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Von Camping-Plätzen bis Flughäfen: Wie Sharemagazines den Markt für digitale Lesemappen aufrollen will

Mylese, Mediaspot, Boheme oder Tabcircel - immer mehr Anbieter drängen auf den Markt für digitale Lesemappen. Dazu gehört auch das Hamburger Start-up Sharemagazines. Um schneller zu wachsen, kooperiert das Jungunternehmen seit Kurzem mit dem digitalen Kiosk von Axel Springer. Doch Firmengründer Jan van Ahrens baut die von ihm entwickelte App stetig aus. Sie hilft den Abnehmern, auch Werbepartner einzubinden.

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„Große Freiheit“ heißt das orangefarbene gestrichene Gebäude im Hamburger Stadtteil St. Pauli nahe der Reeperbahn. Doch der Bürokomplex ist kein Ort, in dem das älteste Gewerbe der Welt betrieben wird. In dem sechsstöckigen Haus hat sich Hamburgs Gründerzentrum für die Kreativwirtschaft etabliert. Viele Räume sind schallgedämmt, damit sich junge Sound- und Musikdesigner kreativ austoben können. Doch auch Mode- und Grafikleute versuchen hier, den Sprung in die Selbstständigkeit zu schaffen. Zu den mehr als drei Dutzend Jungunternehmern gehört Jan van Ahrens. Der Name seiner Firma: Sharemagazines.

Markt für digitale Lesemappen aufrollen

Der 29-Jährige Existenzgründer hat sich viel vorgenommen. Er will den Markt für digitale Lesemappen aufrollen und verfolgt mit seinem 2014 gegründeten Unternehmen ehrgeizige Ziele. „Bislang haben wir rund 300 Kunden unter Vertrag. Unser Ziel sind in naher Zukunft bundesweit rund 1000 Kunden mit sharemagazines auszustatten“, sagt der Geschäftsmann. Zu seinen Abnehmern zählen unter anderem Kliniken, Tankstellen, Friseure, Cafés oder Restaurants. Hinzu gekommen sind seit Neuestem Shopping-Center der Leffers-Gruppe oder Stromtankstellen, beispielsweise des Oldenburgers Energieanbieters EWE. Gewerbekunden können die digitalen Lesemappen für einen monatlichen Beitrag von 39,90 Euro beziehen. Der Preis für Hotels oder Klinken ist hingegen nach Anzahl der Betten gestaffelt. Dafür können Patienten, Gäste oder Besucher unbegrenzt in dem digitalen Portfolio von Magazinen und Tageszeitungen stöbern, um sich die Wartezeiten zu versüßen.

Wenige Start-ups in dieser Branche schreiben schwarze Zahlen

Ob Spiegel, Stern, Focus oder Hamburger Abendblatt, Welt oder die Hamburger Morgenpost – mehr als 200 Magazine oder Tageszeitungen umfasst inzwischen das Angebot des Start-ups. Damit unterscheidet sich Sharemagazines vom Marktführer mylese, einer App, die der Verband Deutscher Lesezirkel für seine Mitglieder gelauncht hat. Hier müssen beispielsweise Ärzte oder Inhaber von Cafés zunächst mühsam die Lektüre auswählen, die sie ihren Kunden anbieten. Damit sind viele Abnehmer überfordert, meint van Ahrens. Sie wissen nicht, welche Zeitungen oder Magazine ihre Besucher interessieren.

Für die Verlage ist das aufkeimende Geschäft mit den digitalen Lesezirkeln ein gutes Zubrot. Denn Sharemagazines nimmt für ihre Dienstleistung eine „kleine“ Gebühr, deren Höhe van Ahrens nicht beziffern will. Das Gros der Einnahmen fließt hingegen an die Printhäuser. Noch schreibt das Start-up keine schwarzen Zahlen. Doch der Firmengründer ist zuversichtlich, dass das Jungunternehmen bald die Gewinnschwelle erreicht. „Wir sind zufrieden mit dem Umsatz- und Kundenwachstum. Es interessieren sich immer mehr Gastronomiebetriebe, Hotels, Krankenhäuser, Bibliotheken oder Campingplätze für unseren digitalen Lesezirkel und unsere Zusatzfunktionen. Wir sind auf einem sehr guten Weg“, so der Geschäftsmann.

Kooperation mit iKiosk

Die Zuversicht ist verständlich. Denn das Unternehmen hat sich jüngst mit dem Dienst „Sharemagazines to go“ eine zusätzliche Erlösquelle gesichert. Bislang konnten Gäste oder Patienten die Magazine und Tageszeitungen lediglich vor Ort, also im Café oder im Krankenhaus, lesen. Jetzt haben sie die Chance, Publikationen über die App des Youngster zu kaufen, um sie bequem zu Hause auszulesen. Dafür kooperiert der Unternehmer seit Kurzem mit dem iKiosk von Axel Springer, der über 700 Titel verfügt. Einen weiteren Umsatzschub erhofft sich van Ahrens von einer neuen Dienstleistung. Ob Zimmerpreise oder Speisekarte – künftig haben die Kunden des Start-ups die Möglichkeit, auf der Sharemagazines-App auch eigene Dienstleistungen einzubinden. Zudem ist möglich, auch Werbepartner aufzunehmen. Wer daran Interesse zeigt, muss hierfür zusätzlich 10 Euro berappen.

„Unser Service ist grundsätzlich über alle gängigen Technologien nutzbar“

Bislang ist die Zahl der Anbieter auf dem deutschsprachigen Markt für digitale Lesemappen überschaubar. Neben mylese und dem österreichischen Pendant Morawa sind in Deutschland die Firmen Mediaspot, Boheme oder Tabcircel präsent. Sie setzen vor allem auf die Beacon-Technologie. Dass heißt: das Zeitungs- und Magazin-Angebot wird nur dann automatisch freigeschaltet, wenn die Besucher die jeweilige App des Anbieters herunterladen haben. Das Prozedere ist aber für die Kunden deutlich aufwändiger. Sie müssen auf ihren Smartphones Bluetooth aktivieren, wenn sie den Dienst empfangen wollen: „Unser Service ist grundsätzlich über alle gängigen Technologien nutzbar, egal ob per Wlan, GPS oder Bluetooth-Beacon. Die verwendete Technologie und dessen Nutzung muss von einer Location aber auch klar kommuniziert werden, zum Beispiel über Flyer, die wir für den Kunden bereitstellen“, meint der Firmeninhaber.

Die Geschäftsidee zu sharemagazines kam van Ahrens über Umwege. Zunächst wollte der BWL-Student eine Art Tauschbörse wie Ebay für ausgelesene Magazine starten. Doch die Idee erwies sich als nicht markttauglich. Erst als er nach einer längeren Reise in einem Hotel frühstückt, kommt ihm der Einfall für seinen digitalen Lesezirkel. Er erarbeitet einen Businessplan und bewirbt sich damit bei der Universität Oldenburg um den Gründerpreis – und gewinnt. Schnell werden Business Angels auf ihn aufmerksam. Sie stellen ihm die notwendigen Geldmittel zur Verfügung, um zu expandieren – im In- und Ausland. Denn van Ahrens sieht nicht nur auf dem deutschsprachigen Markt großes Potential. Perspektivisch will er auch international den Markt aufrollen. Als ersten Schritt hat er die Baleareninsel Mallorca im Visier. „Wir hatten schon häufiger Anfragen internationaler Hotels, die unseren Service anbieten wollten. Hier sind wir mit verschiedenen Hotelketten im Gespräch und hoffen auf baldige Abschlüsse“, betont der Unternehmer und ergänzt: „Sollte dies der Fall sein, werden wir auch das Portfolio auf englischsprachige Titel ausweiten.“

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