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Warum Jobs bei Google und Co. nicht das Beste sind, was einem passieren kann

New Economy-Giganten wie Google oder Facebook locken mit individuellen und vielfältigen Karrrieremöglichkeiten und führen seit Jahren die Rankings der beliebtesten Arbeitgeber der Welt an. Und doch: Nicht jeder tut sich einen Gefallen damit, dort zu arbeiten.

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Ein Nutzer der Online-Wissensplattform Quora stellte der Netzgemeinde vor einiger Zeit diese Frage: „Überall auf Quora habe ich Profile von „Ex-Googlern“ oder „Ex-Facebookern“ gesehen. Wieso arbeiten diese Menschen nur für eine begrenzte Zeit bei diesen großartigen Unternehmen? Für viele sind das Traumarbeitgeber. Also: Warum kündigen Menschen ihre Jobs bei Unternehmen wie Facebook und Google?“

Der Autor bekam innerhalb weniger Tage 86 Antworten. Eine davon ist von Michael Wolfe, einem mehrfachen Gründer und selbsternannten Tech-Geek. Seine Antwort ist eine Zusammenfassung unterschiedlichster Begründungen, die er in seinem Umfeld beobachtet hat:

  • Das Unternehmen ist schlichtweg zu groß. Einige Mitarbeiter wünschen sich daher ein kleineres Unternehmen, in dem sie mehr bewegen und die Resultate der eigenen Arbeit stärker wahrnehmen können.
  • Sie haben ihre eigene großartige Idee, die sie verwirklichen wollen.
  • Sie wollen sich in einem anderen Bereich weiterbilden, in dem ein weniger renommiertes Unternehmen spezialisiert ist.
  • Sie haben kranke Eltern oder Ehepartner mit einem Jobangebot in einer anderen Stadt.
  • Ihnen wird bewusst, dass sie älter werden und wollen ein Jahr um die Welt reisen.
  • Sie sind schlichtweg gelangweilt davon, tagein tagaus mit denselben Leuten im selben Unternehmen zu arbeiten.
  • Ihnen wird bewusst, dass sie die Techindustrie eigentlich garnicht mögen und lieber Tierarzt wären, Koch oder Leiter einer NGO.

Die große Lüge

So weit, so gut. Heutzutage ist ja wirklich nichts dabei, seine Vorstellungen vom Leben weiterzuentwickeln und stetig anzupassen. Das Problem, das der Autor im Folgenden benennt aber, ist ein anderes: Es geht dabei um die generelle Fehlauffassung eines „guten, erfolgreichen Lebens“. Wolfe nennt das auch „the Big Lie“ – die große Lüge.

Die große Lüge, nach der zu viele Menschen in seinen Augen leben, geht ungefähr so:

  • Streng dich an in der Schule,
  • damit du richtig gute Noten bekommst,
  • damit du auf eine richtig gute Universität gehen kannst,
  • damit du einen richtig guten Job bekommst,
  • in einem richtig guten Unternehmen.
  • Deine Familie und Freunde werden beeindruckt sein
  • und du lebst glücklich bis ans Ende deiner Tage.

Die große Lüge, sie resultiert Wolfe zufolge auf einigen Grundsatzlügen:

  1. Alles im Leben folgt einem einfachen Hierarchiesystem: Diesem zufolge ist es immer besser, auf die beste Universität zu gehen als auf die zweitbeste, im renommiertesten Unternehmen zu arbeiten, statt im zweit-renommiertesten und so weiter.
  2. Je höher man auf dieser Leiter steigt, desto glücklicher wird man. Die Gewinner sind die glücklichsten. Fällst du hinunter, geht es dir miserabel.
  3. Talentierte Menschen sollten sich diesem Wettkampf verschreiben. Alle kämpfen um dieselben Ziele und bewerten einander daran, wie sie sich in diesem Kampf schlagen.
  4. Da jeder weiß, was „gewinnen“ und „verlieren“ bedeutet und, wie es aussieht, wird dein sozialer Status danach bewertet, wie viel du „gewinnst.“

Die Menschen, die an diese große Lüge glauben, sind nicht bösartig. Sie wollen das Beste für einen und helfen. Es sind die Eltern, die wissen wollen, dass man einen sicheren Job hat; die Lehrer, die wollen, dass man gute Note bekommt, damit einem später alle Türen offen stehen; und die großen Unternehmen, die ein tolles Arbeitsumfeld schaffen wollen, damit sie die besten und passendsten Mitarbeiter bekommen.

Das Problem: „Menschen ohne das Bewusstsein dessen, was sie wollen und wo ihr Interesse und ihre Leidenschaft liegt, sind dafür besonders anfällig. Sie lassen sich vom Umfeld beeinflussen, weil sie keinen inneren Kompass haben, der sie führt“, schreibt Wolfe und resümiert: „Unternehmen wie Google und Facebook sind großartig. Aber sie können ein Desaster für Menschen sein, die sich aus den falschen Gründen für sie entscheiden.“

Die Identitätskrise: Was ist „das Beste“?

Nun räumt der Autor ein, dass es Menschen gibt, die in einem dieser großen Konzerne mit den großen Namen anfingen zu arbeiten, weil sie, nach eingängiger persönlicher Reflexion wussten, dass es das richtige für sie ist.

Diejenigen aber, die aufgrund der „großen Lüge“ ein Teil von „BigCo“ wurden, enden, so Wolfe, nicht selten in einer Identitätskrise. Sie könnten denken, sie wären verdammt, unglücklich zu bleiben – weil „BigCo“ das „Beste“ ist und sie mit dem „Besten“ noch immer nicht zufrieden sind. Sie könnten denken, der Job war von vorne herein ein Fehler und sie haben Jahre ihres Lebens damit verschwendet, wenn sie doch eigentlich von Anfang an Tierarzt hätten werden wollen. Vielleicht, so Wolfe, werden sie es gar nicht erst schaffen „BigCo“ zu verlassen, weil der innere Konflikt sie paralysiert und in stiller Verzweiflung zurücklässt  – oder aus schierer Trägheit.

Denn: Jeder Mensch ist anders. Und: Jeder Mensch ändert seine Vorstellungen von sich selbst und einem guten Leben im Laufe der Zeit. Wenn man erst einmal gemerkt hat, dass es das „Beste“ im allgemeinen nicht gibt, wird es einfacher herauszufinden, was das „Beste“ für einen selbst ist. Oder, wie Steve Jobs einst sagte: „Deine Zeit ist begrenzt. Verschwende sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben.“

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