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Vom Händler zum Vermarkter: Metro-Tochter will Kundendaten vergolden – in Eigenregie

Kundendaten sollen der Metro-Tochter Ceconomy goldene Zeiten bescheren

Otto, Zalando, die Scout-Gruppe– sie alle haben es getan und sind in den Retail-Media-Markt eingestiegen. Jetzt zieht auch die Metro AG (zukünftig: Ceconomy AG) nach und gründet die Tochter Retail Media Group GmbH, die künftig die lukrativen Handelsdaten der zum Konzern gehörigen Ketten ausschöpfen soll.

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Für Metro-Konzernchef Olaf Koch schlägt am Montag (6. Februar) die Stunde der Wahrheit. Denn an diesem Tag sollen die Aktionäre des Konsumgüterkonzerns der Spaltung des Handelskonzerns „Metro Group“ zustimmen und damit den Weg für zwei unabhängige Unternehmen ebnen: Während die bisherige Metro AG als künftige Ceconomy AG weiterbestehen und das Elektronikgeschäft bilden soll, soll das Großhandels- und Lebensmittel-Geschäft als eigenständige, börsennotierte Gesellschaft abgespalten werden und unter dem Namen Metro firmieren.

Hausgemachte Online-Werbung

Und genau hier kommt die neu gegründete Retail Media Group GmbH (RMG) ins Spiel. Sie ist nämlich die erste Neugründung von Ceconomy, die nach der geplanten Aufteilung der Metro Group zur „führenden Plattform für Unternehmen, Konzepte und Marken im Bereich Consumer Electronics in Europa“ avancieren soll – und zu der Marken wie Media Markt und Saturn zählen. Ihre Tochter RMG soll nun auf Daten eben dieser Marken zurückgreifen, um sie dann Werbetreibenden für individuell zugeschnittene Online-Kampagnen anzubieten. Der Konzern will die Vermarktung seiner Reichweiten somit künftig nicht mehr externen Dienstleistern überlassen, sondern seine Daten eigenständig „vergolden“. Durch die Anbindung an die Online- und Mobile-Plattformen der teilnehmenden Händler verfüge RMG nach eigenen Angaben bereits von Beginn an über ein umfassendes Portfolio an nicht personalisierten Besucher- und Kauf-Daten. „Die Digitalisierung des Handels bietet vollkommen neue Möglichkeiten im digitalen Marketing. Wir wollen der führende Digital-Partner für Werbetreibende der Handelsbranche sein und Europas Kompetenzzentrum für die effektive Nutzung wertvoller Erkenntnisse über den Endverbraucher werden“, sagt Richy Ugwu, der die RMG als CEO leitet und zuvor als Head of Digital Innovation bei der Metro Group tätig war.

Verknüpfung von Online- mit Offline-Daten

Um die Daten noch weiter auszuschlachten, sollen die Kontakte von Webseiten und Online-Shops laut RMG künftig mit der Offline-Welt, also mit Besucher- und Transaktionsdaten aus stationären Stores und anderen Multichannel-Kontaktpunkten, verknüpft werden. Das würde die zehn Millionen Kundenkontakte, die die Retail-Partner Media Markt, Saturn, Real, Metro, Hitmeister sowie iBood und Redcoon täglich verzeichnen, dann noch wertvoller machen. „Wir Händler besitzen riesige Datenschätze, die wir heben müssen. Wenn wir uns dabei branchenübergreifend zusammentun, wird die Kombination dieser Besucher- und Transaktionsdaten, also die profunde Kenntnis von Konsumentenverhalten, zusätzliche Erlösquellen sichern“, sagt Pieter Haas, Media-Saturn-Chef und designierter Vorstandsvorsitzender der Ceconomy AG.
Gegründet wurde die RMG am Unternehmenssitz Düsseldorf, Hauptstandort ist Berlin. Das Unternehmen beschäftigt derzeit mehr als 20 Mitarbeiter. Die Retail Media Group GmbH ist Träger des Datenschutz-Gütesiegels ePrivacyseal und erfüllt alle Standards des deutschen Datenschutzrechts.

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