Was nicht schmeckt, wird trotzdem gegessen

Täglich müssen sich Verbraucher entscheiden, was sie essen. Werden sie gefragt, warum ihre Wahl auf die bestimmte Speise oder die Lebensmittel fiel, nennen sie häufig den Geschmack als wichtigstes Kriterium. Eine Studie, die kürzlich beim Heidelberger Ernährungsforum vorgestellt wurde, zeigt jedoch, dass 810 von 1 000 befragten Menschen auch solche Lebensmittel zu sich nehmen, die nicht ihrem persönlichen Geschmack entsprechen.

Vorgestellt wurde die Studie von der Dr. Rainer Wild Stiftung, deren Forschungsgebiet gesunde Ernährung ist. Im Rahmen der Befragung zur Geschmacksforschung gaben 81 Prozent an, Dinge gegessen zu haben, die ihnen nicht schmeckten. 38 Prozent betonten dabei, dass sie das Lebensmittel oder die Speise generell nicht mochten, für 28 Prozent war die Zubereitung nicht zufriedenstellend und für 19 Prozent war das Essen nicht nach ihrem Geschmack gewürzt. Lebensmittel und Speisen, die den Befragten nicht schmeckten, wurden zu 45 Prozent außer Haus verzehrt, in Restaurants, Kantinen oder Imbissen, und überwiegend von gewerblichen Herstellern oder professionellen Köchen zubereitet. 73 Prozent der Deutschen essen dabei auch dann weiter, wenn es ihnen nicht schmeckt, 40 Prozent nehmen die gesamte Mahlzeit zu sich.

„Der gute Geschmack mag zwar wichtig sein“, sagt Dr. Gesa Schönberger, Geschäftsführerin der Stiftung für gesunde Ernährung, „er ist jedoch oft nicht unbedingt ausschlaggebend. Warum Menschen Dinge essen, die ihnen nicht schmecken, werde im Fortgang der Studie untersucht. Die Besonderheit dieses Forschungsprojektes liege auch in der Herangehensweise: Zwar existierten bereits einige Modelle, die sich dem Auswahl- und Ernährungsverhalten näherten. Diese nähmen aber häufig eine einseitige Perspektive zugunsten verhaltenswissenschaftlicher oder sensorisch-orientierter Forschung ein. Auch die Frage nach „Geschmackskompromissen“ werde oftmals vernachlässigt. Die Studie wurde in Kooperation mit dem Link Institut für Markt- und Sozialforschung durchgeführt.

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