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Web 2.0: Konsumenten eher passiv

Werden die Menschen im "Mitmachnetz" nun wirklich reihenweise von passiven zu aktiven, selbst produzierenden Konsumenten? Eine aktuelle Studie von TNS Infratest MediaResearch zeigt, dass die überwiegende Zahl der Internetnutzer die neuen Angebote noch klassisch nutzt - eben passiv.

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Dabei überraschend es die Forscher wenig, dass der Anteil der Web 2.0-Nutzer am stärksten mit dem Alter zusammenhängt: „Je jünger, desto aktiver gehen die Internetnutzer mit neuen Web 2.0-Angeboten wie Weblogs, Podcasts, digitalen Foto- oder Videoplattformen und dem Verfassen beziehungsweise Ändern sogenannter Wiki-Einträge um“, berichten die Medienbeobachter. Bei den 14- bis 29-Jährigen habe sich bereits jeder Dritte (= 4,3 Millionen) aktiv an mindestens einem solcher Web 2.0-Angebot beteiligt. In der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen seien dies gerade noch sechs Prozent (1,3 Millionen) und bei den über 50-Jährigen sinke der Wert auf kaum noch messbare 0,4 Prozent. Auch Menschen mit hoher formaler Bildung oder einem hohen Haushalts-Nettoeinkommen seien überdurchschnittlich häufig unter den Nutzeern zu finden.

Die Marktforscher von TNS Infratest haben nicht nur die aktive, sondern auch die passive Nutzung von den Web 2.0-Inhalten
Weblogs, Podcasts, digitalen Foto- und Videoplattformen, sowie sogenannten Wikis erhoben. Ergebnis: Sogenannte Weblogs
oder Blogs, also Online-Tagebücher, lesen insgesamt 14 Prozent (9,1 Millionen) aller über 14-Jährigen zumindest
gelegentlich. Eigene Weblogs veröffentlichen allerdings nur von zwei Prozent (1,3 Millionen) der Bevölkerung. Ähnlich viele Menschen (14 Prozent) surfen zumindest gelegentlich auf sogenannten Fotosites wie flickr, snapfish oder
MAGIX. Und sechs Prozent (4,1 Millionen) äußerten in den letzten 12 Monaten selbst gemachte digitale Fotos ins
Internet geladen zu haben.

Besonders Videoportale wie YouTube, MyVideo oder Clipfish erfreuen sich offensichtlich großer Beliebtheit: 14,6 Millionen (23 Prozent) besuchen zumindest gelegentlich entsprechende Internet-Angebote. Eigene Videos oder Fernsehclips auf solche Seiten hochgeladen haben etwa eine Million Nutzer (zwei Prozent). In der passiven Nutzung werden Videoportale nur von Wikis wie Wikipedia übertroffen. 28 Prozent oder 17,8 Millionen Personen in Deutschland nutzen Stadt- beziehungsweise Regional-Wikis, Reise-Wikis oder Wikis zu Fachthemen zumindest gelegentlich. Dem stehen allerdings wiederum eine Million Nutzer (zwei Prozent) gegenüber, die Wiki-Beiträge selber verfassen, online verändern oder redigieren. Podcasts, also regelmäßig im Internet zum Download bereitgestellte hörbare Sendungen, nutzen 13 Prozent der Bevölkerung oder 8,5 Millionen Personen ab 14 Jahren hin und wieder. Eigene Podcasts veröffentlichen 0,2 Prozent.

Nach den vorliegenden Ergebnissen sind mittlerweile bereits knapp zwölf Prozent (oder 7,5 Millionen) der über 14-Jährigen in Deutschland Mitglied in mindestens der Online-Netzwerke wie studiVZ, XING oder Lokalisten. Bei den 14- bis 29-
Jährigen sind es 39 Prozent. Auch hier finden sich also die bereits erwähnten Zusammenhänge zwischen der
Mitgliedschaft in einer solchen Community und den Variablen Alter, Bildung und Haushalts-Nettoeinkommen. Für die Studie befragte TNS-Infratest telefonisch deutschlandweit 1 000 Personen ab 14 Jahren.

www.tns-infratest.com

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