrebten Erlös bereits jetzt erreicht haben. Und auch hier sieht es zwar nicht gleich nach Rekord, aber zumindest nach Superlativ aus. Denn die Start-up-Schmiede könnte mit ihrem Börsenwert sogar Dax-Schwergewichte wie die Lufthansa oder K+S übertrumpfen.
Wem bei diesen Zahlen das Stichwort „Neuer Markt“ in den Sinn kommt, der sollte sich den deutschen Ableger von Alibaba anschauen. Die Aufmachung der Seite erinnert stark an die Neunziger Jahre und damit an die Anfangszeiten des Internets. Nicht nur beim Design bleibt der chinesische Netzriese zurückhaltend bis karg, auch die Übersetzung ist eher schlicht. So finden sich im Angebot auch mal Wegwerfbabys (Einmal-Reinigungstücher für Neugeborene), ausgestopfte Katzen (Stofftiere) oder Unterschicht Babywindeln, wie „Handelsblatt Online“ berichtet. Das klingt eher nach Google Translator als nach professioneller Übersetzung.

Der Anti-Hype der Woche: Apples Bananenhandy

Immer wieder musste sich Apple anhören, dass es mit dem Hype um ihre Produkte schon bald vorbei sein dürfte. Keine wirklichen Neuerungen, keine sensationellen Innovationen und irgendwie auch nicht mehr exklusiv. Die Fans scheinen diese Kritik nicht zu teilen. Denn wer in der vergangenen Woche an einem Apple-Store vorbei kam, sah vor allem eins: Menschenmassen. Das neue iPhone ging an den Start und überall auf der Welt pilgerten die Apple-Jünger wieder zu den heiligen Hallen, um die Ersten zu sein, die das neue Gerät in Händen halten dürfen. Hype gut, alles gut? Leider nein, denn schon eine Woche später war es mit der Begeisterung für das neue iPhone schon wieder vorbei. Auf Twitter meldeten sich viele Nutzer, die beklagten, dass sich ihr ultradünnes Smartphone in der Hosentasche verbogen hätte. Schon war das passende Hashtag geboren und #bentgate animierte Kritiker, Spötter und auch Konkurrenz zu allerlei Tweets.

Auch viele Unternehmen ließen sich das populäre Hashtag nicht entgehen: „We don´t bend, we #break“ zwitscherte der Schokoriegel-Hersteller KitKat. Auch RitterSport machte mit und sendete „Knicken statt Biegen“ mit dem passenden Spottvers in die Welt. Apple schweigt übrigens bislang zum krummen iPhone.


Die Highlights der Woche auf absatzwirtschaft.de:

>>> Wird „No Logo“ mehrheitsfähig?

>>> Wie Schokolade fürs Gehirn

>>> Die Revolution der Smartphones hat gerade erst begonnen


Die Aufzeichnung der Woche: Ein gesprächiger Premierminister

David Cameron dürfte sich gerade doppelt freuen: Zum einen bleibt der britische Premierminister auch für seine schottischen Mitbürger zuständig, die sich im Referendum für einen Verbleib im Vereinigten Königreich entschieden haben. Zum anderen dürfte es Cameron zumindest erleichtern, dass das britische Staatsoberhaupt Elisabeth die Zweite und nicht Heinrich der Achte heißt. Denn Letzterer ging bekanntermaßen mit Respektlosigkeiten (und Ehefrauen) nicht gerade zimperlich um. In New York traf Cameron auf den New Yorker Ex-Bürgermeister und Medienmogul Michael Bloomberg. Und plauderte, in der Ansicht von deaktivierten Mikrofonen munter drauf los: Die Queen habe nach Bekanntgabe des Schottland-Ergebnisses gar nicht mehr aufgehört „zu schnurren“. Zum Glück ist die Monarchie in Großbritannien nur noch repräsentativ. Der nächste Tee bei Hofe wird für Cameron vielleicht ein bisschen peinlich, aber nicht lebensgefährlich. Hier geht es zum Gesprächs-Mitschnitt auf Bloomberg TV.

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