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Warum Fiat und Opel nicht zueinander passen

Eine Übernahme von Opel durch Fiat bringt laut Ferdinand Dudenhöffer, Direktor der Car-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen, deutliche Gefahren mit sich. So wäre Opel nach einer Fiat-Übernahme keineswegs sicherer, sondern einem deutlich höheren Risiko ausgesetzt. Eine Fiat-Chrysler-Opel-Gruppe sei zwar weltweit mit hohen Verkaufszahlen im Markt, aber die dünne Eigenkapitaldecke des Fiat-Konzerns und der neuen Gruppe würden es kaum ermöglichen, in wichtige Zukunftstechnologien zu investieren. Zusätzlich überlappten die Hersteller deutlich in ihren Absatzmärkten und verstärkten eher die Kannibalisierung der Marken statt neue Marktpotenziale zu eröffnen.

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Neben den Gesetzen der Industrie-Logik sprächen auch „weiche“ Faktoren gegen die Übernahme. So lägen die Kulturen zum Beispiel sehr weit voneinander weg. Fiat sei eine sehr emotional getriebene Organisation, was etwa durch häufige Geschäftsführerwechsel in Deutschland und unstetige Entwicklungen in der Fiat-Händlernetz-Strategie zum Ausdruck komme. Dass diese Kultur mit der von Opel wenig vereinbar sei, zeige auch die nach weniger als fünf Jahren gescheiterte Allianz GM-Opel-Fiat. Zudem sei die Markenstrategie des Fiat-Konzerns wenig ausgeprägt. Zwar gebe es „Alfa Romeo“ als sehr emotionale Marke, doch sei es Fiat seit der Übernahme im Jahr 1986 kaum gelungen, die Marke weiter zu entwickeln. Belastend wirke sich auch die hohe Verschuldung von Fiat aus, womit eine Fiat-Chrysler-Opel-Gruppe mit einer ausgesprochen dünnen Eigenkapitaldecke unterwegs wäre. Folglich würde das finanzielle Risiko für Opel bei einer Fiat-Übernahme eher steigen als abnehmen.

Darüber hinaus verkaufe Fiat mehr als 60 Prozent seiner Fahrzeuge in Deutschland als Fahrzeuge unter der Golf-Klasse, während sich dies bei Opel umgekehrt verhalte. Damit bestehe eine große Gefahr, dass der Kompetenzvorsprung von Opel in Kompaktklasse und Mittelklasse verloren geht. Zudem betrage der Durchschnittspreis eines in Deutschland verkauften Fiats 12.008 Euro, während Opel-Käufer vergleichsweise 17.764 Euro pro Fahrzeug ausgäben. Damit lägen Fiats eher bei Dacia als bei Skoda und deutlich von Opel entfernt. Beide Unternehmen hätten deutliche Überkapazität, die bei einem Zusammenschluss abgebaut werden müssten. Des Weiteren würden Opel und Fiat um Kunden konkurrieren, da sie überwiegend auf West-Europa ausgerichtet seien und Ansätze in neuen Märkten wie China, Russland bei Fiat überwiegend fehlten. Opel verliere bei einer Trennung von GM und einem Übergang zu Fiat außerdem die Möglichkeiten, den Russland-Markt erfolgreich zu bearbeiten. Zudem erscheine es nicht sinnvoll, die Entwicklungszentren in Turin und Rüsselheim in ihrer heutigen Größe zu belassen. Abgehängt würde Opel auch von Zukunftstechnologien, da Fiat keine Kompetenz in den Bereichen Hybride und Elektroautos bescheinigt werden könne.

www.uni-due.de

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