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Was beim Lokalisieren von Apps zu beachten ist

Sollen in Deutschland entwickelte Apps auch auf fremdsprachigen Märkten als Mobile-Marketing-Instrumente eingesetzt werden, reicht es zumeist nicht aus, nur die enthaltenen Texte zu übersetzen. Die App muss unter Umständen zusätzlich an die fremde Kultur angepasst werden. Dieser Gesamtprozess wird als Lokalisierung bezeichnet. Um ihn kostengünstig und erfolgreich zu gestalten, gibt es einige Regeln. Die erste lautet: Je früher Sie wissen, ob Sie die App mehrsprachig anbieten möchten, desto besser ist es.

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Von Christian Arno

Die Marktchancen analysieren

Entscheiden Sie sorgfältig und frühzeitig, auf welchen Märkten Sie Ihre App anbieten möchten. Die Kosten einer Lokalisierung werden auf Märkten mit hoher Nachfrage nach Ihrer App recht schnell amortisiert. Bleibt die lokalisierte App ein Ladenhüter, verlieren Sie Zeit und Geld. Entscheiden Sie sich deshalb beispielsweise nicht vorschnell, Ihre App für englischsprachige Märkte zu lokalisieren, nur weil viele Menschen Englisch sprechen. Vielleicht bietet Ihnen der türkische, tschechische oder brasilianische Markt weitaus größere Chancen. Erst analysieren, dann lokalisieren!

Falls Sie zur Zeit der Entwicklung der deutschsprachigen App bereits wissen, dass die App später lokalisiert und dann auch auf fremdsprachigen Märkten angeboten wird, sollten Sie die deutschsprachige Variante internationalisieren. Das bedeutet: Die App wird so programmiert, dass eine spätere Lokalisierung vergleichsweise schnell und einfach gelingt.

Eine Sprache – verschiedene Kulturen

Es verspricht tendenziell mehr Erfolg, eine App für ein Land und nicht für einen Sprachraum zu lokalisieren. Lokalisierung für ein Land heißt zum Beispiel, eine lokalisierte App für die USA oder für Australien oder Großbritannien zu entwickeln, während man bei der Entwicklung einer App für einen Sprachraum nur eine einzige App-Variante für alle englischsprachigen Länder anbieten würde. Dabei ignoriert man dann einerseits Unterschiede in den unterschiedlichen Varianten der englischen Sprache, andererseits bleiben eventuelle kulturelle Unterschiede zwischen den jeweiligen Ländern unberücksichtigt.

Unterschiedliche Textlängen

Achten Sie von Anfang an auf ausreichend Platz für den Originaltext sowie für die übersetzten Varianten. Originaltexte und Übersetzungen beanspruchen oftmals unterschiedlich viel Platz. Das muss bei der Größe von Textfeldern berücksichtigt werden, damit alle Textvarianten dort hineinpassen.

Symbole und Icons genau prüfen

„Daumen hoch“ als Zeichen für „gut gemacht“? In manchen Ländern ist das so. In anderen bedeutet diese Geste eine Beleidigung. Man sollte daher alle Symbole und Icons in einer App daraufhin prüfen, ob sie in der anderen Kultur weiterhin die Bedeutung haben, die sie haben sollen. Zugleich sollten man auch Formate an das jeweilige Land anpassen, also etwa Datumsformate sowie die Schreibweise von Zahlen und Uhrzeiten.

Vorlieben und Tabus

Beim Onlinebrowser-Spiel Grepolis wurden die griechischen Götter an den japanischen Geschmack angepasst und verjüngt. Was bei Browser-Games gilt, gilt auch bei einigen Apps. Arbeitet man etwa mit Fotos von Menschen, um Nutzern Identifikation zu ermöglichen, sollte man bei einer Lokalisierung bisweilen die Fotos austauschen. Zudem gilt: Jedes Land definiert seine eigenen Tabus, etwa in Bezug auf Religion oder Sexualität. Wer sie bricht, riskiert große Probleme für seine lokalisierte App.

Dem Appell von Apple folgen

Im Frühjahr 2013 forderte Apple App-Entwickler via E-Mail auf, Apps künftig verstärkt zu lokalisieren, da Lokalisierung große Chancen bietet, Kunden weltweit zu erreichen. Das berichtete AppleInsider.com im April 2013. Was für iPhone-Apps gilt, gilt für alle Apps: Lokalisierung lohnt sich oft, zumal dann, wenn man sie richtig angeht.

Über den Autor:
Christian Arno ist Gründer und Geschäftsführer des Übersetzungsbüros Lingo24, das professionellen Übersetzungs- und Lokalisierungsservice anbietet.

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